Sattler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Beruf des Sattlers, weitere Bedeutungen unter Sattler (Begriffsklärung).
Zunftwappen der Sattler

Sattler ist ein Beruf des lederverarbeitenden Gewerbes.

Museumswerkstätte des Sattlermuseums in Hofkirchen im Traunkreis
Sattlermeister bei der Arbeit in seiner Werkstatt
Berufstypische Sattlerwerkzeuge: Sattlerhammer, Halbmondmesser, Rundahle, Kantenzieher, Rundnadel

Der Sattler stellt meist aus Leder oder Stoffen Gegenstände zur Verwendung im Umgang mit Tieren her, wie Sättel, Zaumzeug, Kummet oder anderes Fahrgeschirr sowie Ausstattungen für Autos und Boote. Sattler stellen auch Taschen (z.B. Brieftaschen oder Schultornister) her.

Sattler, die vorwiegend Sättel anfertigen und reparieren, werden auch als Sattelmacher bezeichnet. Zu unterscheiden vom Täschner, Schuster, Riemer.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist der Beruf vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) als Ausbildungsberuf anerkannt.

Die großen deutschen Autositzhersteller Recaro und Grammer AG entstanden aus Sattlereien. Abteilungen für die Herstellung von Autositzen, wie Kompletthersteller, etwa die BMW-Tochter Rolls-Royce, bezeichnet man bis heute als Autosattlerei.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich ist diese Berufsausbildung wie folgt geregelt:

Die Lehrzeit beträgt drei Jahre, wobei sich der Lehrling gleich zu Beginn für eine der drei Spezialisierungen entscheidet: Taschner, Sportsattler oder Fahrzeugsattler. Die Aufgaben, mit denen sich der Sattler hierbei auseinandersetzt, umfassen das Entwerfen, Zuschneiden, Nähen und Polieren. Die Palette der erzeugten Produkte reicht von der Brieftasche, welche in die erste Kategorie fällt, über den Reitsattel, der zur zweiten Spezialisierungsrichtung zählt, bis hin zur Innenausstattung und Polsterung von Autos, Flugzeugen, Schiffen usw., die der Fahrzeugsattler übernimmt. Die Meisterprüfung kann unabhängig von der Lehrabschlussprüfung absolviert werden.

Schweiz[Bearbeiten]

Auch in der Schweiz gibt es eine offizielle Ausbildung zum Sattler. Es gibt verschiedene Fachrichtungen, wie z.B. Inneneinrichtung oder Carosseriesattler. Viele kleine und mittlere Unternehmen sind Familienbetriebe, die neben Herstellung Lederprodukte verkaufen oder reparieren.

Interieursuisse ist der führende Schweizerische Verband der Fachgeschäfte für Inneneinrichtungen, Möbel, Vorhänge, Polster, textile Wandbeläge, Teppiche, Spezialbodenbeläge, Parkett und für alle Tätigkeiten im Sattlerbereich.

Tschechische Republik[Bearbeiten]

Auch in der Tschechischen Republik gibt es eine Ausbildung als Sattler. Als das Handwerk entstand, spezialisierten sich Sattlermeister auf verschiedene Gebiete der Produktion (z. B. Herstellung von Sätteln, Pferdegeschirr, Taschen, Riemen, usw.).[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historische Sattlerei Schuhmacherey