Playa del Inglés

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Gemeinde San Bartolomé de Tirajana: Playa del Inglés
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen fehlt
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Playa del Inglés (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Las Palmas
Insel: Gran Canaria
Koordinaten 27° 45′ N, 15° 35′ W27.75-15.580555555556Koordinaten: 27° 45′ N, 15° 35′ W
Einwohner: 7.000 (2011)INE
Postleitzahl: 35100

Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Spanien/Wartung/localidad

Playa del Inglés in San Bartolomé de Tirajana

Playa del Inglés ist ein Ortsteil der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana an der Südküste Gran Canarias. Der Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus. Playa del Inglés bildet zusammen mit San Agustín und Maspalomas, die ebenfalls zur Gemeinde San Bartolomé de Tirajana gehören, das größte touristische Zentrum Spaniens. Aufgrund ihres langen, breiten Sandstrandes mit weitläufigen Dünen sind die Ortsteile bekannter als die Gemeinde, deren historischer Ortskern 23 Kilometer nördlich im Inneren der Insel liegt. Da sich wegen der anhaltenden Bautätigkeit der letzten 40 Jahre der Bevölkerungsschwerpunkt der Gemeinde an die Küste verlagert hat, befinden sich seit einigen Jahren auch örtliche Behörden, wie die Gemeindeverwaltung, die lokale Polizei sowie das Amtsgericht in Playa del Inglés und im angrenzenden Maspalomas. Im Jahr 2011 betrug die Einwohnerzahl 7000.[1]

Ortsbild und Bebauungsplan[Bearbeiten]

Auf den ersten Blick ist das Stadtbild von Hotelanlagen geprägt, die größtenteils in den 60er- und 70er-Jahren erbaut wurden als der Süden Gran Canarias für den Massentourismus erschlossen wurde. Der Bauboom begann im Jahre 1960. Damals beschloss der Großgrundbesitzer Conde de la Vega Grande, zu dessen Landgut La Elvira große Teile des Inselsüdens gehörten, vom wachsenden Massentourismus zu profitieren, der zu dieser Zeit bereits auf dem Festland von Spanien und den Balearen florierte. An Gran Canaria ging der Aufschwung mit Ausnahme des eher traditionellen Tourismus in der Großstadt Las Palmas bis dahin jedoch vorbei. Zu jener Zeit war der Süden von Gran Canaria ein karger, halbwüstenhafter und nur spärlich besiedelter Landstrich. Aufgrund des Maspalomas Costa Canaria genannten Bebauungsplans begannen jedoch im Oktober 1962 die Bauarbeiten, welche die gesamte Gegend für immer veränderten.

Bauarbeiten am Strand von Playa del Inglés – 1978
Blick auf den hinteren Teil des Strandes von Playa del Inglés mit der Promenade Anexo II
Blick von Playa del Inglés auf Maspalomas (Campo Internacional und die Golfersiedlung Campo de Golf)

Für die Südspitze der Insel sah der Bebauungsplan vier Siedlungskerne vor: Zunächst drei überwiegend für Ferienanlagen vorgesehene Orte namens Playa del Inglés, etwas weiter östlich davon San Agustín sowie Maspalomas weiter südwestlich am alten Leuchtturm. Eine weitere Siedlung ist San Fernando, das sich unmittelbar nördlich an Playa del Inglés anschließt und vorwiegend für Spanier gedacht war, die in den zu erbauenden Ferienanlagen arbeiten würden. Von diesen Siedlungen sind Maspalomas und San Fernando die einzigen, die zumindest ansatzweise einen historischen Kern vorzuweisen haben.[2] Ein historischer Dorf- oder gar Altstadtkern, wie z. B. in Benidorm, findet sich hier dagegen nicht.

Insbesondere in Playa del Inglés ist trotz verschiedener späterer Änderungen des Bebauungsplanes noch gut die differenzierte Gestaltung einzelner Straßen und Siedlungsteile zu erkennen. So waren einige Straßen (zum Beispiel die Avenida de Tirajana) gezielt als Einkaufsstraßen mit vielen Geschäften und mehrgeschossiger Hotelbebauung geplant. Dazwischen und besonders am westlichen und südöstlichen Ortsrand befinden sich mehrere Viertel, in denen eine lockere, stark durchgrünte Bebauung mit Gärten und freistehenden Bungalows im spanischen Stil vorherrscht. Die Qualität des Gesamteindrucks wurde in späteren Jahren allerdings dadurch gemindert, dass vorwiegend im Norden von Playa del Inglés bei Hotelneubauten die Anzahl der Stockwerke deutlich erhöht wurde.

