Schotstek

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Schotstek
Schotstek
Typ Verbindung
Anwendung Verbindung zweier gleich- oder ungleich dicker Seile
Ashley-Nr 1431 1433
Festigkeit ca. 50 %
Synonyme Schotenstich, Hinterstich, Gekreuzter Weberknoten, Weberkreuzknoten
Englisch Sheet Bend

Der Schotstek ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile.

Namen und Geschichte[Bearbeiten]

Der Name hat wohl etwas mit der Art zu tun, in der früher mit einem ähnlichen Knoten die Schot mit dem Segel verbunden wurde. Heute wird dafür der Palstek verwendet.

Einfacher Schotstek[Bearbeiten]

Schootsteek.svg
Schotstek
Slippendeschootsteek.svg
mit Slip

Der einfache Schotstek eignet sich zum Verbinden zweier Seile, sowohl für gleich starke Seile als auch für Seile unterschiedlicher Stärke oder verschiedener Steifheit.

Der Schotstek halbiert in etwa die Belastbarkeit des Seiles. Der einfache Schotstek lässt sich auf Slip legen und ist dann auch unter starker Belastung lösbar. Bei niedriger bis keiner Belastung besteht bei diesem Knoten mit oder ohne Slip die Gefahr, dass er sich löst. Er sollte daher nur für Verbindungen auf ständigen Zug verwendet werden.

Rechts- und linkshändiger Schotstek[Bearbeiten]

Schotstek rechts.jpg
rechts gesteckt
Schotstek links.jpg
der unzuverlässige linksgesteckte Schotstek
Rettungsbund 6.jpg
Alternativer Knüpfweg
(mit grünem Ablauf)

In das dicke Ende wird eine Bucht gelegt. Mit dem dünnen Ende fährt man in die Bucht, um diese herum (Drehrichtung weg vom losen Ende der Bucht) und steckt es zwischen dem dünnen Ende und der Bucht durch. Wenn alles richtig ist, liegen beide Enden auf der gleichen Seite. Zu unterscheiden ist der Schotstek vom unzuverlässigeren linkshändigen Schotstek (Ashley-Nr. 1432)[1]. Beim einfachen Schotstek zeigen die losen Enden auf die gleiche Seite, beim linkshändigen dagegen in verschiedene Richtungen. Links wird der Knoten immer dann, wenn man ihn mit einem Überhandknoten beginnen würde.


Falscher Schotstek[Bearbeiten]

Wenn man beim Schotstek das dickere Seil mit dem dünnen vertauscht, wenn man also in das dünne Ende eine Bucht legt und mit dicken Ende in die Bucht fährt usw., dann entsteht ein falscher Schotstek, der nicht hält.

Verwendung[Bearbeiten]

Pêche DSC03035.JPG
Hängematte
Pêche DSC03033.JPG
Fischernetz

Der Schotstek wird zum Knüpfen von Netzen, wie Fischernetzen und Hängematten verwendet.

Angler benutzten den Schotstek als Jamknoten,[2] um eine Schlaufe an der Flugschnur mit dem Vorfach zu verbinden.


Alternativen[Bearbeiten]

  • Der Doppelte Schotstek eignet sich bei sehr unterschiedlich dicken oder unterschiedlich beschaffenen Seilen.
  • Zum vorläufigen Verbinden zweier Seil können auch zwei Palsteke ineinander geknüpft werden.
  • Zuverlässiger ist ein Flämischer Achtknoten. Er ist aber schlechter lösbar und aufwendiger zu knüpfen.
  • Eine dünne Leine (Zeising) wird mit dem Zeisingstek mit einem dicken Seil verbunden.
  • Zum Verbinden dicker Trossen ist der Trossenstek am besten geeignet.
  • Zum Verbinden von nassen, rutschigen Seilen eignet sich der Spierenstich.
  • Als besonders sichere Verbindung eignet sich der doppelte Spierenstich.
  • Zum Verbinden von Nylongarn (monofile Angelschnur) eignet sich der Spierenstich oder Fischerknoten.

Abwandlungen[Bearbeiten]

Aufgeräumter Schotstek (B) durch Endacht (C)
  • Mit einer zusätzlichen Windung entsteht der Doppelte Schotstek.
  • Mit mehreren zusätzlichen Windungen entsteht der Zeisingstek.
  • Um dem Schotstek eine schlankere Form zu geben, wird das abstehende Ende nochmals zurückgesteckt. Somit lässt er sich z. B. leichter durch Ösen ziehen und wirkt „aufgeräumt“.
Falsch gesteckter Schotstek
  • Falsch gesteckt, entsteht diese nebenstehende unsichere Verbindung.


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cyrus Lawrence Day: Handbuch Knoten und Spleißen. Edition Maritim, Hamburg 1987.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schotstek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Clifford W. Ashley, Das Ashley-Buch der Knoten, Edition Maritim 1982, ISBN 3-89225-527-X, Seiten 272 und 283
  2. Jamknoten