Sacharja

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Dieser Artikel behandelt den Propheten bzw. das gleichnamige biblische Buch; zum israelitischen König siehe Secharja; zum Vater Johannes des Täufers siehe Zacharias, Vater des Johannes
Schriftpropheten
des Alten Testaments
Die „großen“ Propheten
Die „kleinen“ Propheten
Namen nach dem ÖVBE
Kursiviert: Katholischer Deuterokanon


Sacharja oder Secharja (hebräisch ‏זְכַרְיָה בֶּן-בֶּרֶכְיָה בֶּן-עִדּוֹ הַנָּבִיא‎) heißt einer der biblischen Propheten, dessen Schriften zum Zwölfprophetenbuch des Tanach und Alten Testaments gehören. Das Buch Sacharja gehört zusammen mit den Büchern Haggai und Maleachi zu den nachexilischen Prophetenbüchern.

Der Autor[Bearbeiten]

Der Prophet Sacharja, nach dem das Buch benannt ist, heißt in der griechischen und lateinischen Bibel Zacharias. Sacharja wirkte in der Zeit kurz nach dem babylonischen Exil (wohl ab -520) in Jerusalem und war Zeitgenosse des Propheten Haggai. Nach Kap. 1,1 war er der Sohn Berechjas und Enkel Iddos. Er kam also aus einer Priesterfamilie und war wahrscheinlich selbst Priester. Zur Zeit des Hohepriesters Jojakin war Sacharja das Oberhaupt seines Geschlechts.

Datierung[Bearbeiten]

Der erste Teil des Prophetenbuches (Sacharja 1-8) wird im Allgemeinen auf einen Propheten gleichen Namens zurückgeführt. Sacharja hat die erste Vision im 8. Monat des zweiten Jahres des Königs Darius I., also im Oktober/November 520 v. Chr. – zwei Monate nach dem Auftreten des Propheten Haggai (Haggai 1,1), zur Zeit der Jerusalemer Restauration, verfasst.

Zur Entstehungszeit der Kapitel 9-14 gibt es verschiedene Einordnungen:

  • traditionell: Sacharja, 6. Jahrhundert v. Chr.
  • ein Verfasser für 9-14, Datierung nach 500 v. Chr.
  • heute nehmen die meisten Forscher eine Zweiteilung vor: Sach. 9-11 und 12-14 und gehen in den Datierungen bis in die hellenistische Epoche (4.-3. Jahrhundert v. Chr.)

Inhaltliche Struktur des Buches[Bearbeiten]

  • Die Visionen Sacharjas (je nach Zählung sieben oder acht)
    • Ruf zur Buße (1,1-6)
    • Vision der Pferde (1,7-17)
    • Die vier Hörner und die vier Schmiede (2,1-4)
    • Der Mann mit der Messschnur (2,5-17)
    • Der wahre Hohepriester (3,1-10)
    • Leuchter und Ölbäume, die beiden Ölsöhne (4,1-14)
    • Die fliegende Schriftrolle und die Frau im Scheffelmass (5,1-11)
    • Die vier Wagen (6,1-8)
  • Antwort auf mögliche Zerstörung der Stadt
    • Die messianische Zeit (6,8-8,23)
  • Zwei Orakel
    • Bestrafung der Nachbarvölker (9,1-8)
    • Erlösung Israels (9,9-17)
    • Sammlung Israels aus dem Exil (10,1-12)
    • Die Bestrafung der treulosen Hirten des Volkes (11,1-17)
    • Jerusalems Not und Errettung (12,1-13,9)
    • Der Tag des Herrn (14,1-21)
Die Visionen Sacharjas
Über Fasten und Tempelbau
Das künftige Heil Jerusalems

Besondere Inhalte[Bearbeiten]

Knesset-Menora in Jerusalem
Sacharja 4, 6 auf der
  • Das Schwergewicht dieses Buches liegt auf dem Zyklus von sieben Visionen im ersten Teil (1,7-6,15). Der Sinn dieser Visionen bleibt dem Propheten verschlossen, worauf ihm ein Engel im Gespräch die jeweilige Vision erklärt (Angelus interpres). Sach 4,6 ELB: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist.
  • Sacharja 9,9: Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Diese messianische Weissagung wird im Neuen Testament in Mk 11,1-11 EU par. aufgegriffen und mit dem Einzug Jesu in Jerusalem als erfüllt verkündet; dies wird im Christentum am Palmsonntag gefeiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. A. M. Beuken: Haggai – Sacharja 1-8. Studien zur Überlieferungsgeschichte der frühnachexilischen Prophetie. SSN 10, 1967.
  • Manfred Clauss: Sacharja, nachexilischer Prophet. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Bautz, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 1157–1158.
  • A. Deissler: Sacharja (Neue Echter Bibel). 1988.
  • Hartmut Gese: Anfang und Ende der Apokalyptik, dargestellt am Sacharjabuch, in: Hartmut Gese: Vom Sinai zum Zion. München 1974, S. 202-230.
  • R. Hanhart: Sacharja 1-8. (BKAT XIV/7). Neukirchen-Vluyn 1998.
  • Rüdiger Lux: Prophetie und Zweiter Tempel. Studien zu Haggai und Sacharja. Mohr Siebeck, Tübingen 2009, ISBN 978-3-16-149830-5.
  • Thomas Pola: Das Priestertum bei Sacharja. Historische und traditionsgeschichtliche Untersuchungen zur frühnachexilischen Herrschererwartung. Tübingen 2003, ISBN 978-3-16-147667-9.
  • H. Graf Reventlow: Die Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi. (ATD 25,2). Göttingen 1993.
  • Magne Sæbø: Sacharja 9-14. Untersuchungen zu Text und Form. WMANT 34, 1969.
  • I. Willi-Plein: Haggai, Sacharja, Maleachi. (ZBK 24,4), Zürich 2007.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]