Quecksilber(II)-fluorid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Quecksilber(II)-fluorid
__ Hg2+     __ F
Allgemeines
Name Quecksilber(II)-fluorid
Andere Namen

Quecksilberdifluorid

Verhältnisformel F2Hg
CAS-Nummer 7783-39-3
PubChem 161006
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 238,61 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

8,95 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

645 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

Hydrolyse in Wasser[2]

  • löslich in Flusssäure und verdünnter Salpetersäure[3]
  • etwas löslich in Ethanol[4]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​400​‐​410Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 260​‐​301+310​‐​304+340​‐​320​‐​330​‐​361Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​405​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][1]
Umweltgefährlich Giftig
Umwelt-
gefährlich
Giftig
(N) (T)
R- und S-Sätze R: 26/27/28​‐​33​‐​50/53
S: 13​‐​28​‐​45​‐​60​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Quecksilber(II)-fluorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Quecksilbers aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-fluorid kann durch Reaktion von Quecksilber(II)-chlorid mit Fluor gewonnen werden.[2]

\mathrm{HgCl_2 + F_2 \longrightarrow HgF_2 + Cl_2}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Quecksilber(II)-oxid mit Fluorwasserstoff[2]

\mathrm{HgO + 2 \ HF \longrightarrow HgF_2 + H_2O}

oder durch Fluorierung von Quecksilber(I)-fluorid.[2]

\mathrm{Hg_2F_2 + 2 \ NOF\cdot 3HF \longrightarrow 2 \ HgF_2 + 2 \ NO + 6 \ HF}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-fluorid ist ein weißer, lichtempfindlicher[3] und sehr feuchtigkeitsempfindlicher Feststoff, der von Wasser sofort unter Gelbfärbung hydrolysiert wird. Er besitzt eine kubische Kristallstruktur vom Flussspat-Typ[2] (Raumgruppe Fm3m)[3].

Verwendung[Bearbeiten]

Quecksilber(II)-fluorid kann als selektives Fluorierungsmittel verwendet werden.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Datenblatt Mercury(II) fluoride, 95% bei AlfaAesar, abgerufen am 28. September 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d e  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 252.
  3. a b c  Roger Blachnik (Hrsg.): Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Band III: Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale. begründet von Jean d’Ans, Ellen Lax. 4., neubearbeitete und revidierte Auflage. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-60035-3, S. 484 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4.  Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. Taylor & Francis, 2011, ISBN 1-4398-1462-7, S. 273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. Mohammed H. Habibi, Thomas E. Mallouk: Photochemical selective fluorination of organic molecules using mercury (II) fluoride. In: Journal of Fluorine Chemistry. 51, 1991, S. 291–294, doi:10.1016/S0022-1139(00)80299-7.