Sazan

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Sazan
Sazan aus Südosten
Sazan aus Südosten
Gewässer Bucht von Vlora, Adriatisches Meer
Geographische Lage 40° 29′ 37″ N, 19° 16′ 50″ O40.49361111111119.280555555556342Koordinaten: 40° 29′ 37″ N, 19° 16′ 50″ O
Lage von Sazan
Länge 4,7 km
Breite 2 km
Fläche 5,7 km²
Höchste Erhebung 342 m
Einwohner (unbewohnt)
Die „Kamelhöcker“ der Insel von Vlora aus gesehen
Die „Kamelhöcker“ der Insel von Vlora aus gesehen

Sazan (albanisch auch Sazani, italienisch Saseno, griechisch Sason Σάσων, lateinisch Saso) ist eine kleine Insel an der albanischen Adriaküste. Die Insel hat eine strategisch bedeutsame Lage am Eingang zur Bucht von Vlora und der Straße von Otranto, dem Übergang von der Adria zum Ionischen Meer. Sazan ist unbewohnt. Die Insel hat eine Fläche von knapp sechs Quadratkilometer und liegt nicht ganz fünf Kilometer nördlich der Halbinsel Karaburun, dem nördlichen Ausläufer des Ceraunischen Gebirges, respektive etwas mehr als acht Kilometer westlich der Küste bei Zvernec, ein Dorf nördlich von Vlora.

Die Küste vor der Insel ist mit Ausnahme eines Stücks vor dem Hafen Teil des 2010 gegründeten Marinen Nationalparks Karaburun-Sazan.

Geschichte[Bearbeiten]

Saseno - Darstellung auf einer Karte vom Beginn des 17. Jahrhunderts

Nach dem Untergang des Osmanischen Reichs sprach die Botschafterkonferenz der Großmächte von London, die die Grenzen des albanischen Staats regelte, Sazan Albanien zu. Italien besetzte im Verlauf des Ersten Weltkrieges Sazan am 30. Oktober 1914. In einem geheimen Vertrag ließ sich Italien im April 1915 das Umland von Vlora mit der vorgelagerten Insel zusichern. Als nach dem Krieg albanische Truppen die Italiener vom albanischen Festland verdrängten, einigten sich die Konfliktparteien in einem Protokoll am 2. August 1920 darauf, dass wenigstens Sazan unter italienischer Hoheit verblieb. Italien unterhielt auf der Insel einen Militärstützpunkt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt das jetzt kommunistische Albanien gemäß dem Friedensvertrag vom 10. Februar 1947 wieder die Kontrolle über die Insel. In der Folge wurde die Insel auch von sowjetischen Truppen als Stützpunkt verwendet, bis es 1960 zum Bruch zwischen Tirana und Moskau kam.

Zukünftige Entwicklung[Bearbeiten]

Heute wird Sazan noch immer von der albanischen Marine als Stützpunkt verwendet. Auch die italienischen Zollbehörden operieren von hier aus gegen albanische Schmugglerbanden. Die Insel kann nicht besucht werden. Etliche Yachten haben bereits wegen schlechten Wetters die Insel auf der Nord-Ost-Seite als Nothafen angelaufen, was von den dort stationierten Besatzungen der italienischen Küstenwachboote geduldet wird, da vom Seerecht erlaubt.

Das albanische Tourismusministerium arbeitete wiederholt Pläne aus, nach denen die Insel in ein Ferienziel für Urlauber mit Hotels und einem Kasino verwandelt werden soll. Problematisch ist dabei allerdings, dass das Eiland über keine Süßwasserquellen verfügt.

Philatelie[Bearbeiten]

Im Jahr 1923 wurden acht italienische Briefmarken mit SASENO überdruckt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sazan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien