Rückert-Lieder

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Die Rückert-Lieder sind fünf Lieder für Singstimme und Klavier oder Orchester von Gustav Mahler auf Texte von Friedrich Rückert. Im Gegensatz zu den Kindertotenliedern auf Texte des gleichen Autors handelt es sich dabei nicht um einen Liederzyklus, sondern um jeweils selbstständige Einzelwerke.

Die Sammlung umfasst:

  1. Blicke mir nicht in die Lieder! (14. Juni 1901)
  2. Ich atmet’ einen linden Duft (Juli 1901)
  3. Ich bin der Welt abhanden gekommen (16. August 1901)
  4. Um Mitternacht (Sommer 1901)
  5. Liebst du um Schönheit (August 1902)

Zusammen mit den Liedern Revelge und Der Tamboursg’sell (auf Texte aus Des Knaben Wunderhorn), die später in Mahlers Sammlung Des Knaben Wunderhorn aufgenommen wurden, wurden sie erstmals 1905 unter dem Titel Sieben Lieder aus letzter Zeit veröffentlicht.

Die Uraufführung der vier 1901 entstandenen Lieder in der Orchesterfassung fand am 29. Januar 1905 in Wien unter der Leitung des Komponisten statt. Im selben Konzert wurden auch die Kindertotenlieder sowie sechs Lieder aus Des Knaben Wunderhorn uraufgeführt. Das fünfte Lied, Liebst du um Schönheit, wurde nicht von Mahler selbst, sondern von Max Puttmann, einem Angestellten des herausgebenden Verlages, instrumentiert.

Instrumentation[Bearbeiten]

Die Größe und Zusammensetzung des Orchesters variiert von Lied zu Lied, aber die Aufführung des gesamten Liederzyklus erfordert jedenfalls folgende Instrumente: 2 Flöten, 2 Oboen (eine auch Oboe d’amore), Englischhorn, 2 Klarinetten (in B und A), 2 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, Celesta, Harfe, Klavier und Streicher

Der österreichische Komponist und Dirigent Gerhard Präsent hat zwei Bearbeitungen für Kammerensemble verfasst:

  • Drei Rückert-Lieder für hohe Stimme, Violine, Viola und Klavier op. 36b (Liebst du um Schönheit, Blicke mir nicht..., Ich bin der Welt...) (1998), und
  • Fünf Rückert-Lieder für mittlere Stimme, Violine, Viola, Violoncello und Klavier op. 44 (2002-03),[1] letztere Version 2005 aufgenommen durch das ALEA Ensemble mit dem Bariton Alexander Puhrer.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingo Müller: Dichtung und Musik im Spannungsfeld zwischen Vermittlung und Unmittelbarkeit. Gustav Mahlers „Fünf Lieder nach Texten von Friedrich Rückert“. In: Gustav Mahler: Lieder (= Musik-Konzepte Neue Folge, hrsg. von Ulrich Tadday, H. 136), München 2007, S. 51-76.
  • Reinhard Gerlach: Strophen von Leben, Traum und Tod. Ein Essay über Rückert-Lieder von Gustav Mahler. Taschenbücher zur Musikwissenschaft, Bd. 83, Wilhelmshaven 1982.

Radio-Feature[Bearbeiten]

  • „Ich bin der Welt abhanden gekommen.“ Vom Verschwinden, plötzlichen Wiederauftauchen und erneuten Verlorengehen eines Liedes von Gustav Mahler. Radio-Feature, Deutschland, Österreich, 2006, 53:50 Min., Buch und Regie: Michael Lissek und Elisabeth Stratka, Produktion: Österreichischer Rundfunk (ORF), Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Erstausstrahlung: 26. Dezember 2006 bei Ö1, Audio-Ausschnitt (MP3; 9,3 MB), 7:44 Min., Inhaltsangabe von Michael Lissek

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]