Quecksilber-Mangan-Stern

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Nahe verwandt mit den Ap-Sternen sind die Quecksilber-Mangan-Sterne oder auch HgMn-Sterne. Beide Sternenklassen gehören zu den Chemisch-Pekuliären Sternen, den CP-Sternen. Die HgMn-Sterne zeigen starke Überhäufigkeiten von P, Mn, Ga, Br, Sr, Y, Zr, Rh, Pd, Xe, Pr, Yb,W, Re, Os, Pt, Au und Hg sowie ausgeprägte Unterhäufigkeiten von He, Al, Zn, Ni und Co. Der Spektraltyp der HgMn-Sterne ist ein spätes B[1]. Einige Elemente zeigen stark abweichende Isotopenverhältnisse, die aber sehr individuell für jeden Stern sind. Die Quecksilber-Mangan-Sterne rotieren sehr langsam für ihre frühe Spektralklasse mit einer durchschnittlichen für die Inklination korrigierten Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Sekunde. Dabei fällt die Häufigkeit der HgMn-Sterne mit ansteigender Rotationsgeschwindigkeit stark ab. Mehr als zwei Drittel aller Sterne dieser Sternklasse gehören zu den spektroskopischen Doppelsternen mit Bahnperioden zwischen drei und zwanzig Tagen. Auch bei den Quecksilber-Mangan-Sternen sind die Elemente nicht gleichmäßig verteilt, wobei das Quecksilber wahrscheinlich am Äquator konzentriert vorliegt. Andere Elemente wie das Ti, Cr, Fe, Mn, Sr, Y, und Pt liegen dagegen eher wie bei den Ap-Sternen als Flecken irgendwo auf der Hemisphäre der Sterne vor. Dies wird meist mit einem Magnetfeld auf der Oberfläche der Sterne in Verbindung gebracht. Die Quecksilber-Mangan-Sterne dagegen haben ausgesprochen schwache Magnetfelder mit Flussdichten von höchstens einigen zehn Gauß (=einigen Millitesla), während die magnetische Flussdichte bei den Ap-Sternen einige tausend Gauß erreicht[2].

Vertreter[Bearbeiten]

Folgende Tabelle zeigt die hellsten Vertreter dieser Sternenklasse:

Name[3] Bayer oder Flamsteed-Bezeichnung Spektraltyp[3] scheinbare Helligkeit[3]
Alpheratz α Andromedae B8IVmnp 2,06m
Gienah Corvi γ Corvi B8III 2,59m
Maia 20 Tauri B8III 3,87m
χ Lupi B9IV 3,96m
Muliphein[4] γ Canis Majoris B8II 4,10m
φ Herculis B9mnp 4,23m
π1 Bootis B9p 4,91m
ι Coronae Borealis A0p 4,98m
κ Cancri A B8IIImnp 5,24m
Giedi, Dabih Minor[5] β Capricorni B B9.5III/IV 6,10m

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  O. Kochukhov et al.: Are there tangled magnetic fields on HgMn stars?. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2013, arXiv:1304.6717v1.
  2.  S. Hubrig, J. F. Gonzalez, I. Ilyin, H. Korhonen, M. Schoeller, I. Savanov, R. Arlt, F. Castelli, G. Lo Curto, M. Briquet, T. H. Dall: Magnetic fields of HgMn stars. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:1208.2910.
  3. a b c Names, spectral types and apparent magnitudes taken from SIMBAD, except as noted.
  4. Muliphein, Stars, Jim Kaler. Accessed on line August 14, 2008.
  5. Dabih, Stars, Jim Kaler. Accessed on line August 14, 2008.