RUAG Ammotec

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RUAG Ammotec AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
gem. BGRB[1]
Gründung 2002
Sitz Thun, Schweiz
Leitung Cyril Kubelka (Vorsitz), Georges Hess, Christian Lutz
Mitarbeiter 1787 (2012)
Umsatz 337 Mio. CHF (2012)
Branche Rüstung
Produkte Munition, pyrotechnische Produkte, KomponentenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ruag.com

RUAG Ammotec ist eine Division des Schweizer Technologiekonzerns RUAG und heute ein führender Hersteller von kleinkalibriger Munition für zivile und militärische Zwecke und weiterer pyrotechnischer Spezialitäten. Produktionsstandorte sind in der Schweiz (Thun und Altdorf), Deutschland (Fürth und Sulzbach-Rosenberg), Schweden (Åmotfors), Ungarn (Sirok) und USA (Tampa). Sie ist entstanden aus der Zusammenlegung der entsprechenden Bereiche der RUAG und der Dynamit Nobel und der Akquisition weiterer Munitionshersteller.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 2002[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]

Die 1586 gegründete Pulvermühle Steffisburg gehörte wechselnden Besitzern, war aber stets unter staatlicher Kontrolle des Kantons Bern. Mit der Bundesverfassung von 1848 entstand das Pulvermonopol des Bundesstaates und somit wechselte der Besitz der Pulvermühle zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Nach einem Unfall beschloss der Bundesrat 1862 die Mühle nicht wieder aufzubauen. Dafür aber wurde 1863 durch Oberst Hans Herzog, nur wenige hundert Meter entfernt, das "Eidgenössische Laboratorium", ab 1874 Eidgenössische Munitionsfabrik Thun, (MF+T) genannt, gegründet. [2] Im selben Jahr entstand auch in Thun die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte als Hersteller moderner Geschütze und 1871 die Eidgenössische Waffenfabrik in Bern. Dies erfolgte im Zuge der Vereinheitlichung von Waffe und Munition der eidgenössischen Truppen sowie der Straffung und Modernisierung der Produktion von Artillerie- und Infanteriemunition. Die vielen kleinen Pulvermühlen in der ganzen Schweiz, die aus der Zeit vor dem eidgenössischen Pulverregal von 1848 stammten, wurden zum grössten Teil geschlossen. Ab 1896 folgte eine weitere Produktionsstätte, die damals selbständig geführte Munitionsfabrik Altdorf (MF+A). 1995 wurden die beiden Munitionsfabriken zur SM Schweizerische Munitionsfabrik zusammengefasst und 1998 wurde diese zusammen mit den anderen unselbständigen öffentlich-rechtlichen Bundesbetrieben im Rüstungsbereich per Bundesgesetz in die RUAG (mit der Divisionsbezeichnung RUAG Munition), einer privatwirtschaftlichen Aktiengesellschaft übergeführt.

Deutsche Linie[Bearbeiten]

Die deutsche Rheinisch-Westfälische Sprengstoff AG (RWS) wurde 1886 gegründet und expandierte später nach Nürnberg und Fürth.[2] 1889 übernahm RWS die Munitionsfabrik von Herrn H. Utendoerffer in Nürnberg und baute in den folgenden Jahren eine Munitionsfabrik in Stadeln/Fürth. Im Jahr 1931 verschmolz die RWS mit der Dynamit Nobel Actiengesellschaft (auch abgekürzt als DAG). Anfang der 60er Jahre übernahm die Dynamit Nobel AG die 1912 gegründete Gustav Genschow&Co. AG (GECO) aus Karlsruhe und 1990 die schwedische norma, die seit Anfang des Jahrhunderts produzierte.

2002 - heute[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 übernahm die RUAG den Bereich der kleinkalibrigen Munitionsherstellung von der deutschen Dynamit Nobel AG und ergänzte so das eigene Produktionportfolio. Die neue Geschäftseinheit bekam den Namen RUAG Ammotec. Im folgenden Jahr übernahm die RUAG Ammotec die Vertriebs- und Markenrechte der zivilen Munition von der österreichischen Hirtenberger AG und fünf Jahre später die MFS 2000 in Syrok, in Norden Ungarns. Seit 2009 produziert RUAG Ammotec auch in Tampa (USA) und somit nun in fünf Ländern.

Die andern Bereiche der RUAG Munition, das waren die Produktion von Grosskalibermuntion (Artillerie und Minenwerfer (Mörser)) sowie Hohlladungen, wurden vorerst separat unter dem alten Namen RUAG Munition geführt und dann mangels Marktchancen an Saab Bofors Dynamics veräussert. Die in Altdorf gelegenen Bereiche der Metallverarbeitung, Metallkomponentenfertigung sowie das Recyclinggeschäft wurden abgetrennt und zur RUAG Components (später RUAG Technology) geschlagen.

Produkte[Bearbeiten]

Armee und Behörden

Neben der deutschen Bundeswehr, der Schweizer Armee und den Streitkräften verschiedener NATO-Mitglieder zählen auch beispielsweise Polizeibehörden in verschiedenen Ländern zu den Kunden von RUAG Ammotec. Neben der Fertigung von Munition bis zum Kaliber 12,7 mm werden auch Defensiv-, Offensiv- und Übungshandgranaten produziert.[3] [4] Weitere Produkte sind die Schweizer Ordonanz-Patronen GP 11 und 5,6 mm Gw Pat 90 (Serienmunition im Nato-Kaliber 5,56 mm, angepasst an das Schweizer Sturmgewehr 90) sowie die Scharfschützenlinie "Swiss P".

Jagd und Sport

Mit den Marken RWS, Rottweil, GECO und Norma werden sämtliche Anwendungsbereiche von Schrot-, Büchsen-, Rand- und Zentralfeuerpatronen abgedeckt.

Industrieprodukte

RUAG Ammotec fertigt eine breite Palette von Produkten, die in Erzeugnisse anderer Hersteller eingehen. Neben Komponenten für kleinkalibrige Munition sind dies im Wesentlichen Anzündeelemente für Mittel- und Grosskalibermunition und Anzündsätze sowie pyrotechnische Mischungen, die vorwiegend in automobilen Anwendungen Einsatz finden. Daneben wird Kartuschenmunition zum Einsatz in Systemanwendungen entwickelt und gefertigt, z.B. für Bolzensetzgeräte in der Befestigungstechnik oder Bolzenschussapparate in der Schlachtindustrie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Privatrechtliche Aktiengesellschaft gemäss «Bundesgesetz über die Rüstungsunternehmen des Bundes» (BGRB; SR 934.21)
  2. a b RUAG Ammotec Geschichte bei ruag.com, abgerufen am 26. Mai 2011
  3. Homepage des Unternehmens abgerufen am 17. März 2012
  4. Produktfolder abgerufen am 17. März 2012