Santiago de los Caballeros

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Santiago de los Treinta Caballeros
19.456666666667-70.702777777778178Koordinaten: 19° 27′ N, 70° 42′ W
Karte: Dominikanische Republik
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Santiago de los Treinta Caballeros

Lage von Santiago in der Dominikanischen Republik

Basisdaten
Staat Dominikanische Republik
Provinz Santiago
Stadtgründung 1495
Einwohner 555.904 (2005)
Stadtinsignien
Sello de Santiago RD.jpg
Flag of None.svg
Detaildaten
Fläche 75 km²
Bevölkerungsdichte 7.412 Ew./km²
Höhe 178 m
Zeitzone UTC-4
Website santiago.gov.do www.santiago.gov.do santiago.gov.do
Santiago de los Caballeros
Santiago de los Caballeros

Santiago de los Caballeros ist eine Stadt im Norden der Dominikanischen Republik und mit 555.904 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005) die nach Santo Domingo zweitgrößte Stadt des Landes.

Geographie[Bearbeiten]

Santiago de los Caballeros ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Santiago im fruchtbaren Cibao-Tal im Norden der Dominikanischen Republik.

Klima[Bearbeiten]

Die Durchschnittstemperatur beträgt 26,0 °C, der jährliche Niederschlag 952 Millimeter.

Santiago
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Oficina Nacional de Meteorología (ONAMET)
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Santiago
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 28,8 29,4 30,4 31,2 31,8 32,9 33,0 33,2 33,3 32,4 30,3 28,7 Ø 31,3
Min. Temperatur (°C) 18,2 18,4 19,0 19,9 21,2 22,1 22,2 22,2 21,9 21,5 20,2 18,7 Ø 20,5
Niederschlag (mm) 49,8 47,7 59,2 104,4 151,2 67,6 55,9 73,1 96,8 109,7 125,6 80,2 Σ 1.021,2
Regentage (d) 7,8 6,6 6,2 8,3 10,7 6,0 7,6 8,3 8,7 9,1 11,0 10,2 Σ 100,5
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Geschichte[Bearbeiten]

Während seiner zweiten Amerikareise ließ Christoph Kolumbus 1495 am nördlichen Ufer des Flusses Yaque del Norte eine Festung, um die herum die spanische Kolonie Jacagua entstand. 1504 verlegte der spanische Gouverneur Nicolás de Ovando die Siedlung einige Kilometer weiter nördlich auf das Gebiet des heutigen Jacagua. Im selben Jahr ließen sich 30 spanische Edelleute (Caballeros) des St.-James-Ordens aus dem nahe gelegenen La Isabela in Jacagua nieder. Dies war der Anlass, die Stadt fortan Santiago de los Caballeros (englische Kurzform „James“) zu nennen. 1508 verlieh der spanische König Ferdinand II. der Stadt ihr Wappen, das sieben rote und fünf weiße Jakobsmuscheln zeigt.

Nach der Zerstörung durch ein schweres Erdbeben 1562 wurde die Stadt an ihrem früheren Gründungsort wieder aufgebaut. Der französische Pirat Fernand de la Fleur ließ Santiago 1660 plündern und niederbrennen. Während des King-Williams-Krieges verteidigte sich Santiago 1690 in der Schlacht von Lemonade erfolgreich gegen die französischen Truppen. 1775 und 1783 richteten erneut zwei Erbenbeben Schäden an. Im Konflikt zwischen Haiti und dem spanischen Teil Hispaniolas wurde Santiago 1805 von haitianischen Truppen geplündert und zerstört, ein Großteil der Einwohner wurde getötet. Von 1822 bis 1844 war Santiago von Haiti besetzt, ehe es am 30. März 1844 von den Truppen der inzwischen unabhängigen Dominikanischen Republik befreit wurde. Während der erneuten spanischen Kolonialherrschaft von 1861 bis 1865 war Santiago ein Schwerpunkt der Unabhängigkeitsbewegung. Mit der Zerstörung Santiagos durch spanische Truppen am 6. September 1863 begann der dominikanische Restaurationskrieg. In den folgenden zwei Jahren bis zur endgültigen Unabhängigkeit von Spanien wurde Santiago zur Hauptstadt ausgerufen.

Mit der Unabhängigkeit begann der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt, befördert durch den Anbau von Tabak und Zuckerrohr sowie des Baues der Eisenbahnverbindung zum nahe gelegenen Hafen Puerto Plata. Mit der Herstellung von Möbel-, Pharma- und Lederwaren siedelten sich neue Industriezweige an. 1915 nahm die Gesellschaft für Wasser und Elektrizität ihren Betrieb auf. In den 1960er Jahren hatte sich die Bevölkerungszahl Santiagos verdreifacht. 1962 begann die katholische Universität mit ihren Lehrbetrieb. Mit der Eröffnung der Autobahn nach Santo Domingo und eines eigenen Flughafens (2002) wurde auch der Tourismus für die Stadt eine wichtige Einnahmequelle. Seit 1953 ist Santiago Bistumssitz, ab 1994 Sitz des Erzbistum Santiago de los Caballeros.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum im Norden der Dominikanischen Republik, Zentrum der dominikanischen Tabak-Industrie sowie Sitz mehrerer Universitäten und verschiedener Hochschulen.

Der internationale Flughafen Cibao (STI) bietet bislang aufgrund seiner Bahnlänge noch keine Direktverbindungen nach Europa. Es ist jedoch geplant, derartige Flüge mit Flugzeugen des Typs 767 oder 340 aufzunehmen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Baedeker Allianz Reiseführer Dominikanische Republik, Karl Baedecker Verlag, Ostfildern, Auflage 2009, 3829711646

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santiago de los Caballeros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien