Quaero

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Quaero (lateinisch ich suche) war ein französisches Projekt mit deutscher Beteiligung zur Finanzierung der Erforschung von Suchmaschinen. Das 2005 initiierte und zuletzt 2008 mit EU-Fördergeldern neu aufgesetzte Projekt wurde im Dezember 2013 endgültig für beendet erklärt.[1]

Seit Oktober 2004 war die zum Quaero-Projekt gehörige Internet-Suchmaschine Exalead mit Sitz in Paris (Frankreich) online. Ansonsten befand sich das Projekt im Stadium wechselnder politischer Verlautbarungen. Eine Suchmaschine unter dem Namen Quaero existierte seit Ende 2006 nicht mehr. Ein bereits bestehendes öffentliches Angebot einer experimentellen Suchmaschine unter diesem Namen im Internet wurde etwa Ende 2006 wieder auf einen engeren Kreis von Zugriffsberechtigten beschränkt. Der Name Quaero selbst wurde von den Projektbeteiligten offensichtlich nicht geschützt; gleichnamige Domains im Internet werden offensichtlich von unbeteiligten Dritten genutzt.

Das geplante Vorhaben Quaero wurde im April 2005 von Jacques Chirac und Gerhard Schröder bekanntgegeben und Anfang 2006 eingeleitet. Am 26. April 2006 kündigte Jacques Chirac dazu ein auf fünf Jahre angelegtes Entwicklungsbudget von 250 Millionen Euro seitens der Agence de l'innovation industrielle und der Industrie an. Ursprünglich sollte sich die Gesamtfördersumme auf gut 400 Millionen Euro belaufen, wovon 240 Millionen Euro von der deutschen Bundesregierung stammen sollten.[2]

Beim ersten deutschen „IT-Gipfel“ in Potsdam am 18. Dezember 2006 sagte Staatssekretär Hartmut Schauerte, die Bundesregierung werde sich aus dem Quaero-Konsortium zurückziehen und sich stattdessen auf das rein deutsche Forschungsprogramm unter dem Namen „Theseus“ konzentrieren.[3] Der französische Staat fördert das Entwicklungsprojekt jedoch weiterhin.[4]

Motivation und Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund des Quaero-Konzeptes war vor allem die Ankündigung des Suchmaschinenbetreibers Google, einige Millionen Bücher vor allem amerikanischer Bibliotheken zu digitalisieren und im World Wide Web zur Verfügung zu stellen (siehe Google Book Search). Da dieses Angebot eine Volltextsuche mit einschließt, befürchteten einige Vertreter französischer Bibliotheken, dass diese Aktion zu einer nicht wieder aufzuholenden Vormachtstellung der englischen Sprache im Web führen könnte und signifikante Informationen ins so genannte Deep Web verschwinden könnten.

Als Antwort sollte das vom französischen Präsidenten Jacques Chirac initiierte Projekt Quaero eine Suchmaschinentechnik aufbauen, die ihre Wurzeln in Europa statt in den USA hat und die sich insbesondere auf zu digitalisierende Bestände europäischer Bibliotheken stützen sollte. Geplant war auch eine automatische Übersetzung von Texten in die Sprache des Abfragenden, sowie Bild-, Audio- und Videosuchen vor. Zudem sollte Quaero am PC, auf dem Handy oder am TV genutzt werden können.

Neben Google nahm Quaero damit also etwa auch die Suchmaschinenbetreiber Yahoo! und Microsoft ins Visier. Dabei blieb aber bis zuletzt unklar, mit welcher Technik Quaero ausgestattet werden sollte und wie die Dominanz der amerikanischen Suchmaschinen-Anbieter gebrochen werden sollte.

Die anfänglich beteiligte deutsche Bundesregierung sah das Projektziel jedoch nicht darin, eine Konkurrenz zu den amerikanischen Anbietern aufzubauen, zog sich daher im Dezember 2006 aus dem Quaero-Projekt zurück und setzt die Entwicklung parallel unter dem eigenen Namen Theseus fort. Im Juli 2007 gab es viele Pressemeldungen zum Start des deutschen Programmteils in den Medien.

Beteiligte Organisationen[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Entwickelt wurde Quaero von Thomson (Projektleitung), der France Telecom und dem französischen Suchmaschinenbetreiber Exalead. Es beteiligten sich unter anderem auch die Internetdienstanbieter (Institut national de l'audiovisuel (INA)), Jouve, die Deutsche Thomson-Brandt GmbH und die Grass Valley Germany GmbH.

Forschungsinstitute[Bearbeiten]

Weitere Partner waren folgende französische und deutsche Forschungsinstitute:

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Dettmer, Marcel Rosenbach: Vergoogelt. In: Der Spiegel. 5/2006, S. 94.
  • Jo Bager: Europäische Gegenströmung. In: c't 10/2006, S. 172ff.
  • Philip E. Ross: What's the Latin for 'Delusional'?. In: IEEE Spectrum 1/2007, S. 45ff. (Quaero wurde zum Worst Tech Project 2007 im Bereich Internet gewählt)

Weblinks[Bearbeiten]

Projektbeteiligte[Bearbeiten]

Medien zu Quaero[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 31 décembre 2013 : le programme Quaero s’achève. Quaero.org, 18. Januar 2014, abgerufen am 10. Juli 2014 (französisch).
  2. Heise: Quaero gibt weiter Anlass zu Fragen (23. November 2006)
  3. Deutschland ist raus bei Quaero (21. Dezember 2006)
  4. Heise: EU-Kommission genehmigt Millionen-Beihilfe für Quaero