Ralph Lauren

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Dieser Artikel behandelt den Modedesigner Ralph Lauren; zum Unternehmen siehe Polo Ralph Lauren.
Ralph Lauren, fotografiert von Edgar de Evia (1978)

Ralph Lauren (* 14. Oktober 1939 in Bronx County, New York City, als Ralph Lifshitz) ist ein US-amerikanischer Modedesigner und Gründer des Modeunternehmens Polo Ralph Lauren.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Ralph Lauren wurde als Sohn von Fraydl und Frank Lifshitz, einem Anstreicher, geboren.[1] Seine Eltern waren als aschkenasische Juden aus Pinsk in Weißrussland in die USA emigriert.[2] Lauren besuchte zunächst die Marsha Stern Talmudical Academy, wechselte aber später an die DeWitt Clinton High School. Während dieser Zeit verdiente er sein erstes Geld durch den Verkauf von Krawatten an seine Mitschüler. Bereits mit zwölf Jahren investierte er das verdiente Geld in teure Anzüge.[3] 1957 erreichte er seinen Abschluss. Mit 16 Jahren entschlossen sich Ralph Lauren und seine beiden Brüder Terry und Lenny ihren Namen zu wechseln. Ralph Lauren sollte sich später dem Verdacht ausgesetzt sehen, dass er mit dem Namenswechsel seine jüdische Herkunft verschleiern wollte. Lauren verneinte dies und gab an, dass er wegen seines Nachnamens Lifshitz ständigen Hänseleien ausgesetzt gewesen war.[4] Der Name Lauren habe keine Bedeutung, sondern sei nur wohlklingender und würde nicht die Assoziation zu den englischen Worten Life und shit wecken. Schon seine Cousins in Kalifornien hätten sich in Lawrence umbenannt. Lauren begann Wirtschaftswissenschaften am Baruch College zu studieren, wurde aber nach zwei Jahren wegen schlechter Leistungen exmatrikuliert. Ab 1962 diente er zwei Jahre in der United States Army. Im Sommer 1964 traf er bei seinem Augenarzt die Rezeptionistin Ricky Anne Low-Beer, die er am 20. Dezember desselben Jahres in New York heiratete. 1969 und 1971 kamen ihre Söhne Andrew und David zur Welt, 1974 ihre Tochter Dylan.[5]

Karriere[Bearbeiten]

Das Polo Ralph Lauren Hauptgeschäft in der Madison Avenue in New York City

Lauren hat nie eine Ausbildung als Modedesigner absolviert. Nach seiner Zeit in der Armee arbeitete er beim Modehaus Brooks Brothers als Verkäufer. 1967 ermöglichte es ihm ein Kredit des Modehändlers Norman Hilton über 50.000 Dollar eine eigene Krawattenkollektion unter dem Label Polo zu entwerfen. Noch im selben Jahr erwarb er von Brooks Brothers die Rechte an der Marke und machte sich selbstständig.[6] Lauren konzentrierte sich künftig nicht nur auf Krawatten, sondern entwarf komplette Kollektionen für Männer. 1970 gewann er den Coty Award und begann im Jahr darauf auch Damenkollektionen zu kreieren. 1972 wurde er beauftragt, die Kleidung für den Film The Great Gatsby zu entwerfen. Im selben Jahr legte er in eigener Kollektion ein Polohemd auf, das er mit dem heute auf fast jedem Lauren-Produkt zu findenden Polospieler auf der Brust versah. Das Modell gehört bis heute zu seinen erfolgreichsten Kreationen.

1999 übernahm Ralph Lauren eine kleinere Nebenrolle in der Serie Friends. Er spielte sich in der Episode Ein strahlender Eindruck selbst.

