Laufen BL

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BL ist das Kürzel für den Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Laufenf zu vermeiden.
Laufen
Wappen von Laufen
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Laufenw
BFS-Nr.: 2787i1f3f4
Postleitzahl: 4242
UN/LOCODE: CH LFN
Koordinaten: 604633 / 25176447.4166687.500015354Koordinaten: 47° 25′ 0″ N, 7° 30′ 0″ O; CH1903: 604633 / 251764
Höhe: 354 m ü. M.
Fläche: 11.37 km²
Einwohner: 5365 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 472 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 24,8 % (31. März 2014)[2]
Website: www.laufen-bl.ch
Die Birs in Laufen, November 2003

Die Birs in Laufen, November 2003

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Laufen (frz. Laufon) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Laufen des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz. Laufen ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks.

Geographie[Bearbeiten]

Laufen liegt im Laufental an der Birs und an der Jurabahnlinie von Basel nach Delémont. Seine höchste Erhebung ist der Nettenberg mit 670 m ü.M. und der tiefste Punkt das Birsufer bei der Neumatt mit 348 m ü.M. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1137 Hektar, davon sind 28 % Landwirtschaftsfläche, 53 % Wald, 18 % Siedlungen und 1 % unproduktive Fläche.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

Auf schwarzem Grund ein silberner Baselstab.

Das Wappen symbolisiert die enge Verbindung mit dem Bistum Basel.

Geschichte[Bearbeiten]

Wasserfall mit Fussgängerbrücke
Stadthaus und Obertor mit Zeitturm

Von 58 v. Chr. bis 470 n. Chr. gehörte Laufen zum Römerreich und nach dessen Zusammenbruch war es bis etwa 500 alemannisch. Darauf gehörte die Talschaft zum Frankenreich und von 853 bis 1033 zum Königreich Burgund. Der kinderlose König von Burgund, Rudolf III., schenkte 999 dem Basler Bischof grosse Teile des oberen Birstals (siehe auch Fürstbistum Basel).

1141 wird das Dorf als Loufen erstmals erwähnt. 1295 gründete Peter Reich von Reichenstein das Städtchen Laufen. 1637–1639 wurde Laufen in den Dreissigjährigen Krieg hineingezogen. Protestantische Schweden griffen den Bischof an, welcher zugleich Reichsfürst war, und verwüsteten das Tal.

Zusammen mit anderen Untertanen rebellierten im 18. Jahrhundert einige Laufener gegen den Fürstbischof. Mit Hilfe französischer Truppen besiegte man die «gnädigen Herrn» in Pruntrut. Während der Französischen Revolution war Laufen 1792 während 87 Tagen Teil eines eigenen jurassischen Staates, der «Raurachischen Republik». Diese wurde dann aber von 1793 bis 1813 Teil Frankreichs. Im französischen Département Mont-Terrible war Laufen Hauptstadt des «Canton de Laufon».

1815 wurde am Wiener Kongress der grösste Teil des ehemaligen Fürstbistums Basel dem Kanton Bern und somit der Schweizerischen Eidgenossenschaft zugesprochen. Für das "glückliche Schicksal" sandten kurz darauf die elf Laufentaler Dorfvertreter ein Huldigungsschreiben an die Stadt und Republik Bern[3]. Laufen wurde erst 1846 Bezirkshauptort. 1852 wurden die beiden Gemeinden Laufen Stadt und Laufen Vorstadt vereinigt.

Nach der Bildung des Kantons Jura aus den drei mehrheitlich katholischen Amtsbezirken Delsberg, Pruntrut und Freiberge sowie einiger Gemeinden des Amtsbezirks Moutier wurde das Laufental 1979 zur weit abgelegenen bernischen Exklave. Nach einer mehrjährigen Abstimmungskaskade entschieden sich 1989 (Stimmbeteiligung über 93 Prozent) 51,7 Prozent der Bewohner des Bezirks Laufen für den Übertritt in den Kanton Basel-Landschaft. Die Stadt Laufen votierte jedoch dagegen. 1994 wurde der Beitritt zum Kanton Basel-Landschaft vollzogen. Im August 2007 überflutete ein Hochwasser die Altstadt von Laufen schwer, so dass Schäden von mehreren Millionen Schweizerfranken entstanden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

54,7 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 13,6 % reformiert, 1,4 % christkatholisch. Der Ausländeranteil beträgt 24,8 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Laufen haben sich grosse international tätige Firmen niedergelassen: der Kräuterzucker-Hersteller Ricola AG (ursprünglich Richterich und Compagnie, Laufen – daher die Abkürzung Ricola) und die Laufen Bathrooms AG. Die Firmen profitieren von der stadtnahen Lage zu Basel im Dreiländereck CH-D-F.

Kultur[Bearbeiten]

Das Birsmillgebäude im Jahr 1901.

Im alten Birsmillgebäude liegt der Rockclub Biomill. Ausstellungen, Konzerte, Kabarett, Filme und Lesungen bietet das Kulturforum Laufen im umfunktionierten Schlachthaus. In der Stedtlibibliothek Laufen stehen rund 15000 Bücher, Filme und andere Medien zur Ausleihe bereit.

Seit vielen Jahren besitzt Laufen kein Kino mehr. Im Jahr 2005 wurde deshalb der Verein Open-Air-Kino-Laufen gegründet, der seither Ende August auf dem Parkplatz des alten Schlachthauses jeweils ein grosses Openairkino veranstaltet. Im Jahr 2007 bietet das Freiluftkino 700 Personen Platz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Mittelalterliche Altstadt mit einer teilweise erhaltenen Stadtmauer und drei Toren
  • Obertor, der sog. Zeitturm, mit grossem Zifferblatt und astronomischer Uhr
  • Stadthaus (1672), zuerst barocker Adelssitz und dann Spital, beherbergt heute die Gemeindeverwaltung. Bei der Restaurierung 1976 wurde unter dem weissen Verputz ein Jagdfresko im Festsaal der Familie Roggenbach in Grisaillenmanier aus dem 17. Jahrhundert entdeckt.
  • Katharinenkirche (1698) mit Altären, geschnitzter Kanzel und spätgotischen Madonna sowie Rokokostatuen von 1755
  • Auf dem Friedhof stehen zwei Seitenplatten und die Deckplatte eines Dolmens.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laufen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Bevölkerungsentwicklung. Kanton Basel-Landschaft. Abgerufen am 21. August 2014.
  3. Arthur Daucourt in Dictionnaire historique des paroisses de l'ancien Evêché de Bâle, Band IV, 1903