Ricola

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Ricola AG
Ricola Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1930
Sitz Laufen, Schweiz
Leitung Felix Richterich[1]
(CEO) & (VR-Präsident)
Mitarbeiter > 400 (2010)[2]
Umsatz 300,8 Mio. CHF (2010)[2]
Produkte ca. 30 Sorten Kräuterbonbons, -pastillen, -kaugummis, Instant- und BeutelteesVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.ricola.com

Die Ricola AG ist ein Schweizer Hersteller von Kräuterbonbons, -perlen, -pastillen, -kaugummis, Instant- und Beuteltees mit Hauptsitz im basellandschaftlichen Laufen und Tochterfirmen in Italien, Grossbritannien, Asien und den USA. Das Unternehmen exportiert nach eigenen Angaben in rund 50 Länder in Europa, Asien und Nordamerika.

Ricola ist ein Familienunternehmen und steht unter Kontrolle der Familie Richterich; Präsident des Verwaltungsrates ist Felix Richterich. Ende November 2011 übernahm er nach dem Tod von Adrian Kohler auch das Amt des Geschäftsleiters.[1]

Die Marke Ricola ist geschützt.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1930 gründet der Bäckermeister Emil Richterich in seinem Geburtsort Laufen, einem Landstädtchen in der Nähe von Basel, die Confiseriefabrik Richterich & Compagnie (Richterich & Co., Laufen). Zusammen mit seinen Mitarbeitern entwickelt er in der Folge zahlreiche Bonbonspezialitäten, die er in der Region verkauft.

Emil Richterich beschäftigt sich intensiv mit der Heilkraft von Kräutern und mischt 1940 zum ersten Mal die heute noch verwendete Rezeptur aus 13 Kräutern für den Schweizer Kräuterzucker.

Im Sommer 2014 wurde in Laufen das neue Fabrikationsgebäude in Betrieb genommen. Es besteht aus Lehm und ist das grösste Lehmhaus Europas. Entwickelt wurde die Konstruktion vom österreichischen Keramiker und Lehmbaupionier Martin Rauch, die Architekten waren Herzog & de Meuron.[4]

Produkte[Bearbeiten]

Kräuterbonbons[Bearbeiten]

Ricola Bonbons
Instant-Tee

Kern des Produktangebots war über Jahrzehnte der Schweizer Kräuterzucker: ein Zuckerbonbon mit einer Mischung aus dreizehn Kräutern, die lindernd bei Heiserkeit, Halsschmerzen und Husten wirken sollen.

Verwendet werden Salbei, Spitzwegerich, Pfefferminze, Thymian, Schafgarbe, Ehrenpreis, Holunder, Malve, Andorn, Schlüsselblume, Bibernelle, Frauenmantel, Eibisch.

Die verwendeten Kräuter werden ausschliesslich nach biologischen Richtlinien in Schweizer Bergregionen (Wallis, Emmental, Puschlav, Jurasüdfuss, Zentralschweiz und Tessin) angebaut. Beim Kräuteranbau wird auf den Einsatz von Herbiziden oder Pestiziden verzichtet. Über 100 autonome Landwirtschaftsbetriebe stehen bei Ricola unter Vertrag.

Von den Bonbons bietet das Unternehmen mehrere Varianten an, die mit Ölen, natürlichen Aromastoffen oder mit Vitamin C ergänzt werden. Zu den Varianten gehören Menthol, Schwarze Johannisbeere, Orangenminze, Salbei, Zitronenmelisse, Cranberry, Kräuter Original, Sanddorn, Holunderblüten, Kirsche-Minze, Kirsche-Honig, Alpin Fresh, Zitronen-Verbena mit Weissem Tee, Verveine, Eucalyptus, Apfelminze und Bergminze. Auch zuckerfreie Varianten sind erhältlich.

Tee[Bearbeiten]

Seit ca. 40 Jahren führt Ricola auch Instanttee, welcher heute in den Sorten Holunderblüte, Zitronenmelisse, Kräutertee und Gut‘ Nacht-Tee in der Schweiz erhältlich ist. 2007 wurde auch ein Beuteltee in den Geschmacksrichtungen Kräuter, Schweizer Minzen, Verveine und Zitronenmelisse eingeführt.

Kaugummis[Bearbeiten]

Seit 2008 bietet Ricola auch Kaugummis in den Sorten „Kräuter“, „Wilde Minze“, „Zitronenmelisse“, „Alpin Fresh“ und „SpearMint“ an. Die Kaugummis beinhalten Kräuter aus den Schweizer Alpen. Die fünf Sorten sind zuckerfrei und bisher nur in der Schweiz erhältlich.

Werbung[Bearbeiten]

1980 wurde der bis heute verwendete Jingle für Ricola eingeführt. In den Werbespots singt unter anderen Ramona Pringle, in manchen Spots Heidi darstellend, das charakteristische RI-CO-LA.[5]

1998 wurde der erste Spot der Werbekampagne mit dem Slogan „Wer hat’s erfunden?“ ausgestrahlt. Bis heute wurden die Spots in Finnland (1998), Australien (1998), England (1999), Mexiko (2000), China (2004), Brasilien (2004) und Grönland (2008) realisiert. Darsteller war Erich Vock.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • „Most Trusted Brand“ 2008, 2010 und 2011 in der Leserwahl von Reader’s Digest[6]
  • SwissAward 2010“ Felix Richterich (VR-Präsident) wurde in der Kategorie Wirtschaft ausgezeichnet[7]
  • Publikumspreis der Schweizer Verpackungsprämierung (2008)[6]
  • „Top-Marke 2008“ der Lebensmittelzeitung[6]
  • „Superior Taste Award 2008“ des International Taste and Quality Institute (iTQi) in Brüssel, Belgien[8]
  • EFFIE-Preis“ (Goldmedaille) in Deutschland 2000 für die Ricola-Kampagne Finnland / Australien[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ricola-Geschäftsleiter Adrian Kohler gestorben. In: Basler Zeitung vom 25. November 2011
  2. a b Ricola hält Umsatz in einem schwierigen Währungsumfeld. Medienmitteilung. Ricola, 14. April 2011, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011 (pdf; 139 kB).
  3. Markenregister
  4. [ http://www.bernerzeitung.ch/kultur/architektur/Aus-Boden-gestampft/story/26828807 Bernerzeitung, 28. Juni 2014]
  5. Enotes.com
  6. a b c Ricola gehört zu den 20 stärksten Schweizer Brands. Vom Familienbetrieb zur Weltmarke. Ricola, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.
  7. Felix Richterich gewinnt SwissAward für Wirtschaft. Medienmitteilung. Ricola, 10. Januar 2010, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.
  8. Ausgezeichnete Produkte 2008. International Taste & Quality Institute, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.
  9. Best of Effie Datenbank. Jahr 2000. Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.