Tirana
| Tiranë Tirana |
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41.327519.818888888889110Koordinaten: 41° 20′ N, 19° 49′ O |
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| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Staat: | Albanien | |
| Qark: | Tirana | |
| Kreis: | Tirana | |
| Höhe: | 110 m ü. A. | |
| Fläche: | 41,8 km² | |
| Einwohner: | 624.642 (2008) | |
| Agglomeration: | 895.042 (2008) | |
| Bevölkerungsdichte: | 14.944 Einwohner je km² | |
| Zeitzone: | MEZ (UTC+1) | |
| Telefonvorwahl: | (+355) 04 | |
| Postleitzahl: | 1001–1028 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TR | |
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2011) | ||
| Gemeindeart: | Bashkia | |
| Gliederung: | 11 Stadtbezirke (alb. Njësi bashkiake)[1] |
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| Bürgermeister: | Lulzim Basha (PD) | |
| Postanschrift: | Bulevardi Dëshmorët e Kombit 1001 Tiranë |
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| Webpräsenz: | ||
| Sonstiges | ||
| Stadtfest: | 17. Februar[2] | |
Tirana [tiˈɾana] (albanisch auch Tiranë [tiˈɾanə]; im lokalen gegischen Dialekt Tirona [tiˈɾɔna]) ist die Hauptstadt Albaniens. Nach eigenen Angaben hat die Bashkia rund 625.000 Einwohner (2009), während die Agglomeration 895.042 Einwohner zählt (2008).[3] Bei der Volkszählung 2011 wurden für die Bashkia jedoch nur 421.286 Einwohner erhoben.[4]
Tirana ist der kulturelle, politische und wirtschaftliche Mittelpunkt eines zentralistisch organisierten Staates und ist Sitz mehrerer Einrichtungen, Organisationen und Parteien. So befinden sich hier das Parlament und die Regierung des Landes. Tirana ist Hauptort des gleichnamigen Qarks und Kreises.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Tirana liegt am Westfuß seines Hausbergs Dajti (1611 m ü. A.) am Übergang von der Ebene in hügelige Landschaft auf einer Höhe von 110 m ü. A. in Mittelalbanien. Bis zur Küste der Adria bei der Hafenstadt Durrës - der zweitgrößten Stadt des Landes - sind es nur etwa 30 Kilometer Luftlinie. Im Süden und Westen wird Tirana von Hügeln umgeben, die mit dem Dajti einen grünen Gürtel um die Stadt bilden. Nach Nordwesten öffnet sich eine etwa 40 Kilometer lange Ebene bis zur Meeresküste.
Am nördlichen Stadtrand verläuft der gleichnamige Fluss Tirana, einer der Oberläufe des Flusses Ishëm. Einige Kilometer südlich fließt der Erzen an Tirana vorbei. Das Stadtzentrum wird vom Flüsschen Lana durchquert, das am Dajti entspringt.
Die Umgebung der Hauptstadt ist von vielen kleinen, teils künstlichen Seen geprägt. Der wohl bekannteste ist der Tirana-See, auch Künstlicher See (Liqeni artificial) genannt. Er befindet sich im Großen Park (Parku i madh) am Südrand der Innenstadt und wurde 1956 angelegt. Damals berechnete man für jeden einzelnen der rund 150.000 Einwohner acht Quadratmeter Parkgelände. Der See hat eine Fläche von 55 Hektaren und wird zur Zeit an seinem Südufer von neuen Siedlungen überbaut.[5]
Weitere Seen beziehungsweise Reservoirs sind der Farka-See östlich des Großen Parks, der Paskuqan-See zwischen Tirana und dem Vorort Kamza und der Kashar-See nordwestlich der Stadt beim gleichnamigen Ort an der Autobahn Tirana-Durrës.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Tirana ist verwaltungstechnisch in elf Stadtbezirke (offiziell albanisch Njësi bashkiake oder auch Minibashki genannt) eingeteilt, die jeweils einen eigenen Bürgermeister stellen, aber dem Oberbürgermeister untergeordnet sind.
Klima [Bearbeiten]
Tirana befindet sich in der mediterranen Klimazone. Die Sommer sind warm und oft auch heiß; die Winter sind zwar kühl, doch sinkt die Temperatur nur sehr selten unter dem Gefrierpunkt. Der wärmste Monat ist Juli mit 24,9 Grad Celsius im Durchschnitt, der kälteste Januar mit 7 Grad Celsius im Mittel. Durch die geographische Lage in einem Talkessel ist es in Tirana öfters einige Grad wärmer als in der umliegenden Landschaft.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 15,9 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 1265 Millimeter. Im Monat November gibt es den meisten Niederschlag mit durchschnittlich 172 Millimeter und den wenigsten im Juli mit 42 Millimeter im Durchschnitt. Sehr oft tritt in der Großstadt eine Inversionswetterlage auf, was zu hoher Luftverschmutzung und Smog führt.
| Tirana | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tirana
Quelle: wetter.com; wetterkontor.de
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Geschichte [Bearbeiten]
Frühste Zeugnisse und Stadtgründung [Bearbeiten]
Die Umgebung von Tirana ist schon seit der Altsteinzeit bewohnt. Die ältesten Funde auf Stadtgebiet stammen aus der Römerzeit: Mauern und ein Mosaik aus einer zu einer Kirche umgebauten römischen Villa des 2. oder 3. Jahrhunderts. Im 6. Jahrhundert ließ der römische Kaiser Justinian I. eine Festung errichten, deren Mauern noch heute im Stadtzentrum zu sehen sind.
