Rotbier

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Malzvergleich rot und normal, verwendet für das HannoverWikiRed Bier der HBX Stadtbrauerei, Hannover.
Rotkehlchen der Bürgerbrauerei Berlin-Friedrichshagen

Als Rotbier werden verschiedene Biersorten bezeichnet. Regional unterscheidet man insbesondere das Belgische Rotbier und das Nürnberger Rotbier. In anderen Regionen wird auch Rauchbier und Braunbier als Rotbier bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die Entwicklung des belgischen Rotbiers erfolgte durch die Brauerei Rodenbach in Roeselare, Westflandern im 19. Jahrhundert. Es hat rund 5 % Alkohol, einen fruchtig-sauren Geschmack und eine typische rötliche Färbung, die bei der Reifung in Holzfässern entsteht. Unterscheidungsmerkmale dieses Bieres sind ein intensiver gedörrtes Malz, eine Gärung mit einer Mischung von gewöhnlicher obergäriger Hefe und einer Milchsäurebakterien-Kultur sowie die Reifung im Eichenfass.

Original Nürnberger Rotbier wird bereits seit dem frühen Mittelalter dort nach eigenen Braugesetzen gebraut. Seit 1530 wurde auch das obergärige „weiße Bier“ gebraut. Im Gegensatz zum obergärigen Weissbier handelt es sich beim Rotbier um ein untergäriges Bier, das ausschließlich mit Gerstenmalz gebraut wurde. Im Jahr 1597 gab es in Nürnberg 35 Rotbier- und 11 Weissbierbrauereien und das städtische Weizenbrauhaus. Später wurden die Anzahl jedoch gesetzlich beschränkt. Heute wird Original Nürnberger Rotbier in der Hausbrauerei Altstadthof und von der Brauerei Schanzenbräu im Stadtteil Gostenhof wieder gebraut.

Neuere Entwicklungen [Bearbeiten]

Überregional bekannt wurde Rotbier mit der Verbreitung von Kleinbrauereien, zu deren Spezialitäten häufig Rotbiersorten gehören. Im Getränkehandel ist das Angebot auf wenige lokale Anbieter beschränkt.

Heutigentags hat sich die Breite der Möglichkeiten, um ein „rotes“ Bier zu erhalten, verbreitert. Eine Rotfärbung durch geeignete Lagerung ist somit nicht mehr die einzige Biersorte. Alternativ wird die Färbung durch Zugabe bestimmter färbender Malze (Rotmalz) erreicht. Zudem ist die Färbung zwischen einem rotstichigen Gelb bis zu Rotbraun durch die Verteilung von Hopfen und Malz beeinflusst, ebenfalls wie der Geschmack. Die irische Brauerei Murphy’s stellt die bekannte Biersorte Irish Red Beer her. Dabei handelt es sich um ein tiefrotes Ale, das ebenfalls durch Malz diese Färbung erhält.

Bei anderen roten Biersorten resultiert die Färbung aus der Zugabe von Früchten oder Fruchtsaft. Dadurch geht jedoch die Benennung durch das Reinheitsgebot verloren, wie bei Kirschbräu oder Kirschporter.

Neben dem Namen Rotbier wie beim Rotbier der Brauerei Schanzenbräu,[1] gibt es Beispiele, wo im Biernamen der Wortteil „Rot-“ enthalten ist, wie beim Rotkehlchen der Bürgerbrauerei Berlin-Friedrichshagen.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Schanzenbrauerei: Rotbier