Georges Bataille

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Georges Bataille (* 10. September 1897 in Billom, Puy-de-Dôme; † 9. Juli 1962 in Paris) war ein französischer Schriftsteller und Philosoph. Er galt als Vertreter des Surrealismus. Als Schriftsteller verfasste er Gedichte und Romane. Bataille schrieb dekadente und erotische Prosa. Er gründete die Zeitschrift Critique. Sein theoretisches Werk berührte die Politik und Ökonomie, die Soziologie, Anthropologie, Kunstgeschichte und Philosophie und im speziellen die Atheologie. Bataille arbeitete als Archivar und Bibliothekar an der Bibliothèque nationale de France.

Leben[Bearbeiten]

Bataille stammte aus einer wohlhabenden Bauernfamilie. Grenzerfahrungen bestimmten seine Kinderzeit. Sein Vater, Joseph-Aristide Bataille, war blind und litt an Syphillis. Die Mutter, Antoinette-Aglae Tournarde, neigte immer wieder zu Depressionen und suizidalen Phasen. 1900 zog die Familie nach Reims um. Bataille half den Vater zu pflegen. 1913 entschied er, nie wieder das öffentliche Gymnasium zu betreten.[1] 1914 wurde die Mutter mit ihren Söhnen evakuiert und ließ den kranken Vater zurück. Der Vater starb am 6. November 1915 in der Obhut einer Zugehfrau. Die Familie traf wenige Tage später ein. Reims wurde zu der Zeit durch die deutsche Artillerie beschossen. In dieser Zeit entstand Batailles Wunsch, eine "paradoxe Philosophie" zu schreiben. Er besuchte ab 1917 die Ecole des Chartes in Paris. Er war zum Katholizismus übergetreten, sagte sich aber schon 1920 vom Glauben los. Er wurde zum Bibliothekar ausgebildet und ging 1922 an die Bibliothèque nationale de France.[2] Die Mutter lebte bis zum 15. Januar 1930.

1928 heiratete Bataille die 11 Jahre jüngere Schauspielerin Sylvia Maklès. 1930 wurde die Tochter Laurence geboren.[3] 1931 lernte Bataille Colette Peignot, Laure genannt, kennen. Im Lauf der Treffen im Demokratisch-Kommunistischen Kreis entstand eine Beziehung zwischen beiden. Laure starb 1938 an Tuberkulose.[4]. Sylvia Bataille lebte seit 1938 mit Jacques Lacan, einem Psychiater und später berühmten Psychoanalytiker eigener Schule, sie heirateten 1953.[5] Bataille blieb nach der Trennung in Kontakt mit beiden. Er war über Jahrzehnte ein wichtiger Ideengeber für Lacans Psychologie.[6] Die Ehe mit Sylvia wurde erst nach dem Ende der deutschen Besetzung 1946 geschieden. Aus Sorge um die mögliche Anwendung der Rassegesetze wollte man früher nicht daran rühren. Bataille heiratete 1951 Diane Kotchoubey de Beauharnais.[7] Bataille hatte sie 1943 kennengelernt, ihre Tochter, Julie Bataille, wurde 1949 geboren.

1942 wurde er aufgrund einer Tuberkulose aus dem Bibliotheksdienst entlassen, 1949 nahm er die Arbeit als Bibliothekar aber zunächst in Carpentras und zwei Jahre später in Orléans wieder auf. 1955 wurde bei ihm eine Arteriensklerose des Gehirns festgestellt. Georges Bataille starb sieben Jahre später (1962) in Paris.[8]

Wirken[Bearbeiten]

