Greigit

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Greigit
Andere Namen
  • IMA 1963-007
Chemische Formel FeII(FeIII)2S4
Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.DA.05 (8. Auflage: II/D.01) nach Strunz
02.10.01.10 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin 3m
Farbe blass rosa
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 4 bis 4,5
Dichte (g/cm3) 4,049
Glanz metallisch
Transparenz undurchsichtig
Bruch Bitte ergänzen!
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Habitus Bitte ergänzen!
Weitere Eigenschaften
Magnetismus starker Ferrimagnetismus

Greigit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung FeII(FeIII)2S4 und bildet Kugeln verwachsener Oktaeder mit abgerundeten Ecken von bis zu 0,5 Millimeter Größe. Selten werden auch kubische Kristalle, Körner und feinkörnige Pulver gefunden. Das Mineral ist von blassrosa, metallisch-blau anlaufender Farbe; in feinkornigem Zustand auch schwarz, geschliffene Flächen sind cremeweiß.

Greigit bildet eine Mineralserie mit Violarit, bei dem das dreiwertige Eisen durch Nickel ersetzt ist.[1] Das Mineral ist das Schwefel-Analogon zum Magnetit.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Wie Magnetit ist Greigit stark magnetisch. Dieser Magnetismus bewirkt auch das Zusammenballen kleinerer Greigit-Körner zu größeren Aggregaten.[2]

Thermisch ist das Mineral bis zu 282 °C stabil. Beim Erhitzen des Minerals auf Temperaturen oberhalb von 282 °C in einer geschlossenen Ampulle wandelt es sich in Pyrrhotin (Fe0,85-1S), bei höheren Temperaturen auch zu Pyrit FeS2 um.[2]

Greigit löst sich nur langsam in Fluss- und Salzsäure.[2]

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene magnetische, spinellartige Eisensulfide wurden von verschiedenen Autoren seit 1958 vorhergesagt und künstlich im Labor synthetisiert. Das Mineral wurde erstmals 1964 von Brian J. Skinner, Richard C. Erd und Frank S. Grimaldi in der Typlokalität Kramers-Four Corners area im San Bernardino County im US-Bundesstaat Kalifornien entdeckt. Sie benannten das neue Mineral nach dem amerikanischen Mineralogen und Physikochemiker Joseph Wilson Greig (1895–1977).[2]

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Greigit bei den Sulfiden und Sulfosalzen klassifiziert. In der 8. Auflage bildete er mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Daubréelith, Fletcherit, Florensovit, Indit, Kalininit, Linneit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit und Violarit die Linneitgruppe, die zu den Metallsulfiden mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel von < 1:1 gehört. In der 9. Auflage werden die Sulfide genauer eingeteilt, hier zählt Greigit mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Daubréelith, Ferrorhodsit, Fletcherit, Florensovit, Indit, Kalininit, Linneit, Malanit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit, Violarit und Xingzhongit zu einer Untergruppe der Metallsulfide mit einem Verhältnis von M:S von 3:4.

In der Systematik der Minerale nach Dana ist Greigit ein Mitglied der Linneitgruppe, einer Untergruppe der Sulfiden, Seleniden und Telluriden mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=3:4 (A, B: Metalle, X: Schwefel)[3]

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Greigit bildet sich in Sedimenten von Gewässern. Verantwortlich für die Bildung sind einerseits sulfatreduzierende Bakterien wie Desulfovibrio desulfuricans, die unter anaeroben und alkalischen Bedingungen Sulfat zu Sulfid reduzieren.[2] Andererseits werden Greigitkristalle in den Zellen magnetotaktischer Bakterien gebildet, die sich mit Hilfe einer in einer Reihe angeordneten Greigitkristallen im Erdmagnetfeld ausrichten.[4]

Greigit ist vergesellschaftet mit Montmorillonit, Mineralen der Chloritgruppe, Calcit, Colemanit und Veatchit in der Typlokalität bzw. Sphalerit, Pyrit, Markasit, Galenit, Calcit und Dolomit an einem anderen Fundort in Zacatecas in Mexiko.

Weitere Fundorte neben der Typlokalität liegen unter anderem in Boron und Orick in Kalifornien, Zacatecas in Mexiko, im schwarzen Meer, Montemesola in Italien, Lojane in Mazedonien, St. Teath in Cornwall, Vereinigtes Königreich und Ōdate in Japan.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Kristallstruktur von Greigit mit Sicht entlang [110]

Greigit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fd3m mit dem Gitterparameter a = 9,876 Å sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die Struktur entspricht einer Spinellstruktur, bei der Sauerstoff durch Schwefel ersetzt ist (Thiospinell).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Greigite-Violarite Series bei mindat.org (engl.).
  2. a b c d e Brian J. Skinner, Richard C. Erd und Frank S. Grimaldi: Greigite, the thio-spinel of iron; a new mineral . In: American Mineralogist. 1964, 49, 5, S. 543-555.
  3. Liste der Minerale nach Dana bei webmineral.com
  4. Bruce M. Moskowitz: Biomineralization of magnetic minerals, In: U.S. National Report to IUGG, 1991-1994, Rev. Geophys., Vol. 33 Suppl., American Geophysical Union 1995.

Literatur[Bearbeiten]

  • Greigit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).
  • Brian J. Skinner, Richard C. Erd und Frank S. Grimaldi: Greigite, the thio-spinel of iron; a new mineral . In: American Mineralogist. 1964, 49, 5, S. 543-555 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Greigite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien