Prevalje

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prevalje
Prävali
Wappen von Prevalje Karte von Slowenien, Position von Prevalje hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Unterkärnten (Koroška)
Statistische Region: Koroška (Region Slowenisch-Kärnten)
Koordinaten: 46° 33′ N, 14° 55′ O46.54583333333314.916666666667411Koordinaten: 46° 32′ 45″ N, 14° 55′ 0″ O
Höhe: 411 m. i. J.
Fläche: 58,1 km²
Einwohner: 6.781 (2008)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+386) 02
Postleitzahl: 2391
Kfz-Kennzeichen: SG
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Matic Tasič
Webpräsenz:
Das untere Mießtal mit dem damaligen Prävali und Gutenstein und die Mündung der Mieß in die Drau bei Unterdrauburg in der Landesaufnahme 1877/78

Prevalje (deutsch: Prävali) ist ein bedeutender zentraler Ort im Mießtal in der slowenischen Region Koroška. Am 1. Januar 1999 wurde Prevalje zur eigenständigen Gemeinde.

Andere große Gemeinden der Region sind Ravne na Koroškem (Gutenstein - Hauptort des Mießtales), Črna na Koroškem (Schwarzenbach) und Mežica (Mießdorf).

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Belšak (Weißenstein bei Prävali)
  • Breznica (Wriesenza)
  • Holmec (Holmberg)
  • Dolga Brda (Langensteg)
  • Jamnica (Jamnitzen)
  • Kot pri Prevaljah (Lieschathal)
  • Leše (Liescha)
  • Lokovica (Lokowitzen i.Kärnten)
  • Poljana (Pollein i.Kärnten)
  • Prevalje (Prävali)
  • Suhi Vrh (Dürngupf)
  • Šentanel (St.Daniel b.Gutenstein)
  • Zagrad (Sagradi)

Lage[Bearbeiten]

Prevalje liegt an einer Talweitung, wo die Meža aus einer Talenge in eine geräumige, mit fluvioglazialen Sedimenten gefüllte Landschaft fließt. Im N begrenzen den Siedlungskern die westlichen Ausläufer der Strojna, Stražišče und Dolga Brda, im S Navrški vrh (605 m) und Riflov vrh (726 m).

Der historische Siedlungskern befindet sich am linken Ufer der Meža, am Nordrand des Talbodens, im Ortsteil Na Fari (Pfarrdorf) mit der Pfarrkirche Marija na jezeru (Maria am See). Der zweite historische Mittelpunkt der Ortschaft liegt an der Mündung des Leški potok (Liescha-Bach) in die Meža. Hier standen Anfang des 18. Jh. die ersten industriellen Betriebe, die den Grundstein für die rasche wirtschaftliche und räumliche Entwicklung des Ortes legten. Den heutigen Mittelpunkt des ausgedehnten Ortes bildet der Bereich um die Hauptstraße Dravograd - Mežica - Črna na Koroškem.

Geschichte[Bearbeiten]

Prevalje auf einer Grafik um 1844

Das Gebiet des heutigen Prevalje war schon in früher Zeit besiedelt. Davon zeugen interessante Funde, z.B. eine Bronzeaxt, und Reste einer hallstattzeitlichen Siedlung. Im Jahr 1860 wurden im Flussbett unterhalb der heutigen Zellstoff- und Kartonfabrik Paloma in Zagrad um die 50 römische Marmorplatten gefunden. Die Steine gehörten zu einer größeren antiken Grabstätte an der Römerstraße Celeia - Virunum. Wenige Meter entfernt, beim Gasthaus Brančurnik, ist ein römischer Sarkophag - „Brančurnikova klop“ - zu sehen

Die älteste schriftliche Quelle über die Pfarrkirche Marija na jezeru stammt aus 1335, die Kirche ist jedoch einiges älter. Von der ersten romanischen Kirche sind östlicher Glockenturm, Schiff und Presbyterium erhalten. Markant ist der plumpe Glockenturm mit barocker Kappe. Das Innere ist vollständig bemalt, der reiche Hauptaltar mit einer Darstellung der Himmelfahrt Marias stammt aus der Renaissance.

In Zagrad, erhöht über der Meža, steht markant die spätgotische, teils barockisierte Kirche sv. Barbara, mit Fresken aus dem 15. Jh. und von einer Mauer umgeben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war auch ein wichtiger Einkommenszweig der Bergbau. So wurde ein Zinkbergwerk der österreichischen Industriellenfamilie Rosthorn um im niederösterreichischen Oed Messingteile herstellen zu können.

Im Zuge der Expansion des Dritten Reiches im Zweiten Weltkrieg kame Prävalje vom April 1941 bis Kriegsende unter deutsche Zivilverwaltung. Der Anschluss erfolgte an den Gau Kärnten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand ein Massaker in Liescha statt[1]; im Sommer 2010 wurde ein Massengrab aus dieser Zeit mit Überresten von ca. 700 Menschen gefunden. Die Opfer stammten überwiegend aus Slowenien, teilweise aus Kärnten.[2][3].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Prevalje bildete einst ein wichtiges Zentrum der Eisenverarbeitung. Die Entwicklung von Prevalje war somit stets eng mit der Eisenindustrie verbunden. Auch heute noch bildet die verarbeitende Industrie eine wichtige Grundlage für die Wirtschaft von Prevalje, gefolgt von Handel, Metallverarbeitung, Verkehr und Bauindustrie. In den letzten Jahren erlebten auch Dienstleistungen und Tourismus einen Aufschwung.

Die größten Firmen in der Gemeinde nach Zahl der Beschäftigten (2003) sind: Lesna (Möbelfabrik), Koratur (Busbetriebe), Prevent (Textilindustrie), Lek (Pharma), Jamnica (Handel), Paloma (Papierindustrie) und Instalater (Engineering, Dienstleistungen). An zentralörtlichen Funktionen bietet Prevalje u. a. mehrere Grundschulen, Vorschule, Kindergärten, eine Krankenstation, mehrere Nahversorger, Bank und Post.

1863 wurde Prevalje durch die Südbahnnebenlinie, der Drautalbahn, die von Marburg nach Unterdrauburg, Prävali, Bleiburg, Klagenfurt, Villach,Lienz und schließlich nach Franzensfeste führt, erschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prevalje – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLiescha wird Stätte des Verzeihens. Abgerufen am 8.9.10.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMassengrab nahe der Kärntner Grenze entdeckt. Abgerufen am 8.9.10.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format"Die Mörder machten sich einen Jux". Abgerufen am 8.9.10.