Quasi-zweijährige Schwingung

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Zeit-Höhen-Plot des monatlich und zonal gemittelten Zonalwindes u zwischen 1981 und 1991. Westwinde sind rot, Ostwinde blau dargestellt und die Nulllinie ist schwarz eingezeichnet. Der Höhenbereich entspricht etwa 20 bis 35 km. Datenquelle: FU Berlin

Die quasi-zweijährige Schwingung (kurz: QBO vom englischen „quasi-biennial oscillation"), auch quasi-biennale Oszillation, ist eine quasi-periodische atmosphärische Welle des zonalen Windes in der äquatorialen Stratosphäre der Erde.

Auftreten[Bearbeiten]

Sie zeigt sich in einer Höhe von rund 16 bis 40 Kilometern mit einem Maximum bei circa 20 bis 25 Kilometern Höhe und ist durch eine Ost-West-Windumkehr geprägt. Die Periode schwankt dabei seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 1953 zwischen 22 und 34 Monaten, wobei die mittlere Periode 27 Monate beträgt.[1] Ihre Ostwindphase hält in den oberen Schichten länger und in den unteren Schichten kürzer an als ihre Westwindphase. Die Ostwinde sind hierbei stärker als die Westwinde ausgeprägt, wobei diese eine Stärke von -30 m/s (Ostwind) bis +15 m/s (Westwind) aufweisen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Aufstiegen von Pilot- und Registrierballons beobachtete der deutsche Meteorologe Arthur Berson 1908 während seiner aerologischen Ostafrikaexpedition in der unteren Stratosphäre westliche Winde.[2] Das stand im Widerspruch zur Annahme, dass am Äquator in dieser Höhe stabile Ostwinde vorherrschen, wie sie nach dem Ausbruch des Krakatau 1883 anhand der Zugrichtung seiner Rauch- und Staubwolke beobachtet worden waren. Dieses Rätsel blieb zunächst ungelöst, bis im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres Ende der 1950er Jahre Radiosondenstationen in Äquatornähe eingerichtet wurden. Erste Datenanalysen wiesen auf die Existenz eines oszillierenden zonalen Windes hin. Die Theorie der QBO wurde ab 1968 von Richard Lindzen und James Reed Holton (1938–2004) aufgestellt.[1]

Bedeutung[Bearbeiten]

Die QBO spielt eine wichtige Rolle in Bezug auf die Auswirkungen der Variabilität der Sonnenaktivität auf die Erdatmosphäre und somit auch für das globale Klima.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Quasi-Biennial-Oszillation (QBO) Datenreihe, Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin, abgerufen am 28. Mai 2013
  2. Arthur Berson: Bericht über die aerologische Expedition des Königlichen Aeronautischen Observatoriums nach Ostafrika im Jahre 1908. Vieweg, Braunschweig 1910