Feuerspritze

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Feuerspritze von 1740 im Museum der Stieglbrauerei zu Salzburg

Eine Feuerspritze oder Handdruckspritze ist eine mit Muskelkraft betriebene Feuerlöschpumpe, die zur Brandbekämpfung verwendet wird und nicht, wie landläufig oft angenommen wird, ein Strahlrohr zur Wasserabgabe.

Geschichte[Bearbeiten]

Feuerlöschspritze aus dem Jahr 1540

Die erste Feuerspritze wurde von Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr. konstruiert.

Im antiken Rom gab es schon eine organisierte Feuerwehr, zu deren Ausrüstung neben Eimern, Äxten und anderem auch eine Feuerspritze gehörte, die nach dem Prinzip der Druckpumpe funktionierte. Wie viele Erfindungen der Antike musste auch die Feuerspritze neu erfunden werden. Dies gelang 1655 einem Nürnberger Zirkelschmied, bei dessen Konstruktion etwa 16–20 Mann mit einer Hebelstange das Wasser durch ein langes Holzrohr pumpten.

Lederne Feuereimer im Feuerwehrmuseum Salem

In früheren Zeiten bestand in allen Orten eine nachbarliche Löschhilfe. Diese umfasste im Fall eines Brandes den Einsatz aller Einwohner der betroffenen Gemeinde und der Nachbargemeinden. Brach in irgendeiner Gemeinde ein Feuer aus, so riefen ein paar schnelle Reiter Hilfe aus den Nachbardörfern herbei. Die einzige Einrichtung, mit der man das Wasser in die Glut schleuderte, war von alten Zeiten her der lederne Feuereimer.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Handdruckspritzen gebaut, sie waren sehr primitiv und nicht immer einsatzfähig. An ihrer Funktionstüchtigkeit hing alles, daher waren sie regelmäßig zu prüfen, entweder durch dazu eingeteiltes Personal oder im Rahmen von Übungen. Die Spritzen konnten tragbar oder mit Achsen ausgestattet sein. Eine Sonderform stellte die Abprotzspritze dar, bei der die tragbare Handdruckspritze auf einer Protze zum Einsatzort transportiert und dort abgeprotzt (abgesetzt) wurde.

Zeichnung der Patentschrift der Feuerlöschpumpe Ferdinand Leitenbergers von vor 1855

Leider waren diese Spritzen, im Volksmund häufig „Feuerspritzen“ genannt, für Dörfer Luxus, wenngleich beispielsweise die Regierung im Königreich Hannover unter dem 15. Oktober 1781 einleitend zu Papier brachte: „Bekanntermaßen hat Königliche Cammer seithero ganz beträchtliche Kosten zu Anschaffung brauchbarer in Noht-Fällen wirksamer Feuer-Sprützen bey allen Aemtern angewandt …“[1]

Hydrophor aus dem Jahr 1894, später ergänzt mit einer tragbaren Motorpumpe im Traktormuseum Traktorium in Drasenhofen

Feuerspritzen gehörten im 19. Jahrhundert häufig zur Ausstattung der Feuerwehren. Die Norm sah zu dieser Zeit 1888 folgende Eigenschaften vor:

  • 100 mm weite Zylinder
  • bei 30 bis 35 Doppelhüben in der Minute eine Förderung von 170 bis 190 Liter Wasser
  • 8 m Saughöhe
  • 28 bis 29 m Strahlweite
  • 23 m Strahlhöhe
  • Verschraubung der Druckschläuche mit Normalgewinde
  • Das Spritzwerk muss einem Wasserdruck von 12 kg auf den Quadratzentimeter drei Minuten widerstehen.

Mit der technischen Weiterentwicklung der Feuerlöschgeräte verloren die Feuerspritzen zunehmend ihre Aufgabe in der aktiven Brandbekämpfung. Heute sind jedoch noch viele Exemplare in Museen zu finden. Auch einige Feuerwehren pflegen noch ihre teils funktionstüchtigen Geräte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006 ISBN 3-00-019837-7

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feuerspritzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Blazek: Handdruckspritzen als Luxus auf dem Lande – 1864 erfolgte für Celle die Anschaffung einer Spritze „von neuer Invention mit ledernen Röhren“, Sachsenspiegel 21, Cellesche Zeitung vom 28. Mai 2011.