Schloss Hofen

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Schloss Hofen
Schloss Hofen, Lochau 1.jpg
Alternativname(n): Neu-Hofen
Entstehungszeit: 16. Jhd.
Ort: Lochau
Geographische Lage 47° 32′ 9,6″ N, 9° 45′ 28,1″ O47.5359916666679.7578111111111Koordinaten: 47° 32′ 9,6″ N, 9° 45′ 28,1″ O
Schloss Hofen (Vorarlberg)
Schloss Hofen

Schloss Hofen (oder Neu-Hofen) ist ein schlossartiger Renaissanceansitz aus dem 16. Jahrhundert bei Lochau am Ufer des Bodensees.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Hof bzw. Turm zu Hofen war seit 1218 Sitz gräflich-montfortischer Ministerialen und zugleich Burgmannensitz der über Hofen liegenden Burg Lochau (Alt-Hofen) und blieb bis 1451 montfortisch.

Alt-Hofen[Bearbeiten]

1452 wurde die Burg Alt-Hofen (identisch mit der urkundlich 1281 genannten Burg „Alt-Lochau“) der Ritter von Lochau durch einfallende Truppen des schwäbischen Städtebunds zerstört und 1456 ging es als Österreichisches Lehen an Jos Mündelin. Alt-Hofen besteht noch heute als Ruine auf einer bewaldeten Rückfallkuppe nordöstlich des Ortes Lochau über Schloss Hofen.

15. Jahrhundert, Herren von Raitenau[Bearbeiten]

1467 bis 1658 waren die Herren bzw. Reichsherren und Grafen von Raitenau (Reitnau) in Lochau.

Hans Gaudenz von Raitenau erhält 1562 die „Burg Hofen“ und lässt an dieser Stelle in den Jahren 1584/85 das zwischen Lochau und Eichenberg gelegene „Schloss Hofen“ (Neu-Hofen) im Anschluss an die vermutlich bereits vor 1496 durch Hans Werner II. von Raitenau errichtete St. Oswaldkapelle (ehem. Hauskapelle, später Hl. Kreuz) bauen.

1559 wurde Wolf Dietrich von Raitenau (1559–1617) als Sohn des kaiserlichen Oberst Hans Werner von Raitenau und der Helena von Hohenems auf Schloss Hofen geboren – er war später Erzbischof von Salzburg (1587-1612).[1] [2]

Vollendet wurde der Bau um 1616 durch Hans Werner IV. von Raitenau.

Nachdem während des Dreißigjährigen Krieges eine Belagerung von Lindau erfolgreich abgewehrt werden konnte, eroberte der schwedische Reichsfeldmarschall Graf Karl Gustav Wrangel 1647 Schloss Hofen.

1659 ging das Schloss an die Herren von Königsegg-Rothenfels, 1680 weiter an die Freiherren von Stotzingen und im Jahre 1733 an Franz Joseph Maria von Debern.

Unter Joseph Benedikt von Clavell und seinen Nachfahren (1757–1848) erfolgte eine Adaption der Gebäude als Bierbrauerei.

19. und 20. Jahrhundert, wechselvolle Geschichte[Bearbeiten]

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer rasch wechselnden Folge zunächst adeliger und seit 1898 bürgerlicher Besitzer (Allodifizierung im Jahr 1875).

Im Ersten Weltkrieg diente das Schlossgebäude als Reservespital, danach als Erholungsheim, Haushaltungsschule und im Zweiten Weltkrieg neuerlich als Lazarett.

1952 wird auf Schloss Hofen eine Gastgewerbe- und Hotelfachschule des Landes Vorarlberg in Betrieb genommen.

1971 kam es zum Ankauf durch das Land Vorarlberg und 1979 bis 1986 zu einer umfassenden Generalsanierung.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Das Haus ist seit 1971 im Besitz des Landes Vorarlberg und seit 1981 befindet sich in Schloss Hofen das Landesbildungszentrum Schloss Hofen (Zentrum für Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung).

Architektur[Bearbeiten]

Das Schloss Hofen ist neben dem Palast Hohenems der zweite bedeutende Renaissance-Bau Vorarlbergs. Der Unterschied dieser beiden bedeutenden Bauten des Mittelalters wird schon durch die Bezeichnung „Schloß“ (Hofen) und „Palast“ (Hohenems) deutlich.

Der unaufdringliche Schlossbau kann in seiner topographischen Gliederung als Gesamtbild der mittelalterlichen Architektur Vorarlbergs gelten.

Der dreigeschossige Wohntrakt zeigt die Form von zwei stumpfwinkelig aneinander stoßenden Flügeln. Von den dem Wohntrakt westseitig vorgelagerten Wirtschaftsgebäude stehen nach tiefgreifenden Umbauten und Restaurierungen seit 1951 nur noch die Außenmauern.

Über der äußeren Einfahrt ist ein Wappenstein der Raitenauer sichtbar – bez. 1585. [3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Hofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Wolf Dietrich von Raitenau
  2. Stammbaum der Familie Raitenau
  3. Dehio-Handbuch, Vorarlberg; ISBN 3-7031-0585-2