Qus (Stadt)

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Qus (Stadt) in Hieroglyphen
W11 S29 Aa17 G1 O49
[1]
Gesa
Gs3
Gesa, Qus

Qus (auch Gesa; arabisch ‏قوص‎, DMG Qūṣ) ist eine Stadt in Ägypten. In griechisch-römischer Zeit wurde die Stadt Apollonopolis Parva, Apollinopolis Parva oder Apollonos minoris[2] , kurz auch nur Apollinopolis genannt.

Geografie und Bedeutung[Bearbeiten]

25.91666666666732.766666666667Koordinaten: 25° 55′ N, 32° 46′ O

Karte: Ägypten
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Qus
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Ägypten

Der Ort liegt zehn Kilometer südlich von Koptos auf der Ostseite des Nils im Bezirk Qina (Gouvernement) und hat ca. 300 000 Einwohner. Die Stadt war im Mittelalter nach Kairo die bedeutendste Stadt Ägyptens. Es war der Ausgangspunkt für Karawanen nach Al-Qusair am Roten Meer.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort existierte schon seit dem Alten Reich. Hier wurde der Gott Nebschemau verehrt, der später mit Haroeris gleichgesetzt wurde. Die Griechen setzten diesen wiederum mit Apollon gleich, wodurch die Stadt ihren griechischen Namen erhielt.

Mihrab in der Moschee von Qus

Archäologische Reste aus dieser Zeit gibt es wenig, erst aus ptolemäischer Zeit finden sich Reste eines Tempels der dem Haroeris und der Göttin Heket geweiht war. Aus römischer Zeit stammen einige in Moscheen verbaute Säulen. Unter Diokletian wurde die Stadt für eine gewisse Zeit in Diokletianopolis umbenannt. Es gibt einige wenige Überreste christlicher Bauten.

641 fielen die Araber in Ägypten ein und eroberten auch Qus. Kurz darauf soll hier die große Moschee erbaut worden sein, die noch heute das Stadtbild dominiert. In fatimidischer Zeit wurde die große Moschee mehrmals erweitert.

Vor allem im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert erlebte die Stadt ihre größte Blütezeit. Hier waren die Armeen stationiert, die vor allem den Süden Ägyptens bewachten. Durch die Verbindung zum Roten Meer war die Stadt ein Ort, an dem viele Pilger nach Mekka vorbeikamen. Die Stadt hatte auch eine berühmte Hochschule (Madrasa)

Ab dem späten vierzehnten Jahrhundert verlor die Stadt an Bedeutung. Girga wurde nun zu der wichtigsten Stadt in Oberägypten. Handelsrouten verlagerten sich. Viele Pilgerreisen gingen nun über Kairo.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rainer Hannig: Großes Handwörterbuch Ägyptisch-Deutsch : (2800 - 950 v. Chr.). von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-1771-9, S. 1200.
  2. Itinerarium Antonini.

Literatur[Bearbeiten]

  • Demetra Makris: Qus. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 657–58.
  • Jean-Claude Garcin: Qus, un centre musulman de la Haute-Egypte Medievale, Cairo 2005 ISBN 2-7247-0400-2