Schleswigsch

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Schleswigsch

Gesprochen in

Schleswig-Holstein
Linguistische
Klassifikation

Schleswigsch (auch Schleswigisch) bezeichnet die in Schleswig gesprochene Variante des Niederdeutschen.

Unterdialekte[Bearbeiten]

Wie auch die anderen Dialekte des Plattdeutschen teilt sich das Schleswigsche in viele Kleindialekte wie zum Beispiel das Angelner- oder Angeliter Platt, das Schwansener Platt, das Nordschleswiger Platt oder Nordschleswigsch (im Süden Dänemarks), das Husumer Platt. In weiten Teilen Nordfrieslands wird eine vom Nordfriesischen beeinflusste Variante des Schleswigischen gesprochen. Das Eiderstedter Platt wird teilweise sogar als eigenständiger Dialekt des Plattdeutschen betrachtet.

Abgesehen vom Eiderstedter Platt ist benachbarte Variante des Schleswigsch das Holsteinische in seinen Varianten.

Niederdeutsche Dialekte in Deutschland seit 1945. Schleswigsch ist in hellgrau mit der Nummer 1 dargestellt. Die Ausdehnung des Schleswigschen entspricht aber nicht exakt der Kartendarstellung[1]

Der Wortschatz des Schleswigschen wird beschrieben im Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch. Auffallende Unterschiede zum Holsteinischen und anderen niederdeutschen Varianten sind zahlreiche Wörter dänischer (Danismen) und friesischer (Friesismen) Herkunft. In Angeln gibt es besondere Plural-Endungen bei gebeugten Verben. In vielen der Unterdialekte wird das G als Ch ausgesprochen.

Sprachentwicklung in der Region[Bearbeiten]

Als weitere Sprachen im selben Gebiet werden Hochdeutsch, Nordfriesisch und Dänisch (Standarddänisch und Variante Sydslesvigdansk; Sønderjysk), Missingsch und im Flensburger Raum Petuh gesprochen.

Bis zur Linie Husum-Schleswig wurde noch bis ins 19. Jh. „Plattdänisch“ (ein dänischer Dialekt) gesprochen. Seit dem späten Mittelalter setzte jedoch durch Einflüsse aus dem deutschen Sprachraum ein schleichender Sprachwandel zum Niedersächsischen ein. Besonders die schleswigschen Städte waren hiervon betroffen. In Teilen Nordfrieslands wird noch Friesisch gesprochen.

Der Begriff Südschleswigsch[Bearbeiten]

Der Begriff Südschleswigsch (Süd-Schleswigsch) besitzt mehrere Bedeutungen:

  • Er ist zum einen ein Gegenbegriff zu Nordschleswigsch oder Nordschleswiger Platt, bezeichnet also in diesem (weiteren) Sinne sämtliche Unterdialekte des Schleswigsch im heutigen Deutschland.
  • Im engeren Sinne bezeichnet er die im geringerem Maße von der dänischen und nordfriesischen Sprache beeinflussten Unterdialekte des Schleswigsch südlich der Schlei-Danewerk-Linie, in etwa die im historischen Fræzlæt-Gebiet gelegenen.
  • Zudem bezeichnet er als Synonymbegriff das Sydslesvigdansk, einer von der dänischen Minderheit ebenfalls im Landesteil Schleswig gesprochenen Variante des Standarddänischen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Schleswigsch wird im gesamten heutigen Landesteil Schleswig gesprochen, also auch in Gebieten, die auf der Karte als friesisch- oder dänischsprachig dargestellt werden; zusätzlich wird Schleswigsch auch von einem Teil der deutschen Minderheit im anschließenden dänischen Raum (Nordschleswig) gesprochen. Die Dialektgrenze zum Holsteiner/Dithmarscher Plattdeutsch verläuft nicht (wie auf der Karte angezeigt) auf Höhe der Meldorfer Bucht, sondern in Höhe der Eidermündung.