Remanenz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Remanenz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Hysteresekurven von gewöhnlichem, kornorientiertem Elektrostahl bei verschiedenen sinusförmigen Flussdichten; BR kennzeichnet die Remanenz, HC die Koerzitivfeldstärke

Unter der (magnetischen) Remanenz MR, auch remanenter bzw. (zurück)bleibender Magnetismus, Restmagnetismus oder Restmagnetisierung genannt, versteht man jene Magnetisierung, die ein vorher durch ein externes Magnetfeld H, z. B. mit einer stromdurchflossenen Spule, magnetisiertes Teilchen nach Entfernen des äußeren Feldes beibehält. In Diagrammen, die die magnetische Flussdichte B über H auftragen, verbleibt für H=0 entsprechend die Remanenzflussdichte B_R = \mu_0 M_R. Wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt, ist magnetische Remanenz allen ferromagnetischen Materialien eigen und je nach Anwendungsgebiet erwünscht oder unerwünscht.

Inhaltsverzeichnis

Anwendungen [Bearbeiten]

Die magnetische Remanenz bildet die Basis für alle Speicherverfahren auf Magnetismusbasis wie zum Beispiel Festplatten, Disketten, Magnetbänder (Tonband, Compact Cassette, MAZ, Streamer), bei denen beim Schreib- beziehungsweise Aufsprechvorgang magnetische Materialien wie zum Beispiel Eisen(III)-oxid- oder Chrom(IV)-oxid-Kristalle auf der Oberfläche des Datenträgers magnetisiert werden und ihre Remanenz auch nach Entfernen des Magnetfeldes – also nachdem sich der Schreib- bzw. Sprechkopf wieder wegbewegt hat – beibehalten. Magnetische Datenspeicher wie Festplatten, Magnetbänder, Magnetkarten sind ohne Remanenz undenkbar, ebenso die in vielen Anwendungsbereichen des Alltags, etwa bei Lautsprechern oder Fahrraddynamos, zu findenden Dauermagnete.

Unerwünschtes Auftreten [Bearbeiten]

Unerwünscht dagegen ist magnetische Remanenz z. B. bei Transformatoren, da Wechselfelder durch die fortwährende Ummagnetisierung des Transformatorkerns den Wirkungsgrad erheblich mindern. Ebenfalls unerwünscht ist magnetische Remanenz bei Schneidwerkzeugen wie Scheren, Messern und Drehstählen. Schon der zufällige Kontakt von Werkzeugen mit Dauermagneten kann diesen Magnetismus anschließend auf weitere Gegenstände übertragen (und so z. B. zur ungewollten Löschung von Datenspeichern wie Magnetbändern oder Magnetkarten führen).

Siehe auch [Bearbeiten]

Ein zur magnetischen Remanenz ähnlicher Effekt ist die dielektrische Absorption elektrischer Kondensatoren (siehe auch Elektrete).

Weblinks [Bearbeiten]