Protze

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Protze (Begriffsklärung) aufgeführt.
Feldgeschütz auf Lafette (rechts) mit Protze und Kutschbock (links)
Protze mit Feldhaubitze 10,5 cm (Wehrmacht)

Die Protze (von ital. birazzo = Zweiradkarren aus spätlat. birotium bzw. birotus = zweirädrig) ist ein einachsiger Karren, der zum Transport eines Geschützes mit der Lafette verbunden wird. Die Pferde werden vor der Protze eingespannt. Durch die Einführung der Protze wird aus dem instabilen einachsigen Geschütz eine stabile Transporteinheit, die die Zugpferde nicht mehr mit ihrem Gewicht belastet und nur noch Zugkraft verlangt. Gleichzeitig konnte auf der Protze ein begrenzter Munitionsvorrat mitgeführt werden oder später bei der Fahrenden Artillerie ein Teil der Geschützbedienung aufsitzen. Protzen wurden danach auch als Vorderteile für andere militärische Fahrzeuge verwandt.

Des Weiteren wurden auch Feuerlöschgeräte, insbesondere Feuerspritzen auf solche Karren montiert. Sie hießen dann Abprotzspritzen.[1]

Um ein Geschütz gefechtsbereit zu machen, muss es abgeprotzt werden, bevor es in Feuerstellung gebracht wird, d. h. die Protze wird entfernt und in der abseits gelegenen Protzenstellung abgestellt. Um die Marschbereitschaft herzustellen, muss es aufgeprotzt werden.

Ab dem Ersten Weltkrieg kamen auch erste motorisierte Protzen zum Einsatz. In den 1930er Jahren wurden von Reichswehr und Wehrmacht die „Krupp-Protzen" beschafft und im Zweiten Weltkrieg neben den üblichen bespannten Protzen zum Transport von leichter Pak und Flak verwendet. Auch Kettenkräder und Motorradgespanne wie Zündapp KS 750 waren hierfür mit Einheitsprotzhaken ausgestattet.

Protzen werden heute nur noch für größere Geschütze ab Kaliber 130 mm verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Oberkommando der Wehrmacht: Vorschrift D 162 – Anleitung für die Instandsetzung an der Protze (Jtf 14) und deren Abarten – 1939

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Protzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Protze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historisches Feuerwehr-Lexikon. Freiwillige Feuerwehr München Abteilung Sendling, abgerufen am 5. Januar 2014.