San Joaquin Valley

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Kalifornisches Längstal dem im Süden gelegenen San Joaquin Valley
Agrarlandschaft im San Joaquin Valley
Felsen und Wald nahe der Stadt Fresno
Historische Aufnahme des Tejon Passes aus dem Jahr 1868

Das San Joaquin Valley (Tal des San Joaquin River) ist der südliche Teil des Kalifornischen Längstals (Central Valley) im Bundesstaat Kalifornien der Vereinigten Staaten. Im amerikanischen Sprachgebrauch meint man damit die ländlichen Gegenden südlich der Metropolen von San Francisco und nördlich von Los Angeles im wettergeschützen Talbruch.

Geografie[Bearbeiten]

Das Kalifornische Längstal hat in seiner Mitte ein großes Binnendelta des Sacramento River. Von der südöstlichen Seite aus fließt der San Joaquin River auf den Sacramento River zu, der bei Stockton ganz nach Norden geht und im Binnendelta aufgeht. Dieser Fluss gab dem südlichen Bereich den Namen - er ist jedoch zum Zweck der Bewässerung in der Landwirtschaft weitgehend umgeleitet worden, zusammen mit seinen Nebenflüssen Kings River und Kern River. Bis zum Ausbau der landwirtschaftlichen Bewässerung in den 1920er Jahren war das Gebiet eine Halbwüste, den Wüstenregionen von Nevada nicht unähnlich, die sich gleich östlich anschließen.

Ökologie[Bearbeiten]

Obwohl weithin ländlich geprägt liegen im San Joaquin Valley mehrere Großstädte, darunter Stockton, Fresno, Modesto, Bakersfield und Visalia. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gebieten in den USA begann die Besiedlung erst, als das Automobil bereits das Haupttransportmittel war. Dies schlägt sich in der Transportinfrastruktur nieder - zusammen mit der geschützten Lage im Talkessel mit wenig Wind und Regen führt es jedoch zu einer dauerhaften und besonders ausgeprägten Smoglage - das San Joaquin Valley ist das Gebiet mit der höchsten Luftverschmutzung in den USA. Zusätzlich kontaminiert die Landwirtschaft auch die Flussgewässer mit Abtragungen.

Ökonomie[Bearbeiten]

Auf der ökonomischen und sozialen Seite ist das San Joaquin Valley mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Einerseits wird im Valley ein Großteil der Nahrungsmittel der USA produziert - gemessen im Dollarwert liegen in Kalifornien 25 % der US-Landwirtschaft beheimatet. Andererseits gibt es auch kaum andere Arbeitsmöglichkeiten - ein Großteil der Bevölkerung ist heute mexikanischer Abstammung, besonders gefördert durch das Bracero Programm im Zweiten Weltkrieg. Auch heute verdingen sich viele illegale Einwanderer auf den ausgedehnten Ländereien im San Joaquin Valley als Landarbeiter und Tagelöhner. Das offiziell verzeichnete Pro-Kopf-Einkommen liegt weit unterhalb des amerikanischen Durchschnitts.

Ethnien[Bearbeiten]

Dazu kommen eine Reihe von Siedlungsprojekten der verschiedensten Völkergruppen aus aller Welt, sowohl europäischer, fernöstlicher und nahöstlicher Herkunft. Vielfach bilden bestimmte Volksgruppen in einigen Städten immer noch die Bevölkerungsmehrheit während sie in anderen Städten des Tals kaum anzutreffen sind - so finden sich mehrheitlich Syrer in Turlock, Holländer in Ripon, Sikh in Stockton, Jugoslawen in Delano, Schweden in Kingsburg und im gesamten Tal gibt es mehr Azoren-stämmige Portugiesen als es heute Einwohner auf den Azoren selbst gibt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Mit den 1990er Jahren erfuhr die Besiedlung einen neuerlichen Aufschwung, da zunehmend Familien außerhalb der teuren Gegenden um San Francisco siedelten. So wurden auch zunehmend Nahverkehrsmittel geschaffen, die zwischen dem San Joaquin Valley und den Metropolen im Kalifornischen Längstal verkehren. Gleichzeitig verbesserten die starken Anstrengungen der kalifornischen Emissionsschutzbehörde die Lebensbedingungen in den Vorstädten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Joaquin Valley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

37-120.5Koordinaten: 37° 0′ 0″ N, 120° 30′ 0″ W