Quecksilber(I)-bromid

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Strukturformel
Struktur von Quecksilber(I)-bromid
Allgemeines
Name Quecksilber(I)-bromid
Andere Namen

Diquecksilberdibromid

Summenformel Hg2Br2
CAS-Nummer 15385-58-7
10031-18-2
PubChem 24829
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloses, lichtempfindliches Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 560,99 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,3 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

390 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser (0,4 mg·l−1 bei 25 °C)°C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​410
P: 260​‐​264​‐​273​‐​280​‐​284​‐​301+310Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​33​‐​50/53
S: (1/2)​‐​13​‐​28​‐​36​‐​45​‐​60Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​61
MAK

0,1 mg·m−3[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Quecksilber(I)-bromid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Bromide. Sie liegt in Form eines weißen, geruchlosen Pulvers vor. Bei Einwirkung von Licht färbt es sich mit der Zeit dunkel und bei Erhitzung gelb. Es fluoresziert orange unter UV-Licht.

Vorkommen[Bearbeiten]

Quecksilber(I)-bromid kommt als Bestandteil des sehr seltenen Minerals Kuzminit Hg2(Br,Cl)2 vor.[5]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Quecksilber(I)-bromid kann durch Reaktion von elementarem Quecksilber mit Brom oder durch Zugabe von Natriumbromid oder Kaliumbromid[6] zu einer Lösung von Quecksilber(I)-nitrat gewonnen werden.

\mathrm{Hg_2(NO_3)_2 + 2 \ KBr \longrightarrow Hg_2Br_2 + 2 \ KNO_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Quecksilber(I)-bromid besitzt eine lineare Br-Hg-Hg-Br Struktur mit einem Abstand von 249 pm zwischen den beiden Quecksilberatomen und 271 pm zwischen Quecksilber und Brom.[7]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Bei Quecksilber(I)-bromid besteht die Gefahr der Sensibilisierung der Haut. Zusätzlich ist es als Krebserzeugend in der Kategorie 3B eingestuft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu CAS-Nr. 15385-58-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 4. Oktober 2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Anorganische Quecksilberverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Anorganische Quecksilberverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich).
  3. Datenblatt Mercury(I) bromide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Mineralienatlas:Kuzminit
  6.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band II, Seite 1052. 1978, ISBN 3-432-87813-3.
  7. A.F. Wells: Structural Inorganic Chemistry. 5. Auflage, Oxford Science Publications, 1984, ISBN 0-19-855370-6.