Rudisleben

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50.85805555555610.970277777778256Koordinaten: 50° 51′ 29″ N, 10° 58′ 13″ O

Rudisleben
Stadt Arnstadt
Höhe: 256 m
Einwohner: 926 (31. Mrz. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1999
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 03628
Evangelische Dorfkirche St. Johannis

Evangelische Dorfkirche St. Johannis

Rudisleben ist ein Ortsteil von Arnstadt im Ilm-Kreis (Thüringen) mit 926 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Rudisleben liegt im Geratal zwischen Arnstadt im Süden und Ichtershausen im Norden. Der Ort ist ein Straßendorf von etwa zwei Kilometern Länge. Rudisleben liegt auf der Ostseite der Gera. Im Süden des Ortes liegen einige größere Seen, die zum ortsansässigen Kies- und Betonwerk gehören und von Anglern und Badegästen genutzt werden. Rudisleben ist umgeben von landwirtschaftlichen Flächen, im Norden ist ein kleines Waldgebiet. Der Ort liegt etwa 250 Meter über NN.

Geschichte[Bearbeiten]

Rudisleben wurde im 8. Jahrhundert als Rudolfeslebo erstmals erwähnt. Die heutige Dorfkirche St. Johannes stammt aus dem Jahr 1732. Sie wurde errichtet, nachdem der Vorgängerbau einem Brand zum Opfer fiel. Das Besondere an dem barocken Kirchbau ist der kreuzförmige Grundriss. Bis 1920 gehörte Rudisleben zur Oberherrschaft im Fürstentum bzw. Freistaat Schwarzburg-Sondershausen, danach zum Kreis Arnstadt und seit dem 1. Juli 1999 zur Stadt Arnstadt.[2]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 311 „Ostarbeiter“, die in drei Lagern untergebracht waren, in örtlichen Unternehmen Zwangsarbeit leisten: in den Maschinenfabriken Mako und Scholz sowie bei den Polte-Werken.[3]

Politik[Bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister Joachim Lindner wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. März 2007, bei der er als einziger Kandidat antrat, gewählt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Nahe Rudisleben befindet sich das Arnstädter Industriegebiet. Hier sind zahlreiche Großbetriebe wie z. B. die Chema oder das neu errichtete Rolls-Royce Flugzeugturbinenwerk (N3) angesiedelt. Neben Verkaufsstätten, wie Baumärkten und Autohäusern, haben sich im Laufe der Zeit auch zahlreiche mittelständische Unternehmen dort niedergelassen, zu denen unter anderem zwei Produktionsstätten für Solarzellen gehören. Im Rudislebener Ortsgebiet westlich der Gera befand sich früher die Saline Arnshall. Im Ort selber befinden sich ein kleiner Einkaufsmarkt, ein Fleischerfachgeschäft, ein Friseur, das Kies- und Betonwerk, ein Floristikfachgeschäft, eine Kindertagesstätte sowie mehrere Gaststätten und Pensionen.

Die Rudislebener Dorfstraße führt im Süden zur ehemaligen B 4 nach Arnstadt sowie zum Autobahnzubringer A71 und im Norden nach Kirchheim. Zwischen 1966 und 1985 besaß der Ort einen Eisenbahnanschluss an die Arnstadt-Ichtershausener Eisenbahn. Über die Abfahrt "Arnstadt Nord" ist Rudisleben an die Autobahn A71 angeschlossen. Außerdem liegt Rudisleben am Gera-Radweg.

Im Ort sind auch einige Vereine wie der Freiwillige Feuerwehrverein, die Kirmesgesellschaft oder der Kirchenchor vertreten. Sie sorgen für das kulturelle und soziale Geschehen im Dorf, wie z.B. dem jährlichen Osterfeuer, dem traditionellen Maibaumsetzen oder der Rudislebener Kirmes, die jedes Jahr am zweiten Oktoberwochenende stattfindet.

Auch der Fußballverein SV Arnstadt Rudisleben leistet seinen Teil zum Bekanntheitsgrad des kleinen Ortes.

In Rudisleben begannen am 14. August 2009 die Bauarbeiten für die Jugendstrafanstalt Arnstadt, die in Form eines Dorfes errichtet wird. Sie soll die JVA Ichtershausen ersetzen, 340 Plätze bieten, 73 Millionen Euro kosten und 2014 fertig werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudisleben (Arnstadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistische Erhebungen. Pass-, Meldewesen/Statistik, Stadtverwaltung Arnstadt. Abgerufen am 6. Juli 2013.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 150.