Pontus de Tyard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pontus de Tyard

Pontus de Tyard, seigneur de Bissy-sur-Fley, oder Pontus de Thiard (* 1512 auf Schloss Thyard, Bissy-sur-Fley, Burgund; † 23. September 1605 im Schloss von Bragny-sur-Saône) war ein französischer Dichter und Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Tyard wurde als Adliger bei Mâcon geboren und studierte Philosophie und Theologie am Collège de Coqueret in Paris, wo er Mitglied der Gruppe La Pléiade wurde. Später trat er in den Kirchendienst, wurde schließlich Kanonikus an der Kathedrale von Mâcon und 1578 Bischof von Chalon-sur-Saône, ein Amt, das er bis 1589 innehatte, als er von der Katholischen Liga vertrieben wurde. Als Anhänger König Heinrichs III. zog er sich daraufhin aus dem öffentlichen Leben zurück.

Seine Werke, die ihm den Ruf eines der bedeutendsten Dichter der französischen Renaissance eintrugen, waren schon in seinen jüngeren Jahren entstanden. Unter dem Einfluss von Maurice Scève schrieb er die „Erreurs amoureuses“ (1549–55), die einer idealisierten Geliebten gewidmet waren und sich an Francesco Petrarca orientierten. Eine andere Gedichtsammlung, „Livre des vers lyriques“ (1555), zeigt den Einfluss von Pierre de Ronsard. Tyard übersetzte die „Dialoghi d'amore“ von Jehuda ben Isaak Abravanel ins Französische und veröffentlichte sie 1551. Später schrieb er zahlreiche theologische Werke. Seine vom Neuplatonismus geprägten „Discours philosophiques“ (1587) behandeln Dichtung, Musik und Astrologie.

Werke (Auszüge)[Bearbeiten]

  • Erreurs amoureuses
  • Livre des vers lyriques
  • Le Discours du temps, de l'an, et de ses parties
  • Les Douze Fables de fleuves ou fontaines

Literatur[Bearbeiten]

  • Heidi Marek: Vom leidenden Ixion zum getrösteten Narziß. Der antike Mythos im Werk von Pontus de Tyard. Frankfurt am Main 1999, ISBN 978-3-465-02780-5

Weblinks[Bearbeiten]