Parochie

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Eine Parochie (gr. πάροχος párochos „darreichend“, „gebend“[1]) ist der Amtsbezirk eines Pfarrers (Parochus), das heißt ein Pfarrbezirk oder Pfarrei.[2] Sie ist der unterste, kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer einer Kirche (Konfession),[3] die nach dem Parochialprinzip organisiert ist. Zur Parochie können auch Filialkirchen gehören. In der Evangelische Kirche können mehrere Pfarrer in einer Parochie arbeiten, in der katholischen Kirche nur einer.

„Parochial“ ist das, was zum Parochus gehört. Der Parochus ist derjenige, der die Sakramente im Auftrag des Bischofs darreicht, bzw. der, der das sakramentale Opfer, die Eucharistie, darbringt. Eine Alternative für die Etymologie ist παροικία, „das Wohnen eines Fremden in einem Orte ohne Bürgerrecht“.[4] In dieser Bedeutung kommt der Begriff schon im 1. Petrusbrief (1 Petr 1,17 EU) vor. Dort ist die Rede davon, dass Christen in dieser Welt wie in der Fremde leben.

Aus dem Griechischen ist der Begriff über das Lateinische parochia, paroecia als Bezeichnung für eine Gemeinde (Pfarrgemeinde, Kirchengemeinde, Kirchspiel) auf uns gekommen. Im Englischen wird der Begriff als parochial (Pfarr-…, Gemeinde…)[5] gebraucht. Da eine Gemeinde als begrenzter Bereich anzusehen ist, hat es im Englischen auch die Bedeutung von „begrenzt“, „beschränkt“ sowie „engherzig“, „engstirnig“ erhalten.

Evangelische Kirche: Unter der Bezeichnung wird verschiedentlich auch ein ländlicher Bereich verstanden, dem mehrere selbständige Kirchgemeinden angehören, die alle von einem Geistlichen (Pfarrer) betreut werden. Ein(e) Geistliche(r) vertritt als juristische Person in solchen Fällen die einzelnen Kirchgemeinden immer nur zusammen mit der jeweiligen Kirchengemeindeleitung. Mehrere Parochien bilden entsprechend diesem Verständnis einen Kirchenkreis bzw. Kirchenbezirk (evangelisch Deutschland), ein Dekanat (römisch-katholisch) oder ein Seniorat (evangelisch) (Österreich).

Nach katholischem Kirchenrecht ist die (Territorial-)Pfarrei bzw. Parochie die kleinste Gebietseinteilung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks, Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pape: Griechisch-Deutsch, Pape-GDHW, Band 2, S. 528
  2. Jedermanns Lexikon in zehn Bänden, Verlagsanstalt Hermann Klemm A.-G., Berlin-Grunewald 1930
  3. Der Volksbrockhaus A-Z, 10- Auflage; F. A. Brockhaus, Leipzig 1943
  4. (Pape-GDHW Bd. 2, S. 525)
  5. Langenscheidts Schulwörterbuch Englisch, 19702