Tirana wurde erstmals in der heutigen Namensform 1418 in einem venezianischen Dokument erwähnt. 1431/32 führten die Osmanen zum ersten Mal in der Gegend eine Registrierung von Böden und Einwohnern durch. Demnach gab es in dieser Region 60 Ortschaften mit rund 1000 Häusern und 7300 Einwohnern. Marin Barleti unterschied im 15. Jahrhundert Tirana e Madhe (Groß-Tirana) und Tirana e Vogël (Klein-Tirana). 1583 ergab eine osmanische Zählung für das Gebiet Tirana 110 Ortschaften, in denen 20.000 Menschen in 2900 Häusern lebten.
Der aus Mullet bei Petrela stammende, lokale Großgrundbesitzer Sulejman Bargjini Pascha errichtete 1614 an der heutigen Stelle erstmals eine Moschee, eine Bäckerei und einen Hamam und gilt somit als Stadtgründer von Tirana. Nachdem Sulejmans Nachfahren um 1800 ausstarben, übernahm die Familie Toptani aus Kruja die Herrschaft über Tirana.[6]
Bestimmung zur Hauptstadt 1920 und erste städtebauliche Maßnahmen [Bearbeiten]
Tirana blieb lange klein und unbedeutend, bis der Ort 1920 auf dem Kongress von Lushnja zur Hauptstadt Albaniens bestimmt wurde. Darauf wurde schnell aus einem Ort mit wenigen tausend Einwohnern die größte und bedeutendste Stadt des Landes. König Zogu ließ sich hier einen Palast erbauen und mit italienischer Hilfe wurden Ministerien und eine Prachtstraße angelegt. Durch städtebauliche Maßnahmen entstanden erste moderne Strukturen, unter anderem der nach dem albanischen Fürsten Skanderbeg benannte Zentralplatz.
Diktatur von 1944 bis 1990/91 [Bearbeiten]
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurde Albanien von den italienischen Faschisten besetzt.
Im November 1941 baute Enver Hoxha in Tirana die Kommunistische Partei Albaniens auf, und Tirana wurde zum Zentrum der albanischen Kommunisten. Sie warben bei der Bevölkerung, gegen die italienischen Faschisten und deutschen Nazis zu kämpfen. Die Stadt wurde nach einem schweren, mehrere Tage dauernden Kampf zwischen den Partisanen und der Wehrmacht, bei dem zahlreiche historische Gebäude – darunter auch die wichtigste Moschee – zerstört wurden, am 17. November 1944 befreit. Wenige Tage später, am 29. November 1944, rief Hoxha in Tirana die Unabhängigkeit Albaniens aus.
In der Zeit des Kommunismus entwickelte sich die Stadt rasant: Sozialistische Wohnsiedlungen und Fabriken – insbesondere Nahrungsmittel- und Maschinenfabriken – wurden errichtet. Daneben setzte die kommunistische Führung auch den kulturellen Ausbau der Hauptstadt fort und errichtete zahlreiche Bildungseinrichtungen und Kulturzentren wie das Opernhaus, mehrere Museen, das Filmstudio und einige Theater. Die Universität Tirana wurde im Jahr 1956 gegründet.
Um das Zentrum der Stadt neu gestalten zu können, wurden in den 60er- und 80er-Jahren zahlreiche historische Gebäude zerstört.
Zeit der Demokratisierung [Bearbeiten]
Am 20. Februar 1991 stürzten Demonstranten die überlebensgroße Statue von Enver Hoxha auf dem Skanderbeg-Platz. Somit wurde das Ende der kommunistischen Herrschaft eingeleitet. Albanien begann sich allmählich politisch und gesellschaftlich zu öffnen und zu demokratisieren. Im März 1997 wurde Albanien nochmals von Unruhen erschüttert. Ausländer mussten ausgeflogen werden, wie zum Beispiel in der Operation Libelle durch die Bundeswehr.
Nach der Demokratisierung änderte sich das Stadtbild schnell. Überall wurden illegal Gebäude errichtet, vor allem Richtung Nordwesten. Viele Bewohner der Landregionen ließen sich am Stadtrand nieder. Im Stadtzentrum entstanden Läden, Cafés und Restaurants. Ab 1999 wurden die illegalen Bauten im Stadtzentrum abgerissen und die Grünanlagen wiederhergestellt.
