Ruthenium(IV)-oxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Ruthenium(IV)-oxid
__ Ru4+      __ O2−
Allgemeines
Name Ruthenium(IV)-oxid
Andere Namen

Rutheniumdioxid

Verhältnisformel RuO2
CAS-Nummer
  • 12036-10-1 (wasserfrei)
  • 32740-79-7 (Hydrat)
Kurzbeschreibung

schwarzes, geruchloses Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 133,07 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,97 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 955 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36
S: 26​‐​39
Toxikologische Daten

4580 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Ruthenium(IV)-oxid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Oxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid kann zum Beispiel durch Hydrolyse von Rutheniumhalogeniden (z. B. Ruthenium(III)-chlorid) gewonnen werden.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid ist ein schwarzes, geruchloses Pulver. Es kommt außer als Anhydrid auch hydratisiert vor, welches dann oberhalb von 75 °C Kristallwasser abspaltet. Es besitzt eine Rutil-Kristallstruktur[5][6] ähnlich der von Titandioxid.

Verwendung[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid wird für die Beschichtung von Titan-Anoden, wie sie beispielsweise für die Chloralkali-Elektrolyse benötigt werden, und in der Elektronikindustrie verwendet.[7][8] Außerdem wird Rutheniumoxid in Widerstandsthermometern für extrem tiefe Temperaturen verwendet.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 12036-10-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Juni 2010 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt Ruthenium(IV) oxide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Schafer, H., Z.an.allg. Chem. 1963, 319, 327
  5. Wyckoff, R.W.G.. Crystal Structures, Vol. 1. Interscience, John Wiley & Sons: 1963.
  6. Wells, A.F. (1975), Structural Inorganic Chemistry (4th ed.), Oxford: Clarendon Press
  7. De Nora,O.; Chem. Eng. Techn., 1970, 42, 222.
  8. Iles, G.S.; Platinum Met. Rev., 1967,11,126.
  9. A low noise thermometer readout for ruthenium oxide resistors. REVIEW OF SCIENTIFIC INSTRUMENTS VOLUME 73, NUMBER 10, 2002, abgerufen am 4. August 2011 (PDF; 186 kB).