Gleichwohl hebt sich Playa del Inglés noch immer positiv von vergleichbaren spanischen Massentourismuszielen wie beispielsweise Benidorm oder Torremolinos durch eine deutlich geringere Bebauungsdichte und eine geringere Bauhöhe, selbst der höchsten Gebäude, im Vergleich zu den genannten Orten ab.

Südlich von Playa del Inglés befindet sich das Dünengebiet von Maspalomas, das sich bis zum Feuchtgebiet der Lagune El Charco erstreckt. Nach mehrmaliger Verkleinerung des Dünengebiets durch die wachsende Bebauung in früheren Jahren und den Ausbau des Golfplatzes Campo de Golf, wurde das Dünengebiet 1987 unter Naturschutz gestellt.

Playa del Inglés und San Agustin von Aguila fotografiert

Kommerzielle Infrastruktur[Bearbeiten]

Playa del Inglés verfügt über kein Stadtzentrum im klassischen Sinn; Geschäfte und Einkaufszentren sind relativ weit verstreut. Eine recht große Anzahl von Geschäften findet sich jedoch auf der Avenida de Tirajana und der Avenida de Alfereces Provisionales. Daneben gibt es über den Ort verstreute Shoppingcenter, wie beispielsweise „Cita“, „Kasbah“, „Yumbo“ und „Metro“. Das Warenangebot in den genannten Bereichen zielt weitgehend auf den normalen touristischen Bedarf ab, das heißt, Supermärkte bieten typische mitteleuropäische beziehungsweise britische Lebensmittel an, dazu gibt es die üblichen Strandartikel und Souvenirs. Spanische beziehungsweise kanarische Lebensmittel sind eher in San Fernando zu finden. Darüber hinaus sind in den genannten Einkaufszentren zahlreiche Bars und Kneipen zu finden, in denen Liebhaber lokaler deutscher Biermarken auf ihre Kosten kommen. So gibt es z. B. Kölsch- und Altbier-Kneipen.

Playa del Inglés ist seit den 1970er Jahren ein beliebtes Urlaubsziel der europäischen Schwulen- und Lesbenszene. Die Szene konzentriert sich heutzutage ab abends vor allem in dem im Oktober 1982 eröffneten Shoppingcenter Yumbo, einem Einkaufszentrum mit Bars und Clubs. Seit etwa 2000 spricht der örtliche Hotel- und Tourismusverband die Zielgruppe bewusst an. Meist reist man mit einer üblichen Pauschalreise, inzwischen haben sich aber auch viele Spezialreiseveranstalter etabliert. Einige Hotels werben damit, dass sie Gay-friendly sind. Beliebt ist auch das nebenan gelegene Maspalomas wegen der Dünen und dem FKK-Strand. Seit 2001 findet jährlich der „Maspalomas Pride“ statt.[3][4][5]

Religion[Bearbeiten]

Religiöses Zentrum von Playa del Inglés sind der Templo Ecuménico und das Centro Ecuménico (Ökumenisches Zentrum), die 1970 erbaut wurden und vornehmlich der katholischen und evangelischen Touristenseelsorge dienen. Im Ort gibt es sowohl ein katholisches als auch ein evangelisches Pfarramt, die auf deutschsprachige Seelsorge spezialisiert sind.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Playa del Inglés – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen siehe INE
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMaspalomas: Historia de un pueblo. In: playademaspalomas.com. Abgerufen am 23. November 2008 (spanisch).
  3. Peter Fuchs: Pink money. In: Der Standard, 17. März 2006.
  4. Der Gay-Tourismus beschert Gran Canaria inzwischen 500 Millionen Euro im Jahr, comprendes-grancanaria.de, 11. Mai 2010
  5. Gran Canaria: jeder Fünfte Euro von Schwulen, ondamaris.de, 11. Mai 2010