Im 21. Jahrhundert erlebte Tirana einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zahlreiche moderne Hochhäuser sind entstanden. Der Großteil der Straßen wurde neu asphaltiert und beschriftet. Viele Bäume und Parks wurden gepflanzt. Ein Stadt- und Ordnungsplan wurde fertiggestellt. Ein Kanalisationsprojekt wird von einer japanischen Firma verwirklicht und große Teile der Stadt wurden gesäubert. Internationale Firmen und Läden eröffneten Niederlassungen. Der öffentliche Verkehr wurde teilweise ausgebaut und neue Stadtbusse sind erworben worden. Ein Tram-Projekt wird geprüft. Außerdem wurde ein Adressensystem realisiert.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr der Zählung | Einwohnerzahl | Wachstumsrate seit letzter Zählung |
| 1979 | 189.000 | - |
| 1989 | 238.057 | +25,95 % |
| 2001 | 343.078 | +44,11 % |
| 2009 | 624.646 | +82,07 % |
Die Einwohnerzahl Tiranas dürfte sich seit 1991 – dem Jahr des Sturzes der kommunistischen Regierung – mehr als verdoppelt haben. Im September 2009 waren 624.642 Einwohner beim Standesamt (Gjendja civile) gemeldet, davon waren 49,8 Prozent Männer und 50,2 Prozent Frauen.[3] Es ist jedoch davon auszugehen, dass in Tirana und in den Vororten Tausende von Personen nicht registriert sind, weshalb andere offizielle Quellen die Bevölkerungszahl in der Metropole mit 895.042 Personen (2008) angeben. Bei der Volkszählung im September 2011 wurden jedoch nur 421.286 Einwohner erfasst.[4]
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus setzte in Albanien eine starke Landflucht ein, vor allem aus dem von der Verarmung der Bevölkerung stark betroffenen Norden des Landes. Zwischenzeitlich entwickelte sich ein riesiger Unterschied zwischen Reichen und Armen. Während in den modernen Geschäften im Stadtzentrum die Preise weit über Landesdurchschnitt liegen und viele neue Villen und Hochhäuser für die Oberschicht entstanden sind, leben in Neubaugebieten wie Kamza am Stadtrand Zehntausende von Menschen in Siedlungen ohne jegliche Infrastruktur. Die Zuwanderer haben oft illegal Land besetzt und einfache Häuser errichtet, die weder über fließendes Wasser, Strom oder ordentliche Zufahrtsstraßen verfügten. Die Kinder, die in diesen Gegenden leben, können teilweise keine Schule in der Nähe besuchen, da diese nur in den älteren Stadtteilen existieren. Die Stadtverwaltung hat mittlerweile einen Urbanisierungs-Plan für den Vorort Kamza zusammengestellt, welcher die Asphaltierung der Straßen, Sicherstellung von fließendem Wasser, Anbindung ans Stromnetz und den Bau von zwei Schulen beinhaltet. Die Umsetzung folgt mehr oder weniger.
Dialekte [Bearbeiten]
Ursprünglich war Tirana ein kleines Städtchen, dessen Einwohner den regionalen südgegischen Dialekt sprachen. Dieser wird heute noch in den benachbarten Dörfern gepflegt. Die seit 1920 anhaltende stetige Einwanderung aus allen Teilen des Landes, hat jedoch dazu geführt, dass das örtliche Idiom mittlerweile fast ganz verschwunden ist und nur mehr Standard-Albanisch gesprochen wird.
Ethnische Minderheiten [Bearbeiten]
Die starke albanische Binnenmigration – vorzugsweise mit dem Ziel Tirana – führte dazu, dass heute in der Hauptstadt Angehörige aller in Albanien vertretenen Minderheiten leben. Die größte ethnische Minderheit sind die Roma, gefolgt von einer kleineren Zahl Griechen und Aromunen. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor.
Religionen [Bearbeiten]
Tirana ist in religiöser Hinsicht ein großer Schmelztiegel geworden. Ursprünglich war die Stadt eher sunnitisch-islamisch geprägt. Seit Tirana zur Hauptstadt bestimmt wurde, sind auch viele Bewohner anderer Konfessionen zugezogen. Es gibt auch zahlreiche Atheisten, die nach dem Religionsverbot während der kommunistischen Herrschaft keinen Glauben mehr angenommen haben. Genaue Zahlen zu den Religionsbekenntnissen der Bevölkerung liegen nicht vor. Bemerkenswert ist das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Glaubensgemeinschaften.
Während des Kommunismus wurden viele Gotteshäuser zerstört oder umfunktioniert; später wurden viele neu errichtet. In der Stadt befinden sich mehrere Kirchen, Moscheen, eine katholische Universität (Zoja e Këshillit të Mirë), eine Medrese und eine Synagoge. Tirana ist Sitz der Muslimischen Gemeinschaft Albaniens, eines katholischen und eines orthodoxen Erzbischofs und zudem das Weltzentrum des Bektaschi-Ordens.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Tirana ist kultureller Mittelpunkt Albaniens. Dort befinden sich die wichtigsten kulturellen Einrichtungen des Landes und dort wirkt auch der Großteil der albanischen Künstler, Sportler, Musiker, Schauspieler und Sänger. Dem war jedoch nicht immer so in Albanien. Bevor Tirana 1920 zur Hauptstadt bestimmt wurde, galten als kulturelle Zentren Albaniens und der Albaner die Städte Shkodra, Korça, Prizren (Kosovo) und Skopje (Mazedonien). Erst mit der Entstehung der zentralistischen Staatsstruktur Albaniens entstanden im ehemaligen kleinen Marktflecken Tirana große Stadtgebäude und damit auch kulturelle Anlagen.
Durch diese zentralistische Politik, aber auch durch die Landflucht und damit verbunden durch die Einwanderung aus anderen Landesteilen Albaniens, trat die örtliche Kultur vor allem in den letzten 20 Jahren allmählich in den Hintergrund. Die Tiraner Traditionen und Bräuche und allgemein das lokale Volkstum sind heute nur wenigen Stadtbewohnern bekannt; diese Kultur ist nun ausschließlich in den benachbarten Dörfern anzutreffen.
Museen und Kunstgalerien [Bearbeiten]
Tirana ist Standort der größten Museen, Kunstgalerien und anderer kultureller Einrichtungen des Landes. Unter den zahlreichen Institutionen sind der Kongresspalast und der Kulturpalast, in dem sich das staatliche Opern- und Balletttheater und die Nationalbibliothek befinden. Zentral gelegen sind auch das Historische Nationalmuseum, das Archäologische Nationalmuseum, das Internationale Zentrum für albanische Archäologie, die Nationale Kunstgalerie, die Ausstellung der Volkskultur und das Museum der Naturwissenschaften.
Bauwerke [Bearbeiten]
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Reiterstandbild zu Ehren Skanderbegs auf dem gleichnamigen Platz. Berühmt ist außerdem die Et'hem-Bey-Moschee (Bauzeit von 1794–1821)[8] sowie der 35 Meter hohe Uhrturm von 1830 gleich daneben. Andere Überreste aus osmanischer Zeit sind rar. Erhalten blieben die osmanische Steinbogenbrücke Ura e Tabakëve aus dem 18. Jahrhundert mit der gleichnamigen Moschee und die Mauern der Burg, die zum Teil sogar aus justinianischer Zeit stammt. Auch die Türbe von Derwisch Hatixhe gehört zum osmanischen Kulturerbe.[9]
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Tirana zählt die in der frühbyzantinischen Zeit errichtete Festung Petrela an der Straße nach Elbasan. Eine weitere bedeutende Festung befindet sich in Preza.
In den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden das Hauptgebäude der Universität und ein Ensemble mit Verwaltungsgebäuden im Stil des italienischen Faschismus errichtet. Die ebenfalls in dieser Zeit errichteten schönen Stadtvillen mussten in den letzten Jahren zum großen Teil modernen Hochhausbauten weichen. Baugrund ist in der Innenstadt von Tirana knapp und teuer.
Das als Piramida bekannte, ehemalige Enver-Hoxha-Museum befindet sich südlich der Lana; ein Monumentalbau aus kommunistischer Zeit. Das Gebäude wurde 1988 als Museum eröffnet, das dem diktatorischen Führer Enver Hoxha geweiht war. Seine Tochter Pranvera ließ die Pyramide planen und errichten. Heute wird das Gebäude für Konferenzen und Messen genutzt; es ist außerdem Sitz des Fernsehsenders Top Channel.
Architektur [Bearbeiten]
Die Architektur ist teilweise balkanisch-traditionell, teilweise aus der Zwischenkriegszeit faschistisch (neoklassizistisch), zum größten Teil aber durch Plattenbauten, neuere Apartmenthäuser und – vor allem im Nordwesten – von illegalen Siedlungen geprägt. Tirana erlebt seit einigen Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung; so zeugen auch die vielen Bautätigkeiten davon.
Die Fassaden ganzer Straßenzüge in der Innenstadt wurden vor einigen Jahren in schrillen Farben und wilden Mustern neu gestaltet. Durch diese „Mal-Aktionen“ des Bürgermeisters und Künstlers Edi Rama wurde die kommunistische Tristesse, die manchem Plattenbau und vielen unverputzten Häusern anhing, gemildert. Auch andere Städte in Albanien übernahmen diese Idee aus Tirana.
Seit diesen ersten Umgestaltungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich das Stadtbild jedoch weiterhin stark verändert. Es sind moderne Neubauten, neue Alleen, Schulen, Straßen, Radwege, Parks und ein neues Abwassersystem entstanden, und auch die Versorgung mit Elektrizität und Wasser hat sich sehr verbessert.
Innenstadt [Bearbeiten]
Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Skanderbeg-Platz, der vom Historischen Nationalmuseum, dem Tirana International Hotel, dem Kulturpalast, der Et'hem-Bey-Moschee und dem dahinterstehenden Uhrturm und dem TID Tower, dem Gebäude-Ensemble aus der faschistischen Ära – westlich davon befinden sich noch das Puppentheater, der Hauptsitz der Sozialistischen Partei und die albanisch-orthodoxe Kathedrale der Auferstehung Christi – und der Bank von Albanien umkreist wird (von Norden im Uhrzeigersinn drehend).
