Pierre Soulages

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pierre Soulages (* 24. Dezember 1919 in Rodez, Département Aveyron) ist ein französischer Maler und Grafiker.

Er ist neben Hans Hartung Hauptvertreter der abstrakt-ungegenständlichen Richtung der französischen Gegenwartsmalerei; typisch für seine Kompositionen sind breite, schwarze Balkenformen vor hellem Grund.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Kutschenbauers verlor seinen Vater schon mit fünf Jahren. Im Zweiten Weltkrieg entzog er sich der Rekrutierung zur Zwangsarbeit in Deutschland mit gefälschten Papieren als Weinbauer bei Montpellier. Nach dem Krieg, er siedelte 1946 nach Paris über und befasste sich nun ausschließlich mit der Malerei, galt er als europäisches Gegengewicht zu den amerikanischen „abstrakten Expressionisten“, zu Franz Kline und Jackson Pollock, von dessen „Action Painting“ sich seine eigenen schwarzweißen Bildwelten allerdings deutlich unterscheiden. Im Jahr 1948 wurde er von den Künstlern Hans Hartung und Francis Picabia in Paris entdeckt. Seine schwarzen, kalligraphiehaften Formen wurden schnell zu seinem Markenzeichen. Von 1949 bis 1952 arbeitete er als Bühnenbildner für das Théâtre de l’Athénée in Paris. Seit 1979 sind seine Bilder monochrom schwarz. Soulages war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel. 1992 erhielt er den „Praemium Imperiale“, eine Art Nobelpreis für Kunst. Soulages lebt mit seiner Ehefrau Colette in Paris und auch im südfranzösischen Sète. Im Februar 2014 wurde bekannt, dass er seiner Heimatstadt Rodez eine Sammlung von 500 Werken überließ.

Musée Soulages[Bearbeiten]

Am 30. Mai 2014 wurde in Rodez ein eigenes Museum eröffnet. [1] In den ersten vier Wochen nach Eröffnung kamen mehr als 45.000 Besucher in das Museum, das auf einem Teil seiner Fläche wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler zeigen soll.[2]

Werk[Bearbeiten]

Pierre Soulages’ Kunst zeichnet sich durch das Bestreben aus, nicht abbilden zu wollen, sondern lediglich zu sein, dabei nicht zu repräsentieren, sondern nur zu präsentieren. Angelehnt an Schriftzeichen, die er weniger in den vordefinierten Konnotationen der Kalligraphie des Fernen Ostens findet als in den mythischen Zeichen auf Denkmälern seiner keltischen Heimat, entwickelt er in einem Streben nach nonfigurativer Darstellung eine höchst intuitive Malerei, deren tiefere Bedeutung sich maßgeblich durch den Akt des Betrachtens erschließt. Soulages künstlerisches Schaffen ist keineswegs als Verdeutlichung der Gemütszustände des Künstlers in zufälligen Farbklecksen zu verstehen. Vielmehr baut er wohlüberlegt komplexe Kompositionen auf, die nicht zuletzt dazu beitragen, dass sich seine Werke deutlich von anderen nicht-gegenständlich arbeitenden Künstlern, insbesondere der nordamerikanischen Kunstszene, unterscheiden. Seine teils ungewöhnlichen Werkzeuge umfassen neben groben Bürsten, Besen und Holzstangen auch die sogenannten lames (Gummistücke zwischen zwei Holzscheiben eingespannt), durch die sich die Oberfläche vielfältig gestalten lässt. Die mit diesen Mitteln bevorzugte Farbe Schwarz erzeugt Rillen und Furchen, die die unter der schwarzen Malschicht liegenden Farben umso intensiver leuchten lässt. Im weiteren entwickelt Soulage daraus seine Outrenoir-Bilder, in denen er darlegt, wie sich die Reflexe des Lichts auf Schwarz verhalten, wenn diese auf die bearbeitete Oberfläche treffen. So wird deutlich, dass der Künstler das Licht nicht abzubilden versucht, sondern vielmehr das natürliche Licht als elementaren Teil in seine Arbeit miteinbezieht. Die sich ändernden Lichtverhältnisse und Betrachterstandpunkte tragen schließlich dazu bei, dass Soulages Werke nie „zu Ende gesehen“ werden können, sondern immer lebendig und unerschöpflich bleiben.[3]

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pierre Soulages Museum.
  2. Immer wieder schwarz in FAZ vom 10. Juli 2014, Seite R4
  3. Rygg Karberg Andrea in: Pierres Soulages painting the Light, Katalog anlässlich der Ausstellung im Essl Museum, Klosterneuburg/Wien 2006