Arslantepe

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38.38194444444438.361111111111Koordinaten: 38° 22′ 55″ N, 38° 21′ 40″ O

Reliefkarte: Türkei
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Arslantepe
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Türkei
Zylindersiegel aus Arslantepe aus dem 4. Jahrtausend v. Chr.

Arslantepe, auch Arslan Tepe, Aslantepe, „Löwenhügel“, war eine seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. befestigte Siedlung in Kleinasien. Der heutige Tell (Grabungshügel) mit Funden vor allem aus der Bronze- bis in die neo-hethitische Zeit liegt in Ostanatolien, sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Malatya.

Die frühe Kupferproduktion ist von besonderem Interesse, weil die damalige Bevölkerung dem Kupfer erstmals Arsen beimischte (Arsenbronze) und so die ersten Schwerter herstellen konnte.[1]

Bisher liegen bis etwa ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurückgehende Funde vor. Seit der Kupfersteinzeit (4. Jahrtausend v. Chr.) war Arslantepe kontinuierlich besiedelt. Der älteste ausgegrabene Palast stammt aus dem Jahr 3350 v. Chr., etwa um 2900 v. Chr. in der frühen Bronzezeit entstand eine Stadtmauer.[2]

Ein Zerstörungshorizont kennzeichnet das Ende von Arslantepe VI A. Ab dem darauffolgenden Arslantepe VI B weisen sowohl typische schwarz-rote Keramik als auch Gebäude mit doppelten Reihen von Pfostenlöchern auf die süd-kaukasische Kura-Araxes-Kultur als Eroberer.[3]

Dann gehörte es als Malidiya zum Großreich der Hethiter. Im 12. Jahrhundert v. Chr. scheint eine enge Beziehung zu Karkemiš an der heutigen syrischen Grenze bestanden zu haben, da zwei Könige ihre Abstammung auf König Kuzi-Teššup von Karkemiš bezogen.[4]

Später wurde die Stadt als Melid Hauptstadt des gleichnamigen neo-hethitischen Reiches Melid / Melidu. Im Jahr 712 v. Chr. wurde sie von den Assyrern unter Sargon II. erobert und zerstört.[5]

Ausgrabungen durch L. Delaporte fanden von 1932 bis 1939, 1947 durch Claude F. A. Schaeffer (unpubliziert) statt. Seit 1961 untersuchen italienische Archäologen den Tepe. Die Leitung übernahm 1990 die römische Professorin Marcella Frangipane, die bis heute dort tätig ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Federico Manuelli: Gli Hititi e Malitiya. Riflessioni e confronti sul materiale ceramico del periodo hittita imperiale di Arslantepe, in: Stefania Mazzoni (Hrsg.): Studi di archeologia del Vicino Oriente. Scritti degli allievi fiorentini per Paolo Emilio Pecorella, Firenze University Press, Florenz 2012, S. 163-183.
  • C. Burney: Arslantepe as a gateway to the highland: a note on periods VI A-VI D. In: M. Frangipane, H. Hauptmann, M. Liverani, P. Matthiae & M. Mellink (Hrsg.) Between the Rivers and over the Mountains, Archaeologica Anatolica et Mesopotamica Alba Palmieri dedicata. Rom 1993, S. 311–317.
  • M. Frangipane, Alba Palmieri: Urbanisation in Perimesopotamian areas, the case of Eastern Anatolia. In: L. Manzanilla (Hrsg.): Studies in the Neolithic and Urban revolutions, BAR Internat. Series 349, Oxford 1987, S. 295–318.
  • Alba Palmieri, K. Sertok, E. Chernykh: From Arslantepe metalwork to arsenical copper technology in Eastern Anatolia. In: M. Frangipane, H. Hauptmann, M. Liverani, P. Matthiae & M. Mellink (Hrsg.) Between the Rivers and over the Mountains, Archaeologica Anatolica et Mesopotamica Alba Palmieri Dedicata. Rom 1993, S. 573–599.
  • Alba Palmieri: Excavations at Arslantepe (Malatya). Anatolian Studies 31, XIII–XVI, 1981, S. 101–119.
  • Alba Palmieri: Excavations at Arslantepe, 1983. VI. Kazı Sonuçlari Toplantisi, Türk Tarih Kurumu Basımevi, Ankara 1984, S. 71–78.
  • Alba Palmieri: Eastern Anatolia and early Mesopotamian urbanization: Remarks on changing relations. In: M. Liverani, Alba Palmieri, R. Peroni (Hrsg.): Studi di Paletnologia in Onore di Salvatore M. Puglisi. Universida di Roma La Sapienza, Roma 1985, S. 191–213.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arslantepe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. terraX/ZDF
  2. Hürriyet
  3. Palmieri 1984, S. 71–78
  4. Antonio Sagona, Paul Zimansky: Ancient Turkey. (Routledge World Archaeology) Routledge, London/New York 2009, S. 302
  5. Rüdiger Kurth: Das „Königsgrab“ von Arslantepe. Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Universität Marburg, Hauptseminar: Frühe Herrschergräber im Ostmediterranen Raum, November 2003