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TID Tower am Skanderbeg-Platz
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Fußgängerbrücke über die Lana, Verbindung zum Viertel Ish-Blloku
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Vom Skanderbeg-Platz aus gehen die wichtigsten Straßen der Stadt sternförmig in allen Richtungen. Der Boulevard Dëshmorët e Kombit ist die zentrale Achse und führt in südlicher Richtung an dem Innen- und Verteidigungsministerium, dem Park Rinia, der Nationalen Kunstgalerie, dem Hotel Dajti, über die Lana, an der Pyramide von Hoxha, dem Park Lulishtja e tre vëllezërve Frashëri, den Twin Towers, weiter am Ministerrat, dem Regierungssitz, dem Rogner Hotel, dem Qemal Stafa-Park, dem Sitz des Präsidenten und dem Kongresspalast vorbei bis zum Platz Sheshi Nënë Tereza (früher Sheshi Italia) mit der Universität, der Polytechnischen Universität und der Universität der Künste sowie dem etwas zurückversetzten Qemal-Stafa-Stadion. Nördlich des Stadions befindet sich das ABA-Business-Center und südlich davon das Sheraton Hotel am Fuße des kleinen Hügels, worauf sich der Große Park (Parku i madh) befindet. Hinter dem künstlichen See befinden sich zudem der Botanische und der Zoologische Garten.
Der Ish-Blloku - „ehemalige Block“ – westlich des zentralen Boulevards, war ein Villenviertel, das vor der demokratischen Wende nur von den höheren Führungspolitikern bewohnt wurde, unter anderem von Enver Hoxha. In den letzten Jahren entstanden hier auf engstem Raum zahlreiche Cafés, trendige Bars, schicke Restaurants, Boutiquen, Hochhäuser, Bürogebäude und Apartments und Läden. Das Viertel wird heute oft als Spielplatz der jungen Elite bezeichnet.[10]
Weiter westlich liegt der Stadtbezirk Komuna e Parisit mit zahlreichen modernen Hochhäusern und dem Selman-Stërmasi-Stadion.
Neben zahlreichen Grünanlagen im Stadtzentrum lädt der Parku i madh südlich der Universität zum Verweilen ein. Er grenzt an den künstlichen See, neben dem sich auch das städtische Schwimmbad befindet. In früheren Zeiten befand sich im Park die orthodoxe Kirche von Shën Prokopi. Die atheistischen Kommunisten erließen 1967 ein totales Religionsverbot – am Ort der Kirche wurde ein Restaurant erbaut. Nach der Einführung der Demokratie wurde das Gebäude wieder in eine Kirche umfunktioniert.
Östlich des Boulevards am Nordufer der Lana befindet sich die katholische Kathedrale St. Paulus (alb. Shën Pali). Weiter östlich befindet sich eine alte osmanische Steinbrücke, die über die Lana führt (Ura e Tabakëve). Nordwestlich des Skanderbeg-Platzes befindet sich der Sheshi Karl Thopia (früher Sheshi Zogu i Zi), wo die Autobahnen nach Durrës und Shkodra beginnen.
Vom zentralen Skanderbeg-Platz nach Norden führt der Boulevard Zogu I., der von vielen Boutiquen und Restaurants gesäumt ist. Die Straße endet bei der Eisenbahnstation der Hekurudha Shqiptare, wo sich der Platz Sheshi Franc Nopca befindet.
Außenbezirke [Bearbeiten]
Im Stadtbezirk Lapraka im Nordwesten Tiranas befindet sich das größte Krankenhaus Albaniens, der Spitali Ushtarak - „Militärspital“ - genannt wird. Das Universitätsspital steht neben der Militärischen Akademie „Skanderbeg“ nordöstlich des Skanderbeg-Platzes.
Im ganz äußersten südwestlichen Zipfel der Stadt befindet sich der Stadtteil Kombinati, ein ehemals großes Industriegebiet mit vielen Fabriken und Gewerbebetrieben und vielen Wohnhäusern für die Arbeiter.
Auf dem Heldenfriedhof am südöstlichen Stadtrand steht das Monument Mutter Albanien (Nëna Shqipëri).
Ausbau der Infrastruktur [Bearbeiten]
Mit den neuen Dimensionen der Stadt ist auch dessen Infrastruktur gefordert. Drei urbane Projekte sind derzeit besonders wichtig: die Erneuerung des Skanderbeg-Platzes, der Neubau der Umfahrungsautobahn und die Inbetriebnahme von Straßenbahn-Linien.
- Die Erneuerungsarbeiten am Skanderbeg-Platz sahen eine Umstrukturierung des riesigen Platzes vor. Er sollte verkehrsberuhigt und völlig neu gestaltet werden. So sah es zumindest das ursprüngliche Projekt des Alt-Bürgermeisters Edi Rama (PS) vor. Doch seit dessen Abwahl im Mai 2011 ruhen die Bauarbeiten und wurden völlig eingestellt. Der neu gewählte Bürgermeister Lulzim Basha (PD) ließ das Projekt einfrieren und die Arbeiten stoppen. Er strukturiert das Projekt nun um und sieht vor, Unterführungen am Platz für den Verkehr zu bauen. Vorerst werden jedoch sämtliche Bauten rückgängig gemacht. Die politische Opposition in Albanien kritisiert Basha scharf und wirft ihm vor, eine Marionette der Regierung von Sali Berisha zu sein (siehe hierzu mehr auf: Politische Krise in Albanien seit 2009).
