Sannikow-Land

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Sannikow-Land (russisch Земля Санникова) ist eine Phantominsel im sibirischen Nordpolarmeer.

Erstmals „entdeckt“ wurde sie von einer Expedition Jakow Sannikows und Matwei Gedenstroms. Während ihrer Expedition zur Kartographierung der Neusibirischen Inseln von 1808 bis 1810 wollen die beiden nördlich der Kotelny-Insel das Neuland entdeckt haben. Zwar bestätigten Expeditionen Eduard Tolls die Existenz der Insel 1886 und 1893, danach wurde das Neuland aber bis heute nicht wiederentdeckt.

Einige Wissenschaftler nehmen an, dass das Sannikow-Land einst tatsächlich existierte, jedoch im Laufe der Zeit durch Erosion verschwand. Diese Rückbildung ist bei einigen Neusibirischen Inseln zu beobachten. So besteht auch eine zeitweilige Landbrücke zwischen der Faddejewski-Insel und der Kotelny-Insel, das sogenannte Bungeland. Diese Landbrücke besteht aus Sandspülungen und ragt nur 8 m über den Meeresspiegel und ist meist überflutet. Die meisten Forscher gehen allerdings davon aus, dass Sannikow-Land tatsächlich nie real existierte.

Da Sannikow und Gedenstrom Sannikow-Land als eisfrei beschrieben, trugen ihre Berichte auch wesentlich zur Stärkung der mittlerweile ebenfalls als falsch anerkannten Theorie vom eisfreien Nordpolarmeer bei.

Den russischen Geologen und Autor Wladimir Obrutschew animierten die Berichte 1922 bis 1924 zum Verfassen des Science-Fiction-Romans „Das Sannikowland“ (veröffentlicht 1926). Der Roman wurde 1972 in der Sowjetunion unter der Regie von Albert Mkrtschjan als Abenteuerfilm[1] für Jugendliche verfilmt. Die Hauptrolle des Alexander Iliyin spielt Wladislaw Wazlawowitsch Dworschezki.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmwebseite