Richard Andree

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Richard Andree

Richard Andree (* 26. Februar 1835 in Braunschweig; † 22. Juni 1912 in München) war ein deutscher Geograph und Ethnograph.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Richard Andree studierte in Leipzig, wo er sich 1857 dem Corps Lusatia anschloss.[1] Das Corps verlieh ihm später die Ehrenmitgliedschaft. Wie sein Vater Karl Andree widmete er sich der Geographie und wurde für seine besondere Vorliebe zur Ethnographie über Fachkreise hinaus bekannt.

Als Leiter der Kartographischen Anstalt des Verlags Velhagen & Klasing in Leipzig von 1873 bis 1890 beschäftigte er sich zugleich mit Kartographie und hatte maßgeblichen Anteil an der Erstellung des Physikalisch-Statistischen Atlas des Deutschen Reichs sowie an Schulatlanten. Zudem arbeitete er als Redakteur für die wissenschaftliche Zeitschrift Globus. Andrees Werke beeinflussten auch Arnošt Mukas Untersuchungen des sorbischen Kulturlebens. Seit 1903 war Andree mit der österreichischen Volkskundlerin Marie Eysn verheiratet. 1886 wurde er zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt, 1909 wurde er Ehrenmitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.

Richard Andree starb während einer Zugfahrt von München nach Nürnberg im Alter von 76 Jahren.

[Bearbeiten] Leistungen

Andree war ein Vertreter der vergleichenden Völkerkunde und vertrat die Idee des Ethnologen und Kulturhistorikers Adolf Bastian, dass alle Völker dieselben Entwicklungsstufen durchlaufen und deshalb auch dieselben Glaubensvorstellungen entwickelt hätten. Diese These versuchte er durch den Nachweis, dass alle Völker an Spukgestalten wie Vampire und Werwölfe bzw. werwolfähnliche Wesen glaubten, zu untermauern.

[Bearbeiten] Werke

  • Braunschweiger Volkskunde. Braunschweig 1901
  • Ethnographische Parallelen und Vergleiche. Stuttgart 1878
  • Andrees Allgemeiner Handatlas. Leipzig 1881–1937 (letzte, 9. Ausgabe)
  • Geschichte des Corps Lusatia zu Leipzig 1807 bis 1898. Leipzig 1898
  • Die Flutsagen ethnographisch betrachtet. Braunschweig 1891.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1930, 93, 419

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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