Rheinisches Landesmuseum Bonn

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Das Rheinische Landesmuseum Bonn (exakt LVR-LandesMuseum Bonn. Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte) des Landschaftsverbandes Rheinland gehört zu den ältesten Museen Deutschlands. Im Jahr 2003 wurde das Museum nach umfangreicher Neukonzeption als „Themenmuseum“ wiedereröffnet.

Frontansicht des Rheinischen Landesmuseums Bonn

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Am 4. Januar 1820 wurde der Vorläufer des Museums als „Antiquitäten-Museum“ durch Erlass des preußischen Staatskanzlers Karl August von Hardenberg gegründet. Die Gründung des eigentlichen „Provinzialmuseums“ fand 1874 durch Ernst aus'm Weerth, Hermann Schaaffhausen u.a. statt. Ein eigenes Gebäude entstand aber erst 1898 nach Plänen von Clemens Guinbert. Es wurde 1907 von Heinrich Röttgen um einen zweigeschossigen Dreiflügelbau erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde der „Gründungsbau“ zerstört. Rainer Schell ersetzte diesen Teil durch einen Neubau.

Von 1997 bis 2003 wurde das Museum umgebaut und die Sammlungen neu aufgestellt.

Mitte 2010 wurde zudem der „Steinzeitbereich“ neu gestaltet. Er ist unter anderem dem seit 1877 im Museum verwahrten Fossil Neandertal 1 gewidmet, dem Typusexemplar des Neandertalers.

Ständige Ausstellungen[Bearbeiten]

Themen der ständigen Ausstellung sind Epochen, Geheimnissen auf der Spur, Von den Göttern zu Gott, Szene Rheinland, Vom Überleben zum schöner Leben, Macht und Mächte, Das Rheinland und die Welt und Von der Ur- zur Stadtlandschaft. Dabei werden – unabhängig vom chronologischen Zusammenhang – Meisterwerke der Kunst neben einfachen Gebrauchsgegenständen präsentiert und sakrale Werke in der Nachbarschaft von Alltagsgeräten. Das Museum ist zudem im Besitz einer Grafik und Fotosammlung sowie eines Münzkabinetts. Im »Steinzeitbereich« wird neben dem Originalskelett des Neandertalers nach eigener Darstellung »eine der besten vorgeschichtlichen Sammlungen Europas« präsentiert. Die Zusammenstellung der Exponate zeigt die Evolution des Menschen von der Entwicklung des aufrechten Gangs über die Sesshaftwerdung bis zu den Kelten auf dem Sprung zur Hochkultur.

Ausstellungsstücke[Bearbeiten]

Zu den Ausstellungsstücken gehört auch das Merowinger-Kreuz von Moselkern, eine Basaltstele mit Christus am Kreuz vom Ende des 7. Jahrhunderts (Inv.Nr. 27679).[1]

Förderkreis Jugend im Museum[Bearbeiten]

Der Förderkreis Jugend im Museum e. V. bietet seit nunmehr über 30 Jahren "Ferien im Museum" für Kinder an. An Wochenenden werden darüber hinaus besondere Workshop-Angebote gemacht.

Förderverein[Bearbeiten]

Der Verein der Freunde und Förderer des Rheinischen Landesmuseums, die Wilhelm-Dorow-Gesellschaft, trägt den Namen des bedeutenden Archäologen und preußischen Hofrates Wilhelm Dorow. Auf Anordnung des Preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg wurde Dorow als erster Leiter des neugegründeten Museums ernannt.

Kino[Bearbeiten]

Das Rheinische Landesmuseum bietet mittlerweile auch ein mit neuester Technik ausgestattetes Kino, welches vor allem wegen seiner guten Akustik sehr gelobt wird.

Dort werden hauptsächlich Filme in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Im Rahmen der Ciné Fête zeigt das Rheinische Landesmuseum ein Mal im Jahr berühmte französische Filme in Sondervorstellungen für Schulklassen.

Umbau[Bearbeiten]

Der Umbau des Museums von 1997 bis 2003 erfolgte im Rahmen einer Grundsanierung. Die zunächst für drei Jahre konzipierte Bauzeit hatte sich verdoppelte und die auf umgerechnet 45 Mio Euro kalkulierten Kosten stiegen auf ca. 80 Mio Euro.[2]

Direktoren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 34.
  •  Ursel und Jürgen Zänker: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. In: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums Bonn. Nr. 21, Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S. 174/175.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinisches Landesmuseum Bonn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Cochem, Teil 2, S. 602f. Berlin 1959
  2. GENERAL-ANZEIGER Bonn v. 21. Nov 2012, S. 17 https://epaper.general-anzeiger-bonn.de/eweb/ga/2012/11/21/vs/17/1545044/


50.7319444444447.0925Koordinaten: 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 33″ O