Privates[Bearbeiten]

Anfang April 1987 wurde bei Lauren ein Hirntumor festgestellt. Nach einer erfolgreichen Operation konnte er im April 1987 vollständig geheilt werden.[7]

2007 mietete Lauren für eine Party anlässlich des vierzigjährigen Bestehens seines Unternehmens den Central Park in New York. Als Gratulanten erschienen Mitglieder der Familien Kennedy und Bush, sowie Hollywoodgrößen wie Sarah Jessica Parker und Dustin Hoffman.[8]

Im März 2012 schätzte das Forbes Magazine das Vermögen Ralph Laurens auf 7,5 Milliarden Dollar. Lauren wäre damit in der Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 122.[9] Er bewohnt eine ca. 5.700 ha große Ranch im Ouray County in Colorado.[10]

Ralph Laurens Sohn David ist seit 2011 mit Lauren Bush verheiratet.[11] Sein Neffe Greg Lauren ist der Ehemann von Elizabeth Berkley.

Automobilsammlung[Bearbeiten]

Ralph Lauren mit seinem Porsche GT3 RS (2010)

Ralph Lauren besitzt eine Sammlung von über 60 Automobilen, zu der mehrere seltene Oldtimer gehören.[12] 2005 wurde diese „Ralph Lauren Collection“ im Boston Museum of Fine Arts ausgestellt, der zugehörige Ausstellungskatalog hat den Titel „Speed, Style, and Beauty: Cars from the Ralph Lauren Collection“.[13] Neben klassischen Jaguar, Ferrari und Porsche gehören seiner Sammlung auch aktuellere Modelle wie ein Bugatti 16.4 Veyron, ein Porsche 997 GT3 RS oder ein Ferrari Enzo Ferrari an. Wertvollstes Stück ist der Bugatti Type 57 SC Atlantic, von dem nur vier Stück gebaut wurden, wovon noch zwei erhalten sind. 2011 wurden in einer Ausstellung 17 der wertvollsten Autos aus seiner Sammlung im Musée des Arts décoratifs in Paris ausgestellt.[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1970 COTY Award für die beste Männermodekollektion
  • 2010 Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion
  • Auf dem New Yorker Fashion Walk of Fame auf der 7th Avenue ist Ralph Lauren mit einer Bronzeplakette im Boden verewigt.[15]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gross, Michael: Genuine Authentic: The Real Life of Ralph Lauren. Harper, New York 2003 (englisch).
  • Trachtenberg, Jeffrey A.: Ralph Lauren: The Man behind the Mystique. Little, Brown and Company New York 1981 (englisch).
  • McDowell, Colin: Ralph Lauren: The Man, The Vision, The Style. Rizzoli, New York 2002 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ralph Lauren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gross, Michael: Genuine Authentic: The Real Life of Ralph Lauren, Harper 2004, S. 28 (englisch)
  2. Ralph Lauren returns to his Russian roots in The New York Times am 14. Mai 2007 (englisch)
  3. Biographie Ralph Laurens auf thebiographychannel.co.uk abgerufen am 3. April 2012 (englisch)
  4. Interview Oprah Winfreys mit Ralph Lauren in: O, The Oprah Magazine im Oktober 2002 (englisch)
  5. Gross, Michael: Genuine Authentic: The Real Life of Ralph Lauren, Harper 2004, S. 91–93 (englisch)
  6. Biographie Laurens bei whoswho.de abgerufen am 3. April 2012
  7. Brain Tumor Surgery For Fashion Designer in: New York Times am 16. April 1987 (englisch)
  8. Biographie Laurens der britischen Vogue vom 11. Mai 2011 (englisch)
  9. Profil Ralph Laurens bei Forbes im März 2012 (englisch)
  10. Randy Cassingham: Guess Who’s Coming to Dinner?
  11. Jessica Iredale: Lauren Bush’s Inaugural Designs. Lauren Bush Begins Her First Term in Fashion in: W Magazine, November 2008, abgerufen am 29. Oktober 2010 (englisch)
  12. Die Autosammlung auf ralphlaurencarcollection.com, abgerufen am 4. April 2012 (englisch)
  13. Der Louvre zeigt zeitlose Schönheiten – aus Blech in: Die Welt am 25. April 2011
  14. Cars So Stunning, They’re in a Museum auf wired.com am 12. Mai 2011 (englisch)
  15. Profil Ralph Laurens auf fashionmodeldirectory.com abgerufen am 3. April 2012 (englisch)