- Das zweite größere Projekt ist der Neubau einer Autobahn, die von der Rruga e Kavajës, bei der Verzweigung mit der Straße Teodor Keko über den Zoologischen und Botanischen Park südlich des Reservoirs Liqeni Artificial bis zur Hauptstraße nach Elbasan führen wird. Die etwa 5 Kilometer lange Autobahn wird zu jeder Fahrtrichtung dreispurig sein und voraussichtlich den innerstädtischen Verkehr entlasten.
- Das dritte Projekt, die Tram Tirana besteht aus sechs Straßenbahn-Linien, welche die wichtigsten Stadtteile verbinden soll. Ende 2011 wird das Projekt voraussichtlich ausgeschrieben.
Neben diesen infrastrukturellen Projekten gibt es weitere Großbauprojekte in Tirana, die in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst sind:
| Name | Funktion | Standort | Bauende | Baukosten in Euro | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| TID Tower | Einkaufszentrum und Bürogebäude | Östlich des Skanderbeg-Platzes | war vorgesehen für Mai 2011 | ca. 50 Mio. | Mit 85 Metern höchstes Gebäude von Albanien;[11] längere Zeit ohne Baufortschritt |
| Ndërtesa e re e Kuvendit | Neubau des Parlaments | anstelle der Piramida | Eröffnung war vorgesehen anlässlich des 100. Jahrestages der Republik Albanien (28. November 2012) | über 110 Mio. | am 24. März 2011 wurde das Siegerprojekt vorgestellt, das Wiener Architekturstudio Coop Himmelb(l)au sollte in eineinhalb Jahren den Bau vollenden;[12][13] noch nicht begonnen |
| Forever Green Tower | Wohnungen und Büros | gegenüber der neuen orthodoxen Kirche | 2013 | ca. 32 Mio. | 85 Meter hoch |
| Qemal-Stafa-Stadion | Neubau Fußballstadion | heutiger Standort | Eröffnung war vorgesehen anlässlich des 100. Jahrestages der Republik Albanien (28. November 2012) | ca. 30 Mio. | 33.000 Sitzplätze; soll die Form der albanischen Landesgrenzen und Topographie bekommen;[14] noch nicht begonnen |
| Neues Islamisches Zentrum mit Museen der Stadt Tirana und der religiösen Harmonie | Moschee, Islamisches Zentrum, Stadtmuseum und Museum der religiösen Harmonie | Hinter dem Kulturpalast | unbekannt | unbekannt | Nach Plänen des dänischen Architekturstudio BIG;[15] noch nicht begonnen |
Sport [Bearbeiten]
In Tirana sind zwei Fußballklubs der höchsten Liga zu Hause. KF Tirana und KS Dinamo Tirana gehören zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Diese beiden Fußballmannschaften tragen ihre Heimspiele im Qemal-Stafa-Stadion aus, wo auch die meisten Länderspiele stattfinden. FK Partizani Tirana, der seit der Saison 2009/10 in der zweithöchsten Liga spielt, trägt seine Heimspiele im kleineren Selman-Stërmasi-Stadion aus.
Für Hallensportarten wie Basketball und Volleyball verfügt Tirana über eine größere Arena, die während des Kosovo-Krieges im Jahr 1999 als Flüchtlingsunterkunft diente. Gleichermaßen genutzt wurde damals auch das große Freibad am Stadtrand, welches renoviert und heute das größte außenstehende Schwimmbad Albaniens ist.
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bürgermeister der Bashkia von Tirana (alb. Kryetari i Bashkisë) ist seit den Kommunalwahlen vom Mai 2011 Lulzim Basha (PD). Er löste den seit 2000 regierenden Edi Rama (PS) nach einer knappen Entscheidung ab. Weitere Vorgänger nach dem Sturz des Kommunismus waren Sali Këlmendi (1992–1996) und Albert Brojka (1996–2000), beide von der Demokratischen Partei.
