Sackstich

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Sackstich
Sackstich
Typ Verbindung
Anwendung
Ashley-Nr 1410
Festigkeit Tropfen 44 %, gesteckt 63 %
Synonyme Hausfrauenknoten
Englisch Overhand Bend, (Overhand Knot), Thumb Knot

Der Sackstich ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile.

Anwendung[Bearbeiten]

Der Sackstich dient als einfache und schnelle Verbindung zweier Seile. Er hält vergleichsweise schlecht, die Knotenfestigkeit beträgt in der Tropfenform etwa 44 Prozent. Nach Belastung ist der Knoten kaum mehr zu lösen. Beim gesteckten Sackstich beträgt die Knotenfestigkeit etwa 63 Prozent.

Der Sackstich in Tropfenform rutscht besonders gut durch einen Karabinerhaken, da er auf einer Seite glatt ist. Als kurze Endlosschlinge kann er auch als Klemm- beziehungsweise Knotenschlinge in eine Felsspalte gelegt werden und so als provisorischer Sicherungspunkt dienen.

Der Sackstich wird auch zum Schließen von Bandschlingen verwendet und trägt deswegen auch den Namen Bandschlingenknoten. Wegen Sicherheitsrisiken bei dieser Anwendung wird der Bandschlingenknoten mittlerweile teilweise auch als Todesknoten[1] bezeichnet.

Knüpfen[Bearbeiten]

Sackstich in Tropfenform[Bearbeiten]

Die Seilenden werden nebeneinander gelegt und dann wird mit dem doppelten Seil ein Überhandknoten geknüpft (siehe Abbildung oben).

Sackstich gesteckt[Bearbeiten]

In ein Seilende wird ein loser Überhandknoten geschlungen. Mit dem anderen Seilende fährt man gegenläufig parallel dem ersten genau nach (wie beim Bandschlingenknoten).

Alternativen[Bearbeiten]

  • Eine Achterschlaufe (teilweise auch Doppelter Achtknoten genannt) hält als Seilverbindung besser und ist leichter zu lösen.
  • Der Zeppelinstek ist noch leichter zu lösen und zuverlässig.
  • In der Seefahrt wird der Schotstek gelehrt.
  • Dicke Leinen werden mit dem doppelten Schotstek verbunden.
  • Dicke Trossen werden mit dem Trossenstek verbunden.
  • Bei nassen und glitschigen Leinen und Angelgarn hält der Spierenstich am besten.
  • Beim Bergsteigen wurde früher der Spierenstich verwendet.

Abwandlungen[Bearbeiten]

links: gesteckter Sackstich
vorne: gesteckter Sackstich
hinten: Achterknoten
rechts: Führerknoten
Überhandknoten
mit einem Papierstreifen
  • Legt man einen Überhandknoten in ein Band und fährt diesem mit einem zweiten Band gegenläufig genau nach, entsteht der Bandschlingenknoten als Verbindung zweier Bänder. Bei der praktischen Anwendung dieser Form der Bandverbindung bestehen jedoch Sicherheitsrisiken. Ein plötzliches Öffnen des Bandschlingenknotens gilt als Ursache einer Reihe von schweren Unfällen. Der Bandschlingenknoten ist daher Gegenstand einer Diskussion über seine weitere Anwendung geworden.[1]
  • Verdreht man das Auge ein zweites Mal und fährt dann mit dem Ende ebenso gegenläufig nach, entsteht der Flämischer Achtknoten.
  • Legt man mit dem Seil eine Bucht und knüpft mit dieser einen Überhandknoten, entsteht ein Führerknoten mit einer festen Schlinge.
  • Angler benutzen für die Seitenarmmontage einen zweifachen Sackstich, den sie als „Wasserknoten“ bezeichnen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Warten wir noch ein paar Tote ab... PDF (Seite 6) in bergundsteigen 2/07
  2. Wasserknoten