Salur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Salur (Begriffsklärung) aufgeführt.
Das Zeichen der Salur

Die Salur waren ein bedeutender Oghusen-Stamm, der sich während der seldschukischen Eroberung des Nahen Ostens hauptsächlich auf dem Gebiet der heutigen Türkei und des heutigen Iran ansiedelte. Ein Teil des Stammes blieb auch auf dem Gebiet des heutigen Turkmenistan und Usbekistan. Andere Schreibweisen sind Salar, Salır und Salyr (Turkmenisch).

Mahmud al-Kaschghari erwähnte sie unter dem Namen Salghur (Salġur) als einen der 24 oghusischen Stämme. Als Totemtier hatten sie einen Kaiseradler. Ihr Stammesname bedeutet im Alttürkischen der, der das Schwert schwingt.[1]

Aus den Salur, welche mit den Seldschuken im 11. Jahrhundert aus Zentralasien nach Anatolien und in den Nahen Osten kamen, gingen die Dynastie der Salghuriden und die Qara Qoyunlu hervor; Die einen herrschten zwischen 1148 und 1282 als Atabegs von Fars, die anderen von 1380 bis 1469 über Ostanatolien, Aserbaidschan und weite Teile des Iraks und Irans. Ferner gehörte der seldschukische Herrscher und Wesir Kadi Burhan al-Din den Salur an; Er war der letzte Herrscher des anatolischen Beyliks Eretna.[1]

Heute gibt es noch Angehörige des Stammes in der Türkei, im Iran, in Usbekistan, Turkmenistan, Afghanistan und Westchina. In der heutigen Türkei gibt es 17 Orte mit dem Namen Salur sowie im Iran und in Usbekistan je ein Ort. In Turkmenistan gibt es fünf Clans, die Nachfahren der Salur sind, diese sind Teke, Ýomut, Salyr, Saryk und Ärsary/Äsary. So sind etwa die Hälfte der Turkmenen in Turkmenistan und Afghanistan Nachfahren der Salur.[2] Außerdem gibt es in den westchinesischen Provinzen Gansu, Qinghai und Xinjiang Nachfahren der Salur, die sich heutzutage Salar nennen. Diese wanderten aus dem westlichen Zentralasien im 14. und 15. Jahrhundert ostwärts und ließen sich in Westchina nieder.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Besim Atalay: Divanü Lügati't - Türk. Türk Tarih Kurumu Basımevi, Ankara 2006, S. 56. (Türkisch)
  2. Prof. Dr. Soltanğa Ataniyazov: Die Vergangengeit, Verbreitung, heutige Situation und Zukunft der turkmenischen Stämme (PDF; 7,1 MB), Seite 11−14, abgerufen 19. September 2011. (Türkisch)