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Bataille bewegte sich ab 1923 in den Kreisen der Pariser Surrealisten und schloss Freundschaften mit Michel Leiris, André Masson sowie dem Mediziner Théodore Fraenkel. 1928 veröffentlichte er die surreal-pornografische Erzählung Histoire de l'œil („Die Geschichte des Auges“). Bataille verband sich mit Surrealisten, die sich von André Breton losgesagt hatten. Breton verlangte damals die Unterordnung des Surrealismus unter die stalinistische kommunistische Partei Frankreichs (PCF). Breton griff die Abtrünnigen im zweiten Manifest des Surrealismus (im Dezember 1929 in der letzten Ausgabe von La Révolution surréaliste veröffentlicht) an, was zur scharfen Antwort Un cadavre (Januar 1930) führte. 1929 bis 1931 gab Bataille mit dem Ethnologen und Musiker Georges-Henri Rivière, Michel Leiris und Carl Einstein die Zeitschrift Documents, Doctrines, Archéologie, Beaux Arts, Ethnographie heraus. Von 1931 bis 1934 schloss sich Bataille dem antistalinistischen Cercle Communiste Démocratique Boris Souvarines an, deren La Critique Sociale die Studien (La notion de Dépense, La structure psychologique du Fascisme) veröffentlichte. André Breton löste sich 1935 von der KPF und versöhnte sich mit Bataille. Mit ihm und Roger Caillois schloss Bataille sich zur kurzlebigen antifaschistischen Gruppe Contre-Attaque zusammen. In Spanien schrieb Bataille 1935 Le bleu du ciel.

1937 gründete er mit Caillois, Leiris und Jules Monnerot das Collège de Sociologie, dessen Aufgabe es sein sollte, eine Soziologie des Heiligen beziehungsweise Sakralsoziologie zu entwickeln. Jean Paulhan und andere hielten dort Vorlesungen. An diesem Projekt waren auch die deutschen Emigranten Walter Benjamin und Hans Mayer beteiligt. Bataille war außerdem Gründer und Leitfigur der 1936 ins Leben gerufenen Geheimgesellschaft Acéphale. Es erschienen vier Nummern einer gleichnamigen Zeitschrift. Der Krieg beendete diese Aktivitäten.

1946 gründete er die einflussreiche monatlich erscheinende Zeitschrift Critique, in der er unter anderem die frühen Arbeiten von Roland Barthes, Maurice Blanchot, Jacques Derrida und Michel Foucault veröffentlichte. Das letzte Werk Batailles war Die Tränen des Eros, eine dekadent erotische Kunstgeschichte, an der Lo Duca wesentlich mitgearbeitet hat.[9] Vor allem einige alte Fotos chinesischer Gerichtsbarkeit, der Hinrichtung durch die „tausend Schnitte“, (Lingchi) wurden beachtet.

Werk[Bearbeiten]

Bataille wurde stark von Hegel, Sigmund Freud, Karl Marx, Marcel Mauss, Marquis de Sade und Friedrich Nietzsche, aber auch von Alexandre Kojève beeinflusst. Er ist Autor eines vielfältigen Werks: Vorlesungen, Gedichte, Essays über zahllose Themen wie die Mystik, die Grenzen der Ökonomie, über Poesie, Philosophie, Kunst, Erotismus und Tod. Bataille interessiert sich für das Opfer, die Transgression (Grenzüberschreitung, die eine innere Erfahrung evoziert) und die Verschwendung, den Rausch, die Tabu- und Grenzbereiche menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Arne Hoffmann unterstreicht die Auffassung, dass insbesondere Histoire de l'œil klar sadomasochistisch geprägt ist.[10]

Konzept der Heterologie[Bearbeiten]

Bataille interessiert sich durch sein gesamtes Werk hindurch für das Ausgeschlossene, das Heterogene, den „verfemten Teil“, der in einer gesellschaftlichen Homogenität negativ bestimmt ist und tendenziell der Vernichtung preisgegeben ist, La part maudite (1949). So auch in einem marxistischen Diskurs oder bei Marx selbst, der das revolutionäre Subjekt, das Proletariat, vom Lumpenproletariat (das wäre in diesem Falle das Heterogene Batailles) abgrenzt.

Bataille begründet damit ein Denken, das einen großen Teil französischer Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts - den Postmodernismus sowie den Poststrukturalismus - beeinflusste. Die Nähe Batailles, auch unter Rücksichtnahme seiner Bekanntschaft mit Walter Benjamin, zur Kritischen Theorie fand jedoch weder bei Theodor W. Adorno noch George Bataille eine Bemerkung.

