Sakyō Komatsu

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Sakyō Komatsu (jap. 小松 左京, Komatsu Sakyō; * 28. Januar 1931 in Nishi-ku, Ōsaka als Minoru Komatsu (小松 実, Komatsu Minoru); † 26. Juli 2011 in Ōsaka) war einer der bekanntesten japanischen Science-Fiction-Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Komatsu studierte an der Universität Kyōto italienische Literatur und kam durch die Lektüre von Kōbō Abe und die italienischen Klassiker auf den Gedanken, dass moderne Literatur und Science-Fiction im Grunde dasselbe seien. Er war nach dem Studium als Redakteur bei einer Wirtschaftszeitschrift tätig und arbeitete als Journalist und Reporter für Radio Osaka. Die erste eigene Science-Fiction-Erzählung erschien 1962; Chi ni wa Heiwa o (Friede auf Erden) schildert den Eingriff einer zukünftigen Behörde für Zukunftskontrolle in den Ablauf des Zweiten Weltkrieges. In den westlichen Ländern wurde er durch die Romane Japan sinkt und Sayonara Jupiter (さよならジュピタ, dt. Der Tag der Auferstehung) bekannt, beide wurden verfilmt, Japan sinkt 1973 (Der Untergang Japans) und 2006 (Sinking of Japan), Der Tag der Auferstehung 1984. Auch sein Roman ESPY (エスパイ, 1970), der von ESP-begabten Verbrecherjägern handelt, wurde verfilmt (1974); weder das Buch noch der Film wurden in Deutschland veröffentlicht.

Für Japan sinkt bekam Komatsu den Seiun-Preis. Der Roman beschreibt den Untergang der japanischen Hauptinseln in einer Kette verheerender Erdbeben und ist in Japan ein langanhaltender Erfolg; die auf Deutsch vorliegenden Versionen sind lediglich Übersetzungen der auf ein Drittel des Originaltextes heruntergekürzten amerikanischen Fassung[1]. Dem Roman folgt auch der Film Nihon Chimbotsu (Tidal Waves, Der Untergang Japans).

Nach Motiven seines Romans Fukkatsu no Hi wurde 1980 der Film Overkill – Durch die Hölle zur Ewigkeit gedreht.

Zusammen mit Shin’ichi Hoshi und Yasutaka Tsutsui wurde Komatsu zu den "Großen Drei" der japanischen Science-Fiction gerechnet[2].

Komatsu verstarb am 26. Juli 2011 in einem Krankenhaus in Ōsaka an Lungenentzündung. Er wurde 80 Jahre alt.[3]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Chi ni wa heiwa o (地には平和を, 1963, Friede auf Erden)
  • ESPY (エスパイ, 1970)
  • Nippon Chimbotsu (日本沈没, 1973), dt. Japan sinkt, Verlag Volk und Welt, Berlin 1979; Wenn Japan versinkt, Zsolnay, Wien und Hamburg 1979
  • Fukkatsu no Hi (復活の日, 1982), dt. Der Tag der Auferstehung, Wilhelm Heyne Verlag, München 1987

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainulf Waalström: Wenn Japan versinkt, oder Wer hat die reiche. alte Insel umgebracht? Eine mehr oder minder gütige Kritik an mordsmäßigen Deformierungen eines unschuldigen Werkes. In: Quarber Merkur Nr. 66, Bremerhaven 1986, S. 55–65.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Okura Ken: Nachwort. In: SF aus Japan, Goldmann Verlag, München 1982, S. 202.
  2. Interview in Science Fiction Studies, engl.
  3. Science-Fiction Novelist Sakyo Komatsu Passes Away. Anime News Network, 28. Juli 2011.