Mâcon

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Mâcon
Wappen von Mâcon
Mâcon (Frankreich)
Mâcon
Region Burgund
Département Saône-et-Loire (Präfektur)
Arrondissement Mâcon
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Agglomération du Mâconnais – Val de Saône.
Koordinaten 46° 18′ N, 4° 50′ O46.3066666666674.8319444444444185Koordinaten: 46° 18′ N, 4° 50′ O
Höhe 167–347 m
Fläche 27,04 km²
Einwohner 33.730 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.247 Einw./km²
Postleitzahl 71000
INSEE-Code
Website http://www.macon.fr/

Mâcon [maˈkõ] ist eine französische Stadt mit 33.730 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) an der Saône, ca. 60 km nördlich von Lyon. Sie ist Präfektur des Départements Saône-et-Loire in der Region Burgund.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. an einer Furt der Saône durch den keltischen Stamm der Äduer (Häduer) unter dem Namen Matisco gegründet. Die Römer errichteten hier ein befestigtes Castrum, wodurch die Stadt wuchs. Im 4. Jahrhundert erhielt sie eine Befestigung, im 6. Jahrhundert eroberten die Franken das Gebiet und Mâcon wurde 536 zum Bistum erhoben. 585 fand die Synode von Mâcon statt. Im Mittelalter kaufte Ludwig der Heilige die Grafschaft und Mâcon wurde Hauptsitz von Burgund. Im Hundertjährigen Krieg wurde Mâcon stark zerstört. Die Bewohner bauten die Stadt wieder auf, die nun zum Herrschaftsgebiet von Karl dem Kühnen gehörte. Nach dessen Tod bestätigte Ludwig XI. im Jahr 1477 dem Grafen von Mâcon die Stadtprivilegien.[1]

Mâcon zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Durch ihre Lage am Fluss Saône war die Stadt für französische Herrscher von strategischer Bedeutung. Karl IX. von Chalon, der Gerichtshof, die königliche Hofgesellschaft, Heinrich von Navarra (Herzog des Anjou) sowie Kardinäle aus Bourbon und Lothringen machten hier im 16. Jahrhundert Station. Mâcon beherbergte während der Religionskriege auch Schweizer und deutsche Söldner.

Im September 1602 wurde der Ort durch lang anhaltenden Dauerregen überflutet.

1790 wurde Mâcon Hauptstadt des neu geschaffenen Départements Saône-et-Loire.

1814 wurde die Stadt von der österreichischen Armee besetzt; Franzosen eroberten sie zunächst zurück, aber 1815 gelangte sie erneut unter österreichische Herrschaft.[1]

Ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Mâcon von der Saône aus gesehen

Im Zweiten Weltkrieg gehörte Mâcon bis 1942 zur Freien Zone zwischen Paris und Lyon. Danach besetzte die deutsche Wehrmacht Stadt und Umgebung; unter Jean de Lattre de Tassigny wurde Mâcon befreit, nachdem die Alliierten am 4. September 1944 in der Provence gelandet waren.

1974 erhielt Mâcon den vom Europarat gestifteten Preis von Europa.[1]

Siehe auch: Grafschaft Mâcon

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot drei (2;1) silberne Ringe.

Bauwerke, Bildung, Wirtschaft (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Alte Kathedrale St. Vincent (Erstbau aus dem 6. Jh.), 1799 abgerissen und an der Place St. Vincent in heutiger Form neu errichtet
  • Neue Kathedrale St. Vincent an der Place Lamartine
  • Kirche St. Pierre, um 1860 fertiggestellt
  • ein aus Holz 1490–1510 erbautes Wohnhaus, mit unzähligen geschnitzten Figuren geschmückt
  • ein ehemaliges Ursulinerinnen-Kloster aus der zweiten Hälfte des 17. Jh., seit 1968 Museum
  • Schifffahrtszentrum, Kulturzentrum, Bibliothek
  • fünf Hochschulen, vier Lyzeen
  • ein Lehrerbildungsinstitut
  • eine private Informatikerschule.

Wirtschaftlich von Bedeutung sind Industriebetriebe (Metallindustrie, Baufahrzeugfabrikation, Druckereien) und Einrichtungen für den Tourismus[1] sowie der Wein (vor allem Weißweine) aus dem großen Anbaugebiet Mâconnais.

Hauptartikel: Burgund (Weinbaugebiet)

Auf sportlichem Gebiet haben insbesondere die Frauenfußballerinnen des Racing Club Flacé-lès-Mâcon in den 1980er und frühen 1990er Jahren landesweit Erfolge gefeiert.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mâcon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mâcon – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Informationen zusammengestellt aus der französischen Wikipediaseite und einer Handreichung des Kreuzfahrtunternehmens CroisiEurope im Juni 2012.