Radif

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Radīf (persisch ‏ردیف‎) bezeichnet innerhalb der klassischen persischen Musik eine Sammlung traditioneller melodischer Figuren, die sich über mehrere Generationen durch mündliche Weitergabe von Meistern (Ostāds) an ihre Schüler erhalten haben.

Die Melodien sind innerhalb mehrerer Tonsysteme, genannt Dastgāhs, angeordnet. Mit der Zeit entwickelt jeder Ostād eigene Interpretationen, die nach ihm benannt werden und den traditionellen Melodienbestand erweitern.

Das Erlernen der Radīfs erfordert viel Übung und Praxis. Nur so kann deren Essenz vom Interpreten erfasst und verinnerlicht werden, so dass er Teile davon jederzeit wiedergeben kann. Der Rhythmus dieser Radīfs ist stark von Versmaß und Metrum der persischen Literatur beeinflusst. 1965 wurde an der Universität Teheran der erste Studiengang für klassische iranische Musik eingerichtet und als Dozent für Radīf Nur-Ali Borumand (1905–1977) ernannt.

Die Ursprünge der Radifs liegen vermutlich in sassanidischer Zeit, als der Hofmusiker Bārbad für Chosrau II. (reg. 590–628) komponierte. Bārbad soll die grundlegende Einteilung der Dastgahs entwickelt haben.[1] 2009 wurde das Radīf in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Margaret Caton: Performance Practice in Iran: Radīf and Improvisation. In: Virginia Danielson, Dwight Reynolds, Scott Marcus (Hrsg.): The Garland Encyclopedia of World Music. Band 6: The Middle East. Garland, London 2002, S. 129–143

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Caton, S. 129
  2. Kulturerbe