Verschwendung[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Verschwendung taucht als Grundprinzip ökonomischen Handelns in Batailles wirtschaftswissenschaftlichem Beitrag auf. Entsprechend seinem Konzept der Heterologie thematisiert er hier den verfemten Teil wirtschaftswissenschaftlicher Zusammenhänge. Statt von einem Mangel an Gütern geht Bataille von einem Überfluss an Gütern aus; statt von einem Überfluss an Bedürfnissen vom Mangel an Möglichkeiten Bedürfnisse zu befriedigen. Diesem Mangel an Verschwendung müsse sich die Ökonomie widmern. Er nennt dies die kopernikanische Wende. Er möchte etwas in das philosophische Denken zurückholen, das bisher ausgegrenzt war und das jetzt innovativ wirken soll, indem es mit berücksichtigt wird. Er bezieht dazu soziale Verhältnisse und die menschliche Lebensweise mit ein. Fachleute gehen davon aus, dass derartige umfassende, bzw. allgemeine Sichten auf ökonomische Fragen heute kaum mehr praktiziert werden.[11]

Souveränität und Überschreitung[Bearbeiten]

Souveränität ist für Bataille weniger die Ausübung von Herrschaft (wie z. B. nach der Definition von Carl Schmitt: „Derjenige ist souverän, der über den Ausnahmezustand gebietet“). Bei Bataille handelt es sich vielmehr um eine machtlose Souveränität, die damit gleichzeitig subversiv zu allen Mächten wird. Bataille unterscheidet dabei drei historische Stadien von Souveränität:

  1. Das archaische Stadium, in dem der Priester oder die Priesterin eine sakrale Souveränität ausüben, die von aller Macht ausgeschlossen ist.
  2. Die Souveränität im klassischen Sinne eines absolutistischen Herrschers.
  3. Die Souveränität des Künstlers, die in actu subversiv wirkt und sich von aller Herrschaft unterscheidet.[12]

Dabei handelt es sich bei der Überschreitung (Transgression), die von Foucault in Bezugnahme auf Bataille als ‚nicht-affirmative Bejahung‘[13] definiert wird, allein um das movens der Souveränität, um das dynamische Element, das nach Bataille in der Souveränität verborgen liegt.

Philosophie des Verbrechens[Bearbeiten]

In seinem Werk Gilles de Rais, Leben und Prozeß eines Kindermörders schildert Bataille die wahre Geschichte des Gilles de Rais, der ein Waffengefährte der Jeanne d’Arc war, Marschall von Frankreich und zugleich ein monströser Massenmörder. Etliche Kinder wurden von seinen Vertrauensleuten unter verlockenden Versprechungen in seine Schlösser gebracht, wo sie als Opfer schwarzer Magie im Verlauf orgiastischer Gelage vergewaltigt, verstümmelt und umgebracht wurden. Bataille schildert die Verbrechen anhand der Protokolle des weltlichen und des kirchlichen Prozesses. Darüber hinaus bemüht er sich um eine psychologisch fundierte Philosophie des Verbrechens.[14]

Werke in deutschen Ausgaben[Bearbeiten]

