Überhandknoten

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Überhandknoten
Überhandknoten
Typ Grundform
Anwendung Ausgangspunkt vieler Knoten
Ashley-Nr 519
Festigkeit ca. 45 %
Synonyme Halber Knoten, Kreuzschlag, Sackstich
Englisch overhand knot
Überhandknoten mit einem Papierstreifen

Der Überhandknoten (im Bergsport auch Kreuzschlag, in der Seefahrt auch Halber Knoten) ist ein Knoten, der einen Bestandteil vieler weiterer Knoten bildet, insbesondere des Schuhbindeknoten („Schleife“) und des Kreuzknoten („Doppelknoten“).

Wird der Überhandknoten zum Zubinden von Säcken verwendet, wird er Sackstich genannt (nicht zu verwechseln mit dem namensgleichen Sackstich).

Anwendung[Bearbeiten]

Der Überhandknoten ist eine Grundform der Knoten. Als einzelner Knoten in ein Seil geknotet, verringert er dessen Belastbarkeit um mehr als die Hälfte, und ist nach Belastung nur noch sehr schwer bis gar nicht mehr zu lösen (deshalb muss er aus Seilen vor deren Verwendung entfernt werden). Unbelastet neigt er dazu, sich von allein zu öffnen.

Meist wird er als Stopperknoten verwendet, beispielsweise, um das Ende eines Nähfadens am Durchrutschen durch den Stoff zu hindern, oder hinter einem Paketknoten. Um Seile am Durchrutschen durch einen Block oder eine Öse zu hindern, ist die Endacht aber wesentlich besser geeignet.

Häufig wird der Überhandknoten um ein Seil oder ein Holzstück geknüpft, dann wird er in der Regel jedoch anders bezeichnet (beispielsweise Marlschlag).

„Sackstich“[Bearbeiten]

mit Überhandknoten verschlossene Plastiktüte

Ein Beutel oder Sack kann ohne Bindemittel mit einem Überhandknoten verschlossen werden, wenn er nicht komplett gefüllt ist und noch genügend Stoff („Hals“) zum Verknoten übrig bleibt. Noch besser ist es aber, wenn eine Schnur zweimal um den Sack geschlungen und ein Chirurgenknoten verwendet wird. Üblicherweise wird mit der Schnur ein Kreuzknoten gebunden. Beim Verknoten ist darauf zu achten, dass dabei kein Altweiberknoten entsteht. Werden beide Enden noch auf Slip gelegt, entspricht dies dem Schuhbindeknoten.

Der Sackstich hingegen ist ein Knoten im doppelten Seil zum Verbinden zweier Seile.

Abwandlungen[Bearbeiten]

  • Legt man einen Überhandknoten auf Slip (d. h. so, dass eine zuziehende Schlinge entsteht), entsteht ein Knoten, der als Slipstek oder Paketknoten bekannt ist.
  • Legt man zwei Überhandknoten übereinander, entsteht ein Kreuzknoten.
  • Legt man zwei Überhandknoten falsch übereinander, entsteht ein Altweiberknoten.
  • Legt man den zweiten Überhandknoten mit zwei Schleifen, entsteht ein Schuhbindeknoten.
  • Legt man beim Schuhbindeknoten mit den zwei Schleifen einen dritten Überhandknoten, entsteht ein Doppelknoten.
  • Dreht man beim Überhandknoten die Enden nochmals, entsteht ein doppelter Überhandknoten.
  • Legt man zwei Seilenden zusammen und macht mit beiden einen Überhandknoten, entsteht ein Sackstich.
  • Legt man einen Überhandknoten in ein Band und fährt diesem mit einem zweiten Band gegenläufig genau nach, entsteht der Bandschlingenknoten als sichere Verbindung zweier Bänder.
  • Legt man einen Überhandknoten um ein zweites Seil und macht mit diesem einen Überhandknoten um das erste Seil, entsteht ein Spierenstich oder Fischerknoten.
  • Legt man viele Überhandknoten nacheinander um eine Stange, entsteht der Marlschlag.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere Literatur[Bearbeiten]

  • Cyrus Lawrence Day: Handbuch Knoten und Spleißen. Edition Maritim, Hamburg 1987, ISBN 3-89225-154-1.

Weblinks[Bearbeiten]