Sachunterrichtsdidaktik

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Die Sachunterrichtsdidaktik hat sich erst zu Beginn der 1970er Jahre mit Etablierung des Faches Sachunterricht an den Schulen und Ablösung der Heimatkunde herausgebildet. Sachunterrichtsdidaktik ist die Entscheidungstheorie über Bildungs­ziele, Bildungsinhalte und Bildungsmethoden im Sachunterricht.

Der orientierende Hintergrund sind generelle Intentionen bzw. Orientierungen wie

Auch Fragen der Anordnung von Inhalten oder Unterrichtsschritten stehen im Mittelpunkt sachunterrichtsdidaktischen Denkens. Die Entscheidungen basieren auf wissenschaftstheoretischen, philosophischen, gesellschaftstheoretischen und interdisziplinären fachwissenschaftlichen Erkenntnissen und Grundentscheidungen, die es im kritischen Diskurs offenzulegen gilt. Die Grunddimensionen der Sachunterrichtsdidaktik sind Gesellschaft, Kind und Sache, aus denen in didaktischer Reflexion der Sachunterricht entwickelt wird. Begriffe wie Risikogesellschaft oder Demokratisierung kennzeichnen die gesellschaftliche Dimension. Ihre Auswirkungen schlagen sich in der Lebenswelt von Kindern nieder. Diese wird in der Kind-Umfeld-Analyse individualdiagnostisch umschrieben. Vorformen sind Analysen von Lernvoraussetzungen oder Vorerfahrungen, um möglichst enge Verbindungen zwischen der Perspektive der Lernenden und den für ein besseres Weltverständnis erforderlichen Zielen zu vermitteln und tatsächliches praktisches Handlungsvermögen und soziale Kompetenz sowie ethisches Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Die aktuelle Diskussion um die Sachunterrichtsdidaktik wurde stark von Wolfgang Klafki und seiner Rede bei der Gründung der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts 1992 in Berlin beeinflusst. Gegenwärtig kennzeichnen die Sachunterrichtsdidaktik noch vielfältige Strömungen, die von einzelfachdidaktischen Ansätzen bis hin zu integrierten und inklusiven Konzeptentwürfen reichen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Astrid Kaiser: Neue Einführung in die Didaktik. des Sachunterrichts. Schneider Verlag, Baltmannsweiler, 2006