  • Die vorgeschichtliche Malerei: Lascaux oder die Geburt der Kunst. dt. von Karl Georg Hemmerich. Skira, Genf 1955, Klett Cotta, Stuttgart 1983.
  • Manet. Biographisch-kritische Studie. dt. von Karl Georg Hemmerich. Skira, Genf/Paris/New York 1955.
  • Der heilige Eros. dt. von Max Hölzer. Luchterhand, Neuwied-Berlin 1963.
  • Die Tränen des Eros. dt. von Karin Reese, Martin Schulte u. Marta Berger. In: Lo Duco: Die Erotik in der Kunst. Kurt Desch, München/Wien/Basel 1965.
  • Abbé C., hrsg. u. übers. von Max Hölzer, Luchterhand, Neuwied-Berlin 1966.
  • Das Blau des Himmels, übers. von Sigrid Massenbach u. Hans Naumann, Luchterhand, Neuwied/Berlin 1967.
  • Gilles de Rais. Leben und Prozeß eines Kindermörders. übers. von Ute Erb, Merlin, Hamburg 1967, ISBN 3-87536-042-7
  • Das obszöne Werk. (Die Geschichte des Auges, Madame Edwarda, Meine Mutter, Der Kleine, Der Tote). Mit einem Nachwort von Francois Bondy. Ins Deutsche übertragen und mit einem Nachwort versehen von Marion Luckow. Rowohlt, Reinbek 1972.
  • Die psychologische Struktur des Faschismus- Die Souveränität aus dem Französischen von Rita Bischof, Elisabeth Lenk, Xenia Rajewski. Hrsg. von E. Lenk. Nachwort Rita Bischof. Batterien. Bd 8. Matthes & Seitz, München 1978.
  • Das theoretische Werk I: Die Aufhebung der Ökonomie (Der Begriff der Verausgabung - Der verfemte Teil - Kommunismus und Stalinismus.) Aus dem Französischen von Traugott König und Heinz Abosch. Mit einer Studie von Gerd Bergfleth. Rogner & Bernhard, München 1975, 2. erw. Auflage: Matthes & Seitz (Batterien 22), München 1985
  • Die Literatur und das Böse. Emily Brontë - Baudelaire - Michelet - Blake - Sade - Proust - Kafka - Genet, dt. von Cornelia Langendorf. Mit einem Nachwort von Gert Bergfleth und einem Essay Daniel Leuwers, Matthes & Seitz (Batterien 28), München 1987
  • Die Erotik ebd. 1994
  • "René Char und die Kraft der Dichtung" in :Herzattacke 4/1995, VII. Jahrgang, S. 212-218
  • Theorie der Religion, Matthes & Seitz, Berlin 1997
  • Wiedergutmachung an Nietzsche. Das Nietzsche-Memorandum und andere Texte, Matthes und Seitz, München 1999
  • Die innere Erfahrung nebst Methode der Meditation und Postskriptum 1953. Atheologische Summe I Gallimard, Paris 1943/1954; Matthes & Seitz, München 1999
  • Verdorbene Sonne Übers. v. Wroblewsky, in: Carlo Ginzburg: Das Schwert und die Glühbirne. Eine neue Lektüre von Picassos ›Guernica‹ edition suhrkamp 2103, 1999 ISBN 9783518121030. [15]
  • Die Freundschaft. Das Halleluja. Atheologische Summe II Gallimard, Paris 1944/1961; Matthes & Seitz, München 2002
  • Nietzsche und der Wille zur Chance. Atheologische Summe III ebd. 1945; Matthes & Seitz, München 2005
  • (mit Carl Einstein, Marcel Griaule, Michel Leiris u.a. ), Kritisches Wörterbuch , Merve, Berlin 2005
  • Das Unmögliche, Hanser (Edition Akzente), München 2007
  • Henker und Opfer Matthes & Seitz Berlin 2008, ISBN 978-3-88221-726-1

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Bange: An den Grenzen der Sprache. Studien zu Bataille. Lang, Frankfurt a.M. 1982, ISBN 3-8204-5718-6.
  • Gerd Bergfleth: Theorie der Verschwendung. Einführung in Georges Batailles Antiökonomie. Matthes & Seitz, München 1985, ISBN 3-88221-359-0.
  • Rita Bischof: Souveränität und Subversion. Batailles Theorie der Moderne. Matthes & Seitz, München 1984, ISBN 3-88221-223-3.
  • Maurice Blanchot: Die innere Erfahrung. In: Herzattacke. 2/1995, VII. Jahrgang, S. 192-198.
  • Jérome Bourgon: Bataille et le supplicié chinois: erreurs sur la personne. Turandot Webseite, 2004 (online)
  • Roland A. Champagne: Georges Bataille. Twayne Publishers, New York 1998.
  • Jacques Derrida: Von der beschränkten zur rückhaltlosen Ökonomie. Ein rückhaltloser Hegelianismus. In: Jacques Derrida: Die Schrift und die Differenz. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1972, ISBN 3-518-27777-4, S. 380-421.
  • Marcus Dick: Die Dialektik der Souveränität. Philosophische Untersuchungen zu Georges Bataille. Georg Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2010, ISBN 978-3-487-14406-1.
  • Rodolphe Gasché: System und Metaphorik in der Philosophie von Bataille. Lang, Frankfurt a.M. 1978, ISBN 3-261-04612-0.
  • Gregor Häfliger: Autonomie oder Souveränität. Zur Gegenwartskritik von Georges Bataille. Mäander, Mittenwald 1981.
  • Hans-Jürgen Heinrichs: Der Wunsch nach einer souveränen Existenz. Georges Bataille. Droschl, Graz 1999, ISBN 3-85420-510-4.
  • Andreas Hetzel, Peter Wiechens (Hrsg.): Georges Bataille. Vorreden zur Überschreitung. Würzburg 1999, ISBN 3-8260-1355-7.
  • Patrick Kilian: Georges Bataille, André Breton und die Gruppe Contre-Attaque. Über das "wilde Denken" revolutionärer Intellektueller in der Zwischenkriegszeit. St. Ingbert 2013.
  • Michel Foucault: Vorrede zur Überschreitung. In: Michel Foucault: Dits et Ecrits. Schriften. Bd 1. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2001, ISBN 2-07-073844-2, S. 320-342.
  • Silvia Lippi: Transgressions. Bataille, Lacan. érès, Villefranche 2008, ISBN 978-2-7492-0975-3.
  • Lo Duca (Hrsg.): Das moderne Lexikon der Erotik von A-Z, Band 1: A-Bu. Desch, München 1963, 1969 (orig.: Paris, 1962), S. 107-113.
  • Bernd Mattheus: Georges Bataille. Eine Thanatographie. 3 Bde. Matthes & Seitz, München 1984, 1992, 1995, ISBN 3-88222-225-5.
  • Stephan Moebius: Die Zauberlehrlinge. Soziologiegeschichte des Collège de Sociologie 1937-1939. UVK, Konstanz 2006, ISBN 3-89669-532-0.
  • Stephan Moebius: Contre-Attaque – eine politische Initiative französischer Intellektueller in den 30er Jahren. In: Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts (Hrsg.): Sozial. Geschichte. Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts. Bern 18.2003,2 (Juni), ISSN 1660-2870, S. 85-100.
  • Lars Steinmann: Rezension zu Artur R. Boelderl: Georges Bataille. Über Gottes Verschwendung und andere Kopflosigkeiten. In: Marburger Forum. Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart. Lohra Jg 6.2005.
  • Lars Steinmann: Eine Buchbesprechung zu Die Tränen des Eros. In: Marburger Forum. Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart. Lohra Jg 7.2006,3.
  • Hans Erich Troje: Grenzerfahrungen. Zu einigen Texten von Georges Bataille. In: Hans Erich Troje: Gegenpositionen. Aspekte zur Zukunft von Ehe und Familie. Böhlau, 2009, ISBN 978-3-412-20342-9, S. 237-257.
  • Peter Wiechens: Bataille zur Einführung. Junius, Hamburg 1995, ISBN 3-88506-907-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "...an einem schönen Dezembermorgen, hatte ich meinen Eltern, die außer sich waren, offenbart, dass ich nie wieder einen Fuß ins Gymnasium setzen würde. Kein Zornausbruch konnte meinen Entschluss ändern: ..." Bataille: W.-C. Vorwort zur 'Geschichte des Auges'. In Ders.: Das obzöne Werk. Reinbek bei Hamburg, 1977, S. 186f.
  2. vgl. Georges Bataille: Romans et récits, Paris, La Pléiade 2004, p. XCIV. - Vgl. auch Peter Wiechens: Bataille zur Einführung. Hamburg 1995, S. 9f.
  3. Sylvia Makles Eltern waren rumänische Juden. Laurence (1930-1986, Krebs) war eine Lacansche Psychoanalytikerin. Posthum gesammelte Schriften: L'ombilic du rêve, Paris, 1987, übers. Der Nabel des Traums, Weinheim u. Berlin, 1988.
  4. Colette Lucienne Peignot, * 8. Okt. 1903, Paris, gest. 7. Nov. 1938 Laure teilte Batailles Leben und Interessen, sie war mit Masson und Leiris, Piere Klossowski und Patrick Waldberg befreundet. Laure nahm an Acéphale teil. Veröffentlichungen in Zeitschriften, posthume Privatdrucke Le sacré, George Bataille mit Michel Leiris (Hg.), mit Anmerkungen von Bataille, 1939 u. Histoire d'une petite fille; gesammelt in den Écrits de Laure, Pauvert, Paris, 1979, hrsg. von ihrem Neffen Jérome Peignot und anderen, übers., Schriften, Matheus & Seitz, München, 1980.
  5. Lacan war mit Bataille befreundet. Sylvia Batailles Tochter mit Lacan, Judith Bataille, verheiratete Miller wurde 1941 geboren, was zur Scheidung von Lacans erster Ehe führte.
  6. Vgl. z. B. Hans Erich Troje: Grenzerfahrungen. Zu einigen Texten von George Bataille. In: Hans Erich Troje: Gegenpositionen. Aspekte zur Zukunft von Ehe und Familie. Böhlau, 2009, , S. 237-257.
  7. Diane Bataille wurde am 4. Juni 1918 in Victoria auf Vancouver Island geboren. Sie ist also Kanadierin. Ihr Vaoseter war Prinz Eugène Kotchoubey de Beauharnais (1894–1951), ihre Mutter Helen Pearce. Sie war in erster Ehe, von 1939 Sie starb 1938 bis 1946 mit Gerges Snopko (1895–1975) verheiratet, hatte eine Tochter, Catherine (1941–1990). Diane veröffentlichte 1955 als XXX' einen erfolgreichen sado-masochistischen Roman, The Whip Angels (Die Peitschenengel, Darmstadt, 1968) bei Olympia Press, Paris, repr. 1968 unter dem Pseudonym Selena Warfield! in New York. Alberto Giacometti schuf 1947 ihre Büste.
  8. Vgl. Michel Surya: Georges Bataille: An Intellectual Biography. London/New York 2002, p. 474.
  9. Jérome Bourgeon über Lo Ducas Rolle in: Timothy Brook, Jérome Bourgon, Gregory Blue, Death by a Thousand Cuts, Harvard UP, Cambr., Mass., 2008., 235f. Jerome Bourgon hat seine maßgeblichen Erkenntnisse über Batailles Fehlinterpretation der Lingchi-Fotos auf der herausragenden Turandot website bereitgestellt, Bataille et le supplicié chinois: erreurs sur la personne. (Mai 2004), http://turandot.ish-lyon.cnrs.fr/Essay.php?ID=27 ,
  10. Arne Hoffmann: In Leder gebunden. Der Sadomasochismus in der Weltliteratur, Ubooks 2007, S. 147 ff. .
  11. Vgl. z. B. Thomas Wex: Ökonomie der Verschwendung. Batailles allgemeine Ökonomie und die Wirtschaftswissenschaften. S. 182-210. In: Andreas Hetzel & Peter Wiechens (Hg.): Georges Bataille: Vorreden zur Überschreitung. Würzburg 1999.
  12. Rita Bischof: Souveränität und Subversion. Batailles Theorie der Moderne. Einleitung. Matthes & Seitz, München 1984.
  13. Michel Foucault: Vorrede zur Überschreitung. In: Michel Foucault: Dits et Ecrits. Schriften. Bd 1. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2001, S.320-342.
  14. Der Spiegel (Heft 13/1968): Biografien / Gilles de Rais - Wie ein Alp
  15. Rezensionsnotiz in Süddeutsche Zeitung, 9. Dezember 1999: „Picassos Guernica nicht als politisch motivierte Anklage lesen zu wollen und es dann doch zu tun“, so beschreibt Antje Weber Ginzburgs Untersuchung. Kern der Ginzburgschen These vom Nicht-Antifaschismus ist der Einfluss, den George Bataille in genau jener Zeit (1937) auf Picasso ausübte. Aufgrund von dessen ambivalenter Kritik am Faschismus habe der Maler bestimmte Veränderungen am Bild vorgenommen (das zur Pariser Weltausstellung für den Pavillon der Spanischen Republik in Auftrag gegeben war). Besonders die Glühbirne in der Sonne von Guernica entspreche, so meint Ginzburg, der Bataille’schen Auffassung von der modernen Kunst als „verdorbene Sonne“, die Entsetzen auslöse.

Weblinks[Bearbeiten]