Polnisch-Litauische Union
Die Polnisch-Litauische Union bezieht sich auf eine Reihe von Rechtsakten und Allianzen zwischen dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen, die seit Ende des 14. Jahrhunderts über 400 Jahre bestand. Sie führte zur Errichtung des Zwei-Nationen Staates Polen-Litauen im Jahre 1569, bekannt als Rzeczpospolita, eine Adelsrepublik unter der „Präsidentschaft“ eines Wahlkönigs an der Staatsspitze. Im Rahmen der Teilungen Polens Ende des 18. Jahrhunderts wurde 1791 noch ein kurzlebiger Einheitsstaat geschaffen.
Innere Ausgestaltung der Union [Bearbeiten]
Der Vertrag von Krewo 1385 definierte nicht das nähere staatsrechtliche Verhältnis zwischen Polen und Litauen. Dies führte zu Konflikten um die Verteilung der Macht, aber auch um den Besitz der östlichen und südöstlichen Gebiete Litauens. Das polnisch-litauische Verhältnis wurde schrittweise konkretisiert. 1401 wurde ein Großfürst als Statthalter des Königs eingesetzt. Er konnte relativ selbständig regieren, war jedoch dem König zu Treue verpflichtet. Diesem stand grundsätzlich das Recht auf die Ernennung des Großfürsten zu. 1413 wurde in der Horodło das Einsetzungsrecht des Königs bestätigt. Dies sollte jedoch in Übereinstimmung mit dem litauischen Adel erfolgen. Des Weiteren wurde vereinbart, dass jeder neue polnische König ausdrücklich von Litauen anerkannt werden sollte. Der polnische Adel nahm in der gleichen Unionsakte 47 litauische Adelsgeschlechter in seinen Verband auf. Damit war der Grundstein für das Zusammenwachsen des Adels beider Länder gelegt. Auch im inneren Aufbau glich sich Litauen Polen an, so wurde es zwischen 1504 und 1566 nach polnischem Muster in Woiwodschaften unterteilt.[1]
Die Rechtsakte [Bearbeiten]
Die politischen Rechtsakte waren:
- 1385 Union von Krewo
- 1401 Union von Vilnius und Radom
- 1413 Union von Horodło
- 1432 Union von Grodno
- 1499 Union von Krakau und Vilnius
- 1501 Union von Mielnik
- 1569 Union von Lublin
- 1791 Verfassung vom 3. Mai 1791
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ vgl. Andrea Schmidt-Rösler: Polen - Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Verlag Friedrich-Pustet, Regensburg, 1996, S. 34