Süphan Dağı

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Süphan Dağı
Suphan peak.jpg
Höhe 4058 m
Lage Provinz Van, Türkei
Gebirge Taurusgebirge
Koordinaten 38° 55′ 31″ N, 42° 49′ 28″ O38.92527777777842.8244444444444058Koordinaten: 38° 55′ 31″ N, 42° 49′ 28″ O
Süphan Dağı (Türkei)
Süphan Dağı
Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption 8000 v.Chr.
Normalweg über Ostseite

Der Süphan Dağı (kurdisch Çiyayê Sîpan, armenisch Սիփան Սար), ist ein 4058 Meter[1] hoher Berg im Osten von Anatolien in der türkischen Provinz Van. Er liegt am Nordufer des Vansees an der Grenze zur Provinz Muş. Sein Gipfel ist das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der urartäische Name des Berges war Eidoru, er wurde als Gott verehrt.[2] Die Inschrift von Meher Kapısı aus der Zeit des Königs Menua nennt den Berg als Empfänger von Tieropfern, und in der Festung Rusahinili Eidorukai, Rusahinili vor dem Berg Eidoru erwähnt eine Inschrift von Rusa, Sohn des Argišti, ebenfalls Tieropfer an den Berg[3]. In alten armenischen Quellen heißt der Berg Nekh Masis (Nech Masis), Masis, „großer (Berg)“. Mit dem Namenszusatz Nekh wurde er vom Azat Masis (azat, „edel“, „frei“), dem Ararat, unterschieden. Beide galten in frühchristlicher Zeit als höchste Berge im Sintflutmythos.[4] Der armenische Name Masis ist heute für den Ararat und eine in der Nähe gelegene Stadt (Masis) reserviert.

Besteigung[Bearbeiten]

Der erloschene Vulkan überragt die ganze Umgebung und ist unter Bergsteigern für einen schönen Ausblick über die östlichen Gebirgsketten des Taurusgebirges und den Oberlauf des Euphrat (türkisch Fırat) bekannt.

Im Umkreis von 200 km wird seine Höhe nur vom Ararat (Agri Dağı, 5137 m) übertroffen, der an der Grenze zu Armenien liegt.

Eine Besteigung wird von der Ostseite in den Monaten Juni bis September empfohlen. Während der gesamten Besteigung ist der Blick auf den Vansee frei. Da der Vansee bereits auf 1600 Meter Seehöhe liegt, kann die Übernachtung schon in einem Camp auf 3200 m erfolgen.

Rohstoffe[Bearbeiten]

Der Süphan Dağı hat wichtige Vorkommen von schwarzem, homogenem Obsidian, die seit den Neolithikum genutzt wurden. Das Material wurde auch in chalkolithischen Schichten von Arslantepe bei Malatya nachgewiesen[5].

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J Blackman, Provenance studies of middle eastern obsidian from sites in highland Iran, Archaeol. Chem. III, Adv. in Chem. 205 (1984), 19–50.
  • C. Chataigner, J. L. Poidevin, N.O. Arnaud, Turkish occurrences of obsidian and use by prehistoric peoples in the Near East from 14,000 to 6000 BP. Journal of Volcanology and Geothermal Research 85, 1998, 517–537.
  • Keller, J./Seifried, C., 1990. The present statuts of obsidian source identification in Anatolia and the Near East. In: Albore Livadie, C./Wideman, F., (Hrsg.), Volcanologie et Archéologie, Pact 25. Strasbourg, Conseil de l'Europe, 58–87.
  • A. Mahdavi/C. Bovington, Neutron Activation Analysis of some Obsidian samples from geological and archaeological sites. Iran 10, 1972, 148-151.
  • Yilmaz, Y., Güner, Y. & F. Saroglu (1998): Geology of quaternary volcanic centres of the east Anatolia. Journal of Volcanology and Geothermal Research 85: 173-210.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Süphan Dağı – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkeikarte der Geographischen Fakultät der Universität Ankara
  2. M. Savini, The historical background of the Urartian monument of Meher Kapısı. In: Altan Çilingiroğlu/D. H. French (Hrsg.), Anatolian Iron Ages 3, British Institute of Archaeology at Ankara Monograph 3 (Ankara 1994) 205
  3. Altan Çilingiroǧlu, Recent excavations a the Uratian Fortress of Ayanis In: Adam T. Smith, Karen S. Rubinson (Hrsg.), Archaeology in the Borderlands, 208
  4. James R. Russell: Armeno-Iranica. In: Jacques Duchesne-Guillemin, Pierre Lecoq (Hrsg.): Papers in Honour of Professor Mary Boyce. Band 2. E.J. Brill, Leiden 1985, S. 455–457
  5. Fornaseri M./Malpieri L./Palmieri A. M./Taddeucci A., Analyses of Obsidians from the late Chalcolithic levels of Arslantepe (Malatya). Paléorient 3/1, 1975, 231 - 246