Sándor Rózsa

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Sándor Rózsa
Suchplakat für Sándor Rózsa aus dem Jahre 1856

Sándor Rózsa (* 10. Juli 1813 in Röszke; † 22. November 1878 in Szamosújvár, heute Gherla) war ein ungarischer Bandit im Großen Alföld. Sein Leben wurde von mehreren Schriftstellern, darunter Zsigmond Móricz und Gyula Krúdy, literarisch verklärt und romantisiert, so dass er heute als eine Heldenfigur wahrgenommen wird, vergleichbar z. B. dem deutschen Schinderhannes oder dem englischen Robin Hood.

Als 23-Jähriger (1836) erhielt er seine erste Gefängnisstrafe in Szeged. Nachdem er dort ausgebrochen war, führte er das Leben eines Räuberhauptmanns und wurde durch zahlreiche Gewalttaten berühmt und gefürchtet.

Im Oktober 1848 schloss er sich mit seiner 150-köpfigen Bande der ungarischen Revolution an. Mit ihrem ungewöhnlichen Auftreten und der Kampftaktik hatten sie zunächst Erfolg, wurden jedoch wegen fehlender Disziplin bald aufgelöst.

Nach der Niederschlagung der Revolution war Rózsa zur Flucht gezwungen und nahm sein früheres Leben als Räuber wieder auf. Erst 1857 wurde er gefangengenommen, nachdem einer seiner Weggenossen ihn verraten hatte. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und verbrachte neun Jahre in den Gefängnissen von Kufstein, Theresienstadt und Petrovaradin, bis er anlässlich einer Generalamnestie 1868 entlassen wurde.

Im selben Jahr kehrte er jedoch zu seinem alten Lebensstil zurück, raubte Postkutschen und Eisenbahnen aus. Am 12. Januar 1869 wurde er abermals verhaftet und wiederum zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt.

Er starb im Gefängnis in Gherla.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sándor Rózsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien