Ramón Gómez de la Serna

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Ramón Gómez de la Serna, ca 1931
Büste von R. Gómez de la Serna. Teil des Gómez-Denkmals in Madrid (E. Pérez, 1972).

Ramón Gómez de la Serna (* 3. Juli 1888 in Madrid; † 13. Januar 1963 in Buenos Aires) war ein spanischer Schriftsteller.

Sein Vater war Jurist und Ministerialbeamter, seine Mutter die Nichte der Dichterin Carolina Coronado. Ramón studierte Jura, wurde Anwalt, übte den Beruf aber nie aus. Stattdessen betätigte er sich als Journalist in den Zeitungen El Sol, La Voz, Revista de Occidente und El Liberal, wo er sich als Fürsprecher der neuen literarischen Strömungen der Avantgarde hervortat. Er war „elegant, gebildet, geistreich, die Personifizierung der Avantgarde und des surrealistischen Happenings, von unerschöpflicher Phantasie und Schöpferkraft.“ [1]

Gómez de la Serna verfasste rund 100 Werke in den verschiedensten literarischen Formen und Gattungen: Romane, Dramen, Essays, Biographien. Darüber hinaus erfand er eine eigenständige Literaturgattung, die Greguerías, die er wie folgt definierte: Humor + Metapher = Greguería. Von diesen aphorismenartigen Kurztexten schrieb er Tausende.

Er war Mitbegründer des spanischen P.E.N. und Sekretär des Kulturclubs Ateneo de Madrid. Große Bekanntheit erreichte der von ihm gegründete literarische Stammtisch Pombo in Madrid.

Ab 1908 war er mit der Schriftstellerin Carmen de Burgos, bekannt unter dem Künstlernamen Colombine, liiert. 1931 heiratete er die argentinische Schriftstellerin russischer Abstammung Luisa Sofovich. 1933 reiste er nach Buenos Aires und kehrte wegen des Bürgerkrieges nicht nach Spanien zurück. 1963 starb er in Buenos Aires. Sein Leichnam wurde nach Madrid überführt und im Panteón de Hombres Ilustres beigesetzt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Gómez-Denkmals in Madrid (E. Pérez, 1972).
  • Greguerías (1917)
  • Flor de greguerías (1933)
  • Total de greguerías (1955)
  • El Chalet de las rosas (1923)
  • El torero Caracho (1926)
  • El caballero del hongo gris (1928)
  • Senos (1918)
  • La viuda blanca y negra (1918)
  • La mujer de ámbar (1927)
  • La Nardo (1930)
  • La quinta de Palmira
  • Automoribundia, Nostalgias de Madrid (1955). Autobiographie.

In deutscher Sprache

  • Der Cirkus. Vorw. Gebrüder Fratellini. Übers. und Nachw. Fritz Rudolf Fries. Europäische Verlagsanstalt Hamburg 2000. ISBN 3-434-50086-3
  • Greguerías. Die poetische Ader der Dinge. Zeichn. von Klaus Detjen. Ausw. und Übers. Rudolf Wittkopf. Straelener Manuskripte, Straelen 1994. ISBN 3-89107-037-3
  • Madrid: Spaziergänge. Ausw. und Nachw. Fritz Rudolf Fries. Übers. Gerda Schattenberg Rincón. Wagenbach, Berlin 1992. ISBN 3-8031-1131-5
  • Torero Caracho. Roman. Gatza, Berlin 1991. ISBN 3-928262-50-5
  • El Greco. Dt. Nachdichtung von Maria Schwauss. Verl. der Kunst, Dresden 1990. ISBN 3-364-00204-5
  • Die Wahrheit über Picasso und den Kubismus. Übers. Elke Wehr. Wagenbach, Berlin 1990. ISBN 3-8031-1115-3
  • Dalí. Übers. Eva Krafft-Bassermann & Marlen Kleinefenn. Rheingauer, Eltville 1989. ISBN 3-88102-049-7
  • Der Traum ist ein Depot für verlegte Gegenstände. Greguerías. Silver & Goldstein, Berlin 1989 ISBN 3-927463-02-7

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Perlentaucher Autorenportrait, http://www.perlentaucher.de/autoren/3079.html