Die verschiedenen Stadtbezirke (alb. Njësitë bashkiake) besitzen je einen eigenen Bürgermeister, der dem Oberbürgermeister untergeordnet sind. Die folgenden Bürgermeister/-innen regieren seit 2011:[16]
- 1. Bezirk: Lindita Nikolla
- 2. Bezirk: Elez Gjoza
- 3. Bezirk: Ilir Kokona
- 4. Bezirk: Hysen Xhura
- 5. Bezirk: Jeta Seitaj
- 6. Bezirk: Krenar Cenollari
- 7. Bezirk: Erjon Koka
- 8. Bezirk: Arben Tafaj
- 9. Bezirk: Indrit Fortuzi
- 10. Bezirk: Blend Fuga
- 11. Bezirk: Haki Mustafa
| Person | von | bis | Person | von | bis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zyber Hallulli | 1913 | 1914 | Qemal Butka | 1936 | 1937 | |
| Servet Libohova | 1915 | 1916 | Abedin Nepravishta | 1937 | 1939 | |
| Ismail Ndroqi | 1917 | 1922 | Qazim Mulleti | 1939 | 1940 | |
| Ali Begeja | 1922 | 1923 | Omer Fortizi | 1940 | 1943 | |
| Ali Derhemi | 1923 | 1924 | Halil Meniku | 1943 | 1944 | |
| Xhemal Kondi | 1924 | 1925 | keiner | 1944 | 1991 | |
| Fuat Toptani | 1925 | 1927 | Tomor Malasi | 1991 | 1992 | |
| Izet Dibra | 1927 | 1928 | Sali Kelmendi | 1992 | 1996 | |
| Rasim Kalakula | 1928 | 1930 | Albert Brojka | 1996 | 2000 | |
| Rexhep Jella | 1930 | 1933 | Edi Rama | 2000 | 2011 | |
| Abedin Nepravishta | 1933 | 1935 | Lulzim Basha | 2011 | Heute |
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat (alb. Këshilli Bashkiak) setzt sich aus 55 Mitgliedern zusammen. Seit 2011 gliedern sie sich wie folgt:[17]
- Sozialistische Partei: 25 Sitze
- Demokratische Partei: 19 Sitze
- Sozialistische Bewegung für Integration: 5 Sitze
- Partei für Gerechtigkeit, Integration und Einheit: 2 Sitze
- Albanische Republikanische Partei: 1 Sitz
- Partei Soziale Demokratie: 1 Sitz
- Wahre Sozialistische Partei '91: 1 Sitz
- Partei Bewegung für Legalität: 1 Sitz
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Tirana unterhält mit 28 Städten in 20 Ländern eine Städtepartnerschaft.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Tirana war während des Kommunismus ein Schwerpunkt der Industrie in Albanien. Es gab Maschinenbau, Schuh- und Textilindustrie, eine Zementfabrik, glasverarbeitende und Lebensmittelindustrie. Die Industrieanlagen sind wie im ganzen Land zwischenzeitlich zum Großteil stillgelegt. Die meisten Bewohner sind heute im Handel, im Gewerbe, als Staatsangestellte, im Bausektor und im Dienstleistungsbereich tätig.
Viele, vor allem ausländische, Unternehmen, die im Land tätig sind, haben ihren Hauptsitz in der Hauptstadt. So haben die Zentralbank Albaniens, Raiffeisen Bank Albania, Banka Kombëtare Tregtare, American Bank of Albania, Credins Bank und Tirana Bank ihren Sitz in der albanischen Metropole. Die drei Telekommunikationsanbieter Albanian Mobile Communications (AMC), Vodafone Albania und Eagle Mobile sind auch hier beheimatet. Auch die Fluggesellschaften der Albanian Airlines und der Belle Air sind hier niedergelassen.
Die größten Medienunternehmen wie die Fernsehsender TVSH, Top Channel, TV Klan, Vizion Plus und Albanian Screen wurden in Tirana gegründet und haben hier auch ihre Hauptsendeanstalt.
Im 21. Jahrhundert wurden – vor allem entlang der Hauptstraße nach Durrës – mehrere Einkaufszentren und Warenhäuser, darunter das Qendra Tregtare Univers, der Citypark und das größte Albaniens, das Tirana East Gate errichtet.
Auch in Tirana hat der Fremdenverkehr wie in ganz Albanien an der Wirtschaft zunehmend an Einfluss gewonnen. Viele Berufstätige sind in diesem Sektor beschäftigt. Die größten Hotels des Landes befinden sich ebenfalls in der Hauptstadt, so wie das Hotel Sheraton, das Tirana International Hotel, das Hotel Rogner und das heute geschlossene Hotel Dajti.
Verkehr [Bearbeiten]
Tirana liegt 30 Kilometer (Luftlinie) östlich vom wichtigsten albanischen Hafen Durrës. Seit dem Jahr 2000 verbindet eine vierspurige Autobahn die beiden Städte. Die Nationalstraßen nach Shkodra und Elbasan sind in den letzten Jahren ausgebaut und erneuert worden. Bei diesen Strecken ist eine Autobahn geplant bzw. in Bau. Die Verwaltung der Stadt plant auch eine Umfahrungsautobahn, welche den zum Teil stockenden Verkehr in der Innenstadt entlasten soll. Diese soll von der Durrës-Autobahn abzweigen und die Stadt südwestlich umfahren und dann in die geplante Autobahn nach Elbasan einmünden.
Von Tirana fahren täglich Busse in alle wichtigen Städte des Landes und auch in wichtige Städte Europas. Personenzüge der Albanischen Eisenbahn verkehren über Durrës nach Vlora und Pogradec sowie nach Shkodra. Die Passagierzahlen in Albanien halten sich jedoch auf sehr niedrigem Niveau.
17 Kilometer nordwestlich liegt der internationale Flughafen Tirana International Airport Nënë Tereza. Er ist der einzige zivile Flughafen im Land. Verbindungen bestehen in die Metropolen Südosteuropas und der Türkei sowie in einige west- und südeuropäische Städte. Im Sommer gibt es auch Charterflüge nach Ägypten und in die Türkei. So nutzten 2009 rund 1.4 Millionen Passagiere den Flughafen.
Der öffentliche Verkehr innerhalb Tiranas wird ausschließlich durch öffentliche Buslinien bewältigt. 2010 wurden neue Omnibusse durch die Stadtverwaltung gekauft. Zudem wurden in den letzten Jahren einige Busspuren eingerichtet. Mit weiteren Busspuren soll der öffentliche Verkehr interessanter gemacht werden. Der Bau einer Schnell-Bahn zum Flughafen ist eine mögliche Variante, den Stadtverkehr zu entlasten. Es bestehen Pläne dazu, doch andere Infrastrukturprojekte im Land haben höhere Priorität für die Regierung, deshalb ist eine Umsetzung einer solchen Bahn in naher Zukunft nicht wahrscheinlich.
Seit Sommer 2005 bringt eine Gondelbahn Besucher in kurzer Zeit auf den Hausberg Dajti. Die von einer österreichischen Firma errichtete Bahn bewahrt das beliebte Ausflugsziel vor allzu viel Verkehr und ermöglicht den Besuchern eine schnelle und bequeme Anfahrt. Auf dem Hausberg hat man eine große Aussicht auf die Stadt.
Umwelt [Bearbeiten]
Die städtische Müllentsorgung funktioniert nur eingeschränkt, und oft werden Abfälle illegal entsorgt, weshalb die hygienischen Bedingungen in einigen Teilen der Stadt katastrophal sind. Die Lana ist ebenfalls stark verschmutzt, da der Fluss teilweise zur Müllentsorgung benutzt wird. Die Stadtverwaltung wie auch die Regierung haben in den letzten Jahren viele Projekte ausgeführt, die die enormen Verschmutzungen begrenzen soll. Die Lana ist heute beispielsweise mehr oder weniger sauber und müllfrei.
Ein weiteres großes Problem der Stadt ist die extreme Luftverschmutzung. So wird aufgrund der vielen alten Autos, die zumeist keine Katalysatoren haben, und der vielen Haushalte, die im Winter ausschließlich mit Holz heizen, die Luft so stark verschmutzt, dass sich an manchen Tagen viel Smog über der Stadt bildet.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Wilfried Heller (Hrsg.): Abwanderungsraum Albanien – Zuwanderungsziel Tirana. Potsdam 2003. (=Praxis Kultur- und Sozialgeographie. 27). ISBN 3-935024-68-1.
- Beat Bieri: Tirana in Farbe. Velvet-Edition, Luzern 2003 (Fotoband über Aktion der Stadt die Häuser knallbunt anzumalen, sowie Interview mit dem Bürgermeister Edi Rama).
- Dietmar Richter: Flächennutzungswandel in Tirana. Untersuchungen anhand von Landsat TM, Terra ASTER und GIS. (= Praxis Kultur- und Sozialgeographie; 42). Universitäts-Verlag, Potsdam 2007, ISBN 978-3-939469-64-3 (Volltext).
- Adolph Stiller (Hrsg.): Tirana. Planen Bauen Leben. Architektur im Ringturm XXII. Müry Salzmann Verlag Salzburg 2010. ISBN 978-3-9901403-0-7.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Homepage der Stadtverwaltung
- Die Wiedergeburt der Stadt – Die Stadtverwaltung zeigt Bilder von bemalten Häusern, neuen Parkanlagen und Straßen
- Tirana-Online.deTouristische Informationen über Tirana in Deutsch und Albanisch
- Informationen über Tirana (in englischer Sprache) als Teil der New Economic Geography Karte der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI)
- Interaktive Karte von Tirana
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Njësitë bashkiake – Kryetarët dhe kompetencat. Bashkia Tirana, abgerufen am 8. November 2012 (albanisch).
- ↑ Tirana.gov.al
- ↑ a b Statistikat 2009 (9-mujori). Abgerufen am 30. April 2010.
- ↑ a b Instituti i Statistikës (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Preliminary Results. Tirana Dezember 2011 (Online-Version (PDF; 6,0 MB)).
- ↑ “Mushkeria” e Tiranes, drejt betonizimit. Koha Jonë, abgerufen am 25. Oktober 2012 (albanisch).
- ↑ Themelimi i Tiranës (Gründung Tiranas). Offizielle Homepage der Bashkia Tirana, abgerufen am 3. Februar 2013 (albanisch).
- ↑ Entwicklung der Einwohnerzahlen in Albanien
- ↑ Gëzim Hoxha, Bashkim Lahi: Islamische Kunst und Architektur. In: Werner Daum (Hrsg.): Albanien – zwischen Kreuz und Halbmond. Pinguin Verlag, Innsbruck 1998, ISBN 3-7016-2461-5, S. 146.
- ↑ Prolegomena zu einer Heiligengeschichte Albaniens (PDF; 99 kB)
- ↑ About Tirana
- ↑ TID Tower: Multi-Purpose Development (PDF-Datei; 648 kB)
- ↑ Medienmitteilung zum Siegerprojekt über das neue Parlamentsgebäude. 24. März 2011, abgerufen am 24. März 2011.
- ↑ Kostoja e parlamentit të ri shkon 110 milion euro, ishte deklaruar 40 milion. Abgerufen am 26. Juni 2011.
- ↑ Qemal Stafa bëhet ekstra-modern
- ↑ The Mosque and Islamic Center of Tirana. Abgerufen am 14. Mai 2011 (englisch).
- ↑ Kryetarët dhe kompetencat. In: Bashkia Tirana. Abgerufen am 23. September 2012 (albanisch).
- ↑ Anëtarët të Këshillit Bashkiak. In: Bashkia Tirana. Abgerufen am 23. September 2012 (albanisch).
über 500.000 Einwohner: Tirana
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