Robert Hertz

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Robert Hertz (* 1881 in Saint-Cloud; † 13. April 1915) war ein französischer Anthropologe und Schüler der französischen Soziologen Emile Durkheim und Marcel Mauss. Er war Mitarbeiter der von Durkheim gegründeten Zeitschrift „L'Année sociologique“ und spezialisiert auf Soziologie der Religionen und Folklore.

Bekannt wurde er durch seine Studien über die kollektive Repräsentation des Todes, die Vorherrschaft der rechten Hand und seine unvollendete Doktorarbeit zu Sünde und Sühne. Sein letztes Werk ist eine Studie zum alpinen Kult des San Besso. Manche Forscher, wie der Ideengeschichtler François Dosse, betrachten Hertz als wahren Vater des Strukturalismus von Claude Lévi-Strauss. Sein Denken beeinflusste die Mitglieder des Collège de Sociologie, namentlich Georges Bataille, Michel Leiris und Roger Caillois, insbesondere deren Annahme eines bipolaren, rechten und linken Sakralen.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Hertz, Robert:

-Contribution à une étude sur la représentation collective de la mort (Beitrag zur Untersuchung der kollektiven Repräsentation des Todes), der Text wurde im Heft 10 der Année sociologique im Jahre 1907 veröffentlicht

- La prééminence de la main droite (Die Vorherrschaft der rechten Hand), veröffentlicht im Jahre 1909 in der Revue Philosophique

- Le péché et l’expiation dans les sociétés primitives (Die Sünde und die Sühne in primitiven Gesellschaften), erschienen im Jahre 1922 nach dem Tod von Hertz in der Revue de l’Histoire des Religions.

  • Parkin, Robert: The Dark Side of Humanity: The Work of Robert Hertz and its Legacy, Amsterdam: Harwood Academic Publishers 1996.
  • Moebius, Stephan: Die Zauberlehrlinge. Soziologiegeschichte des Collège de Sociologie 1937-1939. Konstanz: UVK 2006.
  • Hertz, Robert/Moebius, Stephan/Papilloud, Christian: Vom Sakralen, der Sünde und dem Tod – Robert Hertz' religions-, kultur- und wissenssoziologische Untersuchungen. Vorwort von Robert Parkin, Frühjahr 2007, UVK-Verlag Konstanz.

Weblinks[Bearbeiten]