Praphas Charusathien

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Praphas Charusathien[Anmerkung 1] (thailändisch: ประภาส จารุเสถียร, RTGS: Praphat Charusathian, Aussprache: [pràʔpʰâ:t t͡ɕa:rúsàtʰĭan]; * 25. November 1912 in Udon Thani; † 18. August 1997 in Bangkok) war ein thailändischer Feldmarschall und langjähriger Innenminister unter verschiedenen Militärregierungen.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Er begann seine militärische Ausbildung 1933 an der Königlichen Chulachomklao-Militärakademie in Bangkok, laos nach dem Ende der absoluten Monarchie in Siam. Praphas wurde Infanterieoffizier und wurde vom späteren Feldmarschall Sarit Thanarat gefördert. Er erreichte schnell höhere Ränge und diente seit 1957 unter dem Militärdiktator Sarit über dessen Tod (1963) hinaus bis ins Jahr 1973 als Innenminister. Nur während eines Gegencoups verlor er 1971–1972 kurzzeitig seine Stellung.

Zwischen 1963 und 1973 war Praphas zudem Oberkommandeur der Infanterie der thailändischen Armee. Während dieser Zeit war er der starke Mann, der während des Vietnamkriegs im Hintergrund der Regierung Thanom Kittikachorn die Fäden zog und für dunkle Finanz-Transaktionen und politische Intrigen bekannt war.

Praphas wurde 1973 durch General Krit Sivara ersetzt, was einen Bedeutungsverlust signalisierte. Immerhin war er weiterhin stellvertretender Premierminister und als solcher auch zuständig für die Arbeit an der neuen Verfassung des Landes, die aber nur sehr langsam vorankam. Deshalb kam es immer öfter zu Protesten, die sich im Oktober 1973 zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Studenten und Sicherheitskräften auswuchsen. Die vielen Toten unter den Zivilisten riefen den König Bhumibol Adulyadej auf den Plan, woraufhin Praphas und Thanom ins Exil gingen.

Praphas kehrte nach dem erneuten Staatsstreich vom Oktober 1976 im Januar 1977 nach Thailand zurück, doch konnte er keinen politischen Einfluss mehr ausüben.

Praphas Charusathien starb am 18. August 1997 in Bangkok.

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Der Vorname wird auch Prapas, Praphat, Prapass, der Nachname Charusathian oder Charusathiara geschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Leifer: Dictionary of the modern politics of South-East Asia. London: Routledge 1996. Artikel: Praphas Charusathien. ISBN